Chevrolet Corvette C5 (1997-2004)

Gebrauchtwagen Chevrolet Corvette C5 Gebrauchtwagen Chevrolet Corvette C5

Chevrolet Corvette C5 (1997-2004)

— 01.07.2005

Die Spaß-Maschine

Wenn Sie Tabledance, Hardrock und Fastfood lieben, sind Sie für eine gebrauchte Corvette C5 genau der Richtige. Kaufen Sie aber möglichst vom Erstbesitzer.

Karosserie und Antrieb

Eine seltene Ehre: Selbst Prince hat ihr ein Lied geschrieben, vergleichbaren Ruhm hat nur Cadillac von Bruce Springsteen geerntet. Für gewöhnlich ist es nämlich die Corvette, deren V8-Band den Beat angibt. Wer das gleichmäßige Blubbern einmal gehört hat, wird den V8-Virus nicht mehr los. In ihrer schlimmsten Ausprägung führt die Krankheit zum unstillbaren Wunsch, unbedingt selbst so eine Flunder zu besitzen.

Neu kostet eine C6 zwar weitaus weniger als ein Porsche 911 oder gar ein Ferrari F430, doch bei einer C5 ist nach vier Jahren weit mehr als die Hälfte dem Wertverlust geopfert. Corvette zum GTI-Preis, wer wird da nicht schwach? Kunststoff statt Blech macht im Karosserie-Bereich Hoffnung auf ein langes Leben. Zumindest der sichtbare Bereich, denn am Unterboden findet sich Stahl – und keine Konservierung. Eine Wachsschicht kann also nicht schaden.

Schäden durch Streusalz sind bei Gebrauchten am Unterboden selten, bekanntlich erlebt kaum eine Corvette einen Winter mit Eis und Schnee. Der Smallblock verzichtet auf Turbo, Vierventilköpfe und Kompressor. Er bietet pure Power aus rustikaler Technik, und zwar bei guter Pflege ein langes Autoleben lang. Genügsam auch die Getriebe, egal ob Automatik oder Schalter.

Verarbeitung und Elektrik

Damit ist die Liste der Vorzüge eigentlich leider schon zu Ende, denn die Verarbeitung der flachen Flunder polarisiert wie die Dienstauffassung von George Bush. Der Innenraum sieht aus, als hätte man Reste verarbeitet: die Materialien sind schlicht eine Zumutung. Im Sinne von "schöner wohnen" üben sich Corvette-Fahrer gern als Innenraum-Designer. Lack, Aluminium oder Carbon – selbst Schlangenleder-Imitat wurde bereits gesichtet. Sie verstehen bestimmt, daß wir dazu taktvoll schweigen und die Kaufentscheidung Ihrem persönlichen Geschmack überlassen.

Eine Enttäuschung für verwöhnte Ohren ist das Bose-Soundsystem. Nichts gegen den Hi-Fi-Spezialisten aus Boston, doch eine heftig beschallte Corvette erinnert nicht an den oft zitierten Konzertsaal, sondern eher an Lautsprecher im Fußballstadion. Defekt sind die Hi-Fi-Komponenten zudem auch gern. Zwar wurde der elektrische Strom in Amerika erforscht, so wirklich sicher gehen die US-Boys mit Plus und Minus aber heute noch nicht um. Bestes Beispiel: die Kraftstoffanzeige – sie arbeitet leider ziemlich unpräzise. Auch die Benzinpumpe macht Probleme. Für ihren Ersatz begehrt der Fachschrauber etwa 650 Euro. Dafür wird er seinen Job bestimmt routiniert ausführen, denn der Pumpendefekt ist alles andere als selten. An komplexen Elektronik-Funktionen mangelt es hier nicht, der Kauf von Privat sollte keinesfalls ohne Fachmann geschehen.

Für Sparfüchse ist die Anschaffung einer C5 übrigens nicht ratsam, denn die Folgekosten sind hoch. Zum Beispiel Reifen: Ein Satz des mit Notlaufeigenschaften ausgestatteten Goodyear Eagle F1 GS (vorn 245er, hinten 275er) kostet beim Fachhändler fast 1400 Euro. Sie halten bei forscher Fahrweise leider nicht sehr lange. Das gleiche gilt für die Bremsen.

Verbrauch und Unterhalt

Wobei: Die C5 ist zwar ein waschechter Sportwagen, sie verführt allerdings nicht zum Rasen. Ihre Stärken liegen auf der Autobahn, hier geht auch der Spitzenverbrauch von etwa 20 Litern in der Stadt auf sozialverträgliche elf Liter zurück. Manche C5-Fahrer wollen sogar nur 8,5 Liter verbraucht haben. Vor langen Hochgeschwindigkeitsfahrten sei an dieser Stelle gewarnt: Das Hinterachsdifferential ist nicht vollgasfest und überhitzt schnell.

Ob Cabrio oder Coupé ist in erster Linie eine Geschmacksfrage, die Preisdifferenz ist erstaunlich gering. Und wer sich nicht entscheiden kann, freut sich bestimmt über das ausbaubare Glasdach des Coupés, das fast Cabrio-Gefühle weckt. Ob wir nun eine gealterte Corvette C5 empfehlen? Jein. Wer ernsthaft über eine Anschaffung nachdenkt, köchelt seine Vernunft sowieso auf Sparflamme und hat mit den Unterhaltskosten keine Probleme.

Sparbrötchen unter den US-Fans dagegen freuen sich, daß Daewoo nun ein Chevrolet-Zeichen auf die Haube bekommen hat. Wer aber eine brutale Spaßmaschine ohne Starallüren sucht, ist hier genau richtig. Der Preis stimmt, und über die lieblose Verarbeitung sehen wahre Fans gnädig hinweg. Also: Auf zum freundlichen Herrn bei der Sparkasse – und dann ab zum Gebrauchtwagenhändler! Man lebt bekanntlich nur einmal ...

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1997 Präsentation der Corvette C5 auf der Detroit Motor Show. Das Coupé geht in den USA mit herausnehmbaren Dachmittelteil und mit Hardtop an den Start 1998 Das Cabrio kommt und überrascht mit einem konventionellen, von außen zugänglichen Kofferraum 2003 Alles Gute zum 50. Corvette-Geburtstag! Und zwar mit dem Sondermodell 50th Anniversary 2004 Einstellung der C5 2005 Start für die Nachfolgerin C6

Schwachstellen • nicht billig ist ein neuer Auspuff • die Hinterachse neigt zum Lecken (Differential, Radlager) • bei den Baujahren bis 2001 machte die Batterie von AC Delco Probleme: Säure lief aus • Hi-Fi-System prüfen, CD-Player und Lautsprecher gelten als anfällig • Sitze testen – der Schaumstoff ist nicht besonders stabil • unbedingt Fehlermeldungen des Bordcomputers auslesen

Reparaturkosten Preise inklusive Mehrwertsteuer ohne Arbeitszeit am Beispiel einer Chevrolet Corvette aus dem Baujahr 2001, 253 kW/344 PS. Verschleißteile sind gelegentlich notwendig und nicht billig, vor allem ein Auspuff belastet den Corvette-Haushalt heftig.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Eine gebrauchte Corvette C5 ist eindeutig eine Bauchentscheidung – und kann dennoch nicht falsch sein. Es gibt keinen vergleichbaren Sportwagen zum Corvette-Tarif. Allerdings sollte der Käufer leidensfähig sein, denn Präzisionsfanatiker werden an der Corvette-Verarbeitung nur wenig Freude finden." Nikolaus Eickmann, AUTO BILD TEST&TUNING-Redakteur und Kfz-Mechaniker

Modellempfehlung Chevrolet Corvette C5 (253 kW/344 PS)

Steuer/jährlich: 384 Euro, Euro 3/D4 Verbrauch: Werksangabe 13,1 l/100 km, Testverbrauch 15,7 l/100 km Versicherung: Vollkasko (30, 300 Euro SB): 3176 Euro, Teilkasko (30, 150 Euro SB): 617 Euro, Haftpflicht (18): 649 Euro (Allianz, 100%) Inspektion/Kosten: je nach Verschleiß, 300 bis 650 Euro Wertverlust: Die erste C5 aus dem Jahr 1997 hat laut Schwacke bereits 74 Prozent verloren. Die Realität ist für Verkäufer oft noch härter

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