Chevrolet Camaro: Fahrbericht

Chevrolet Camaro Chevrolet Camaro

Chevrolet Camaro: Fahrbericht

— 02.06.2010

Mit dem Chevrolet Camaro durch New York

The American way of drive: Der Chevy Camaro ist laut wie Manhattan, böse wie die Bronx und so schnell wie das Leben in New York City. Demnächst verkauft Chevrolet den amerikanischen Traum auch bei uns. Ein Fahrbericht.

Diese Stadt ist der pure Horror für Autofahrer. Im Sommer klebt der Asphalt vor Hitze, im Winter nervt der Schneematsch. An einem Wochentag suchen 13.000 Taxis nach Fahrgästen, Samstagnacht sind es 38.000. Parkplätze gibt es kaum, die wenigen kosten ein Vermögen. Und die durchschnittliche Geschwindigkeit, mit der sich die Autos in Manhattan fortbewegen, beträgt offiziell 10,1 km/h. Meistens aber fließt der Verkehr noch deutlich langsamer – in den Straßen von New York.

Überblick: Alle News und Tests zum Chevrolet Camaro

Völlig übertrieben: Niemand braucht in New York ein Auto mit 432 PS.

Wer um Himmels willen braucht in so einer Stadt ein Auto mit 432 PS, mit Fenstern wie Sehschlitze, breit und flach und laut, eine Höhle auf Rädern, die mehr als 14 Liter schluckt? Ein Angeberauto. Eine Halbstarkenkarre. Wer? Wir. Der blutrote Camaro kämpft sich die 7th Avenue hinunter, kriecht auf die Neonlichter des Times Square zu, Millionen Menschen sind auf den Straßen. Und sie drehen sich nach unserem Rot-Runner um. Touristen, okay. Aber auch New Yorker. Drehen sich um und lächeln, zeigen mit dem Kinn auf dieses Geschoss im Retrolook, diesen Muskelprotz aus Hubraum und Hartplastik. Mit der fünften Generation des Camaro hat Chevrolet, hat der angeschlagene GM-Konzern alles richtig gemacht. Der Wagen ist laut wie Manhattan, böse wie die Bronx, schnell wie das Leben (nicht der Verkehr) in New York – und billiger als eine Nacht in der Penthouse-Suite des Hotels "Four Seasons" in der 57. Straße.

Auktion: Spektakuläre Musclecars unterm Hammer

Da ist noch Geduld gefragt: Der Camaro kommt erst im Frühjahr 2011 zu uns.

Knapp 23.000 Dollar kostet die LS-Version mit Sechszylinder, das sind derzeit 18.844 Euro. Den SS mit V8-Motor und 432 PS gibt es für umgerechnet 25.129 Euro. Daraus ergibt sich der wohl weltweit niedrigste Preis, den man für ein PS zahlen muss: 58,17 Euro. Vielleicht auch deshalb steht der Camaro für den Aufbruch bei GM. Das Erfolgsmodell leistete seinen Beitrag dazu, dass der einst größte Autobauer der Welt nach der Fast- Pleite nun erstmals wieder schwarze Zahlen schreibt. Im kommenden Frühjahr fährt der Camaro – als Coupé und als Cabrio – auch offiziell zu uns. Bisher verlangten freie Importeure rund 50.000 Euro. Chevrolet wird den dem deutschen Markt angepassten Camaro (Bremsen, Fahrwerk, Kühlung werden verändert) hoffentlich günstiger anbieten. Denn mit diesem Auto kommt etwas Manhattan nach Mannheim, ein bisschen New York nach Neu-Isenburg und ein Stück vom Big Apple nach Klein-Birnbach.

Dabei fährt sich der Camaro viel entspannter, als es sein Krawallimage erwarten lässt. Auch bei niedriger Drehzahl kann man lässig durch Little Italy cruisen, dann verzichtet das Muscle Car sogar auf den Sound, und man kann sich im Satellitenradio einen der gefühlten 1000 Sender reindrehen. Und auch für eine Überlandfahrt nach Long Island ist der Flachmann geeignet, weil komfortabel gefedert und eigentlich gar nicht so sportlich, wie er wirkt. In diesem Jahr, in dem bei GM mit Hoffen und Bangen auf den Marktstart des Elektroautos Chevrolet Volt gewartet wird, ist der Camaro mit seiner eher simplen Technik der wahre US-Held.

Als er im vergangenen Jahr in die US-Showrooms kam, war Scott Wilbur einer der ersten Kunden. Der 41 Jahre alte Grundschullehrer gab seinen Honda Civic Hybrid in Zahlung und trat damit freiwillig das Recht ab, mit dem Öko-Auto in leeren Sonderspuren fahren zu dürfen. "Der Camaro mag nicht besonders umweltfreundlich sein, aber mit diesem Auto stehe ich sogar gern im Stau", sagt Wilbur. Der Camaro hat seine Sicht auf General Motors wieder verändert. So sehr, dass er bereits eine Anzahlung auf die Bestellung seines nächsten Chevrolet geleistet hat. Den Volt.

Technische Daten Chevrolet Camaro:  V8-Motor, vorn längs • zwei Ventile pro Zylinder • Hubraum 6162 cm³ • Leistung 318 kW (432 PS) bei 5900/min • max. Drehmoment 569 Nm bei 4600/min • Hinterradantrieb • Sechsganggetriebe • Reifen 245/45 R 20 vorn, 275/40 R 20 hinten • Länge/Breite/Höhe 4836/ 1918/1377 mm • Leergewicht 1769 kg • Testverbrauch (AUTO BILD SPORTS CARS 12/09) 14,4 l Super plus • CO2 341 g/km • Tankvolumen 71 l • Spitze 250 km/h • 0–100 km/h in 5,0 s • Preis: ab 30.995 US-Dollar

Autor: Hauke Schrieber

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.