Chemische Enteiser

Test Enteisersprays Test Enteisersprays

Chemische Enteiser

— 01.03.2002

Eiskalt abgetaut

Klare Scheiben auf Knopfdruck - das versprechen flüssige Enteisersprays. Wir haben sieben Mittel getestet. Erkenntnis: Probleme gibt es in erster Linie mit der Handhabung.

Spray gegen Frost und Eis

Laternenparker müssen zurzeit etwas früher aufstehen. Denn der Frost packt ihre Autos in dicke Eisschichten ein. Da heißt es kratzen und schaben, bis die Scheiben wieder freien Durchblick geben. Es geht aber auch einfacher. Das zumindest versprechen die Hersteller von chemischen Sprüh-Enteisern. Kurz die Scheibe einnebeln, etwas warten, fertig ist der Glanz. Wirklich? Wir wollten es ganz genau wissen und haben sieben Enteiser-Sprays getestet.

Die Wirkungsweise dieser Mittel ist im Prinzip identisch: Nicht Wärme bringt das Eis zum Schmelzen, sondern Alkohol, der aus Pumpflasche oder Spraydose auf die Scheibe gesprüht wird. Spezielle Glykole sollen das erneute Einfrieren der Flüssigkeit dann verhindern. Deshalb wundert es auch kaum, dass zumindest die Wirkung der getesteten Mittel nahezu identisch ist: Alle sieben tauen die Eisschichten problemlos auf. Selbst bei minus 30 Grad noch. Aber in Anwendung und Preis gibt es große Unterschiede. Denn was nützt die beste Tauwirkung, wenn sich das Mittel nur mühsam und mit schmerzenden Fingern aufsprühen lässt (Rex), die Scheibe völlig ungleichmäßig benetzt (Nigrin) oder das Produkt schlicht teuer ist (Sonax)?

Aber auch die schlechteren Mittel im Test stellen noch eine brauchbare Alternative zum Eiskratzer dar. Hauptvorteil der flüssigen Abtauer: Sie zerkratzen die Windschutzscheibe nicht. Doch auch beim Sprühen gilt: Nur wer es richtig macht, bekommt klaren Durchblick.

Vorbeugen statt kratzen

Tipp: Nach dem Einsprühen warten, bis das Eis geschmolzen ist. Dann erst die Scheibe mit einer Gummilippe sorgfältig abziehen. Danach die Scheibe gegen Wiedervereisung nochmals hauchdünn mit dem Enteiser einnebeln. Bei ganz dicken Eissschichten aber muss nach wie vor der Kratzer ran. Für dickes Eis wäre einfach zu viel von dem Enteiser erforderlich. Da ist schnell eine ganze Flasche auf den Scheiben verteilt. Und dafür ist selbst das billigste Mittel im Test noch zu teuer. Beim Kratzen gilt: Immer in eine Richtung schaben, nie wild auf der Scheibe herumschrubben. Kleine, eingefrorene Schmutzpartikel wie Sandkörner oder Staubpartikel zerkratzen das Glas - unabhänging vom Material des Kratzers (Kunststoff oder Metall). Deshalb der Tipp: Die Scheiben öfter mal zwischendurch mit Wasser reinigen, dann haben Sie länger einen klaren Durchblick.

Klare Scheiben auf Knopfdruck - das versprechen flüssige Enteisersprays. Es gibt aber auch noch andere, billige Möglichkeiten, vereisten Scheiben vorzubeugen.

Abdeckplane: umständlich zu montieren, aber die Scheibe bleibt garantiert eisfrei.

Eis-Blocker: wird am Vorabend aufgesprüht, funktioniert auch meist. Aber: Wer weiß schon wie das Wetter Morgen wird ? Denn wenn es schneit oder regnet, schlieren diese Mittel auf dem Glas.

Unter Bäumen parken: Neben Hecken und unter Bämen frieren Scheiben durch den natürlichen Windschutz seltener ein.

Pappe auflegen: güstig und effektiv. Aber: Nie nass auflegen oder dünnes Zeitungspapier nehmen, sonst friert das Material an. Zweites Plus: Mit Pappe frieren auch die empfindlichsten Wischergummis nicht fest.

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