Chevrolet Blazer/Tahoe (1992-2000)

Chevrolet Blazer/Tahoe (1992-2000)

— 19.11.2003

Solider Big Mac

Schiere Größe und schlichter Inhalt – diese typischen US-Merkmale treffen auf den Chevrolet zu. Ein empfehlenswerter Gebrauchter.

Qualität und Marktlage

In den USA ist alles größer als anderswo. Diese spöttisch gemeinte Bemerkung der Europäer kann der Chevrolet Tahoe durchaus auf sich beziehen. Denn größer geht es kaum: Er ist bei gleicher Breite und Höhe noch zehn Zentimeter länger als der aktuelle Range Rover – und der ist ein wirklich stattliches Auto. Die Amerikaner lieben es eben big. Die Amerikaner lieben es aber auch solide und zuverlässig.

Gebrauchtwagensuche: Chevrolet Tahoe



Ein nach US-Ansichten gutes Auto kann zwar ruhig mal beim Überfahren des Bordsteins knistern. Aber es muss dafür immer anspringen und darf nie stehen bleiben. Der Chevrolet Tahoe der ersten Serie erfüllt diese Forderungen nahezu perfekt. Dabei lässt sich das Riesenschiff kinderleicht bedienen und bietet richtig viel Bewegungsfreiheit auf allen Plätzen. Und obendrein ein riesiges Frachtabteil.

Die erste Tahoe-Baureihe wurde 1992 in den USA eingeführt und kam 1995 auf die offizielle deutsche Importliste. Zuvor hatten nur die freien Importeure den hiesigen Verkauf organisiert. Auch nach 1995 sah man den Chevrolet in Deutschland selten. Zu groß, zu durstig – so lauten die häufigsten Vorurteile. Klar, in engen Altstädten finden man keinen Parkplatz.

Motor und Technik

Doch beim Verbrauch bleibt der simple Großkolben-V8 in dem Rahmen, in dem sich auch europäische Benziner-Geländewagen wie der Mercedes ML 500 oder BMW X5 4.4i bewegen. Mit rund 16 Liter auf 100 Kilometer ist man dabei. Das ist für manchen eine positive Überraschung, wie auch zahlreiche Bemerkungen bei unserer Chevrolet- Fragebogenaktion zeigen.

Die fast mustergültige Zuverlässigkeit des simplen Amerikaners war dagegen von seinen Besitzern erwartet worden. 200.000 oder auch 300.000 Kilometer mit dem ersten Motor haben einige Leser bereits problemlos zurückgelegt. Wichtig sind offenbar nur halbwegs pünktliche Ölwechsel, da die US-Motoren mit geringen Ölmengen auskommen müssen.

Andere Aggregate wie Lichtmaschine, Anlasser, Klimakompressor und Lenkungspumpe bleiben unauffällig. Sie halten zwar mit durchschnittlich 150.000 km Lebensdauer nicht ewig, sind aber günstig im Austausch. Fahrwerk und Allradantrieb leben dagegen so lange wie Motor und Automatikgetriebe. Ein Nachteil des Chevrolet ist das dünne Werkstattnetz in Deutschland mit rund 50 General-Motors-Händlern.

76 Prozent der Leser stellen ihnen ein positives Zeugnis aus. Der durchschnittliche Inspektionspreis liegt bei 480 Euro. Die Zufriedenheit der Besitzer drückt sich im Kauf des nächsten Autos aus. 42 Prozent wollen wieder einen Tahoe der ersten Serie, weitere 49 Prozent haben den seit 2000 gebauten aktuellen Tahoe ins Auge gefasst. Die übrigen neun Prozent wandern ab zu europäischen Image-Marken, oder es zieht sie zu Freiimport-Amerikanern wie dem noch größeren Ford Excursion: Bigger ist better.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1992 Modelleinführung der neuen Fullsize-Generation auf Basis des 1988 in ähnlicher Form eingeführten Pickups; Blazer (2 Türen) LxBxH 4,80x1,96x1,82m; Suburban (4 Türen) 5,58x1,96x1,87m; beide mit 5,7-Liter-V8-Benziner mit 210 PS und 4-Gang-Automatik 1994 zusätzlich Turbodiesel: 6,5-Liter-V8 mit 182 PS 1995 offizieller Deutschland-Import; Name nun Tahoe statt Blazer; zusätzliche Tahoe-Version mit 4 Türen und 5,05m Länge (nur mit 5.7- Benzinmotor); 5.7-V8 nun bei allen Versionen mit 254 statt 210 PS 1997 Suburban und Zweitürer entfallen aus dem Deutschland-Programm 2000 Ablösung durch den komplett neuen Tahoe mit 5.3-V8 und 273 PS

Schwachstellen Ein undichter Wasserkühler ist eine der wenigen Schwachstellen am großen Chevrolet. Länger als sechs Jahre hält er selten dicht (16 Prozent der Leser). Vor Rost ist der Chevrolet gut geschützt durch Spritzverzinkung an den unteren Karosseriepartien. Wer ihn länger fahren will, sollte trotzdem Hohlraumversiegelung und Unterbodenwachs nachträglich aufbringen lassen. Getriebereparaturen sind selten und fast immer auf zu seltene Ölwechsel und vor allem auf Autobahn-Schnellfahrten zurückzuführen (vier Prozent). Die hoch belasteten zwei Batterien der Turbodieselmodelle halten oft nur drei Jahre. Auch die Verteilereinspritzpumpe der Diesel ist ein teurer Risikofaktor. Die Zuverlässigkeit des Fullsize-Chevrolet ist ausgezeichnet, jedenfalls beim 5.7-Benziner: Startversagen unter 1%, Panne unterwegs vier Prozent (Kühlwasserverlust). Diesel: 14 Prozent Startversagen wegen defekter Batterien.

Reparaturkosten Preise inklusive Mehrwertsteuer am Beispiel eines Chevrolet Tahoe 5.7, Baujahr 1998. Mechanische Aggregate sind eher preiswert. Besonders billig ist der Anlasser. Richtig teuer kommt dagegen die Auspuffanlage.

Fazit und Technik

Fazit "Der Kauf der dicken Amerikaners ist keine Mutprobe. Besonders der Tahoe 5.7 Benziner ist ein höchst zuverlässiges Auto für alle Tage. Mit langer Lebensdauer – wenn man Motor und Automatik nicht auf der Autobahn zu Tode hetzt. US-typisch gefahren, ist auch der Verbrauch okay. Man braucht lediglich eine große Garage und Augenmaß beim Einparken." Martin Braun, Redakteur AUTO BILD alles allrad

Technik • Allradantrieb: Heckantrieb; Frontantrieb während der Fahrt bis 100 km/h zuschaltbar (Kraftverteilung v:h 0:100 oder 50:50); vollautomatischer Vorderachsfreilauf; Geländereduktion; keine Achssperren oder Schlupfregelungen • Aufbauweise: Leiterrahmen mit aufgeschraubter Stahlblech-Karosserie • Verbrauch: 5.7: 16l/100 km Normalbenzin; 6.5 TD: 14l/100 km Diesel • Höchstgeschwindigkeit: 5.7: 180 (US-Importe: 160) km/h; TD: 153 km/h

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