Teamfeier in Macau

Chevrolet gewinnt Tourenwagen-WM

— 22.11.2010

Chevrolet ist Weltmeister

Chevrolets Werkseinsatz in der Tourenwagen-WM wird vom Marketinginstrument zum sportlichen Aushängeschild des US-Autobauers. Doch der Weg zum ersten Weltmeistertitel war hart.

Mit einem Doppelsieg im ersten Finalrennen macht Chevrolet alles klar. Robert Huff (30) quert als erster die Ziellinie und gewinnt das erste Sprintrennen in Macau vor seinem Teamkollegen Yvan Muller (41). Damit geht für Chevrolet ein lange gehegter Traum in Erfüllung – sie sind Weltmeister. Die Truppe um das britische Einsatzteam RML (Ray Mallock Limited) gewinnt sowohl die Hersteller- als auch die Fahrerwertung in Person von Yvan Muller. Im Ziel ist der Franzose, der bereits 2008 im Cockpit eines Seat Leon TDI zum Titel fuhr, nicht mehr zu halten. Er springt aus dem Auto und herzt jeden seiner Mechaniker einzeln. In der anschließenden Pressekonferenz fasst er sein Glück in Worte: "In 14 von 22 Rennen auf dem Podium zu stehen ist einer der Schlüssel zum Titelgewinn, aber um Weltmeister zu werden braucht es mehr. Das ganze Team hat geholfen, wir Fahrer, die Ingenieure und Mechaniker haben großen Einsatz gezeigt."

Übersicht: News und Tests zu Chevrolet

Überwältigt: Nach der Einfahrt in die Boxengasse umarmt Weltmeister Yvan Muller seine Mechaniker-Truppe.

Sein Chef, Motorsport Manager Eric Nève ist ebenfalls überwältigt. Er berichtet: "Jeder von uns fühlt heute, dass wir etwas ganz Besonderes geleistet haben. Dies ist ein großer Moment." Seit 2005, als Chevrolet sein Werksengagement in der Tourenwagen-WM startete, ist der Motorsport Manager an Bord und hat alle Höhen und Tiefen miterlebt. Er schwelgt in Erinnerungen: "Wenn ich einen Moment der letzten sechs Jahre noch einmal erleben könnte, dann wäre es unser Debütwochenende in Monza 2005." Damals belegten die Blauen, zu dieser Zeit noch mit drei Chevrolet Lacetti für Robert Huff, Alain Menu (47) und Nicola Larini (46) am Start, bei ihrem ersten Lauf die Qualifikationsplätze 21, 22 und 23. "Wir hatten dreieinhalb Sekunden Rückstand auf die Spitze", erinnert sich Nève und sagt stolz, "das allein zeigt, welch großartige Entwicklung wir seitdem durchlaufen haben." Schmunzelnd fährt er fort: "Am Ende dieses Wochenendes hatten wir eine Liste mit Dingen, an denen wir noch arbeiten mussten. Sie umfasste nicht weniger als 160 Punkte. Ich denke inzwischen haben wir alle Punkte abgearbeitet."

Weltmeister-Titel resultiert aus sechs Jahren harter Arbeit

Historischer Höhepunkt: Alain Menu holt 2006 in Brands Hatch (GB) mit dem Chevrolet Lacetti den ersten WTCC-Sieg der Blauen.

Bis zum Weltmeistertitel war es allerdings ein langer Weg. Die Idee hinter dem werksseitigen Einstieg in die Tourenwagen-WM bestand in der Wiedereinführung der Marke Chevrolet auf dem europäischen Markt im Jahr 2005. Mit der Verkündung des WTCC-Programms am 9. Dezember 2004 begann ein wahrer Entwicklungsmarathon, der noch lange nicht zu Ende ist. Bereits in der Debütsaison stellten sich erste Erfolge ein. Beim sechsten Lauf in Mexiko sammelten Robert Huff und Nicola Larini die ersten WM-Zähler. Ein Jahr später schreibt Alain Menu im verregneten Brands Hatch (GB) Geschichte. Der Schweizer beschert Chevrolet den ersten Sieg in der Tourenwagen-WM. 2007 holen die Blauen zum ersten Mal die Poleposition, erneut errungen von Menu. Im Laufe des Jahres stellen sich zunehmend Erfolge ein, Chevrolet wird hinter BMW und Seat die dritte Kraft in der Tourenwagen-WM.

Fahrzeug- und Fahrerwechsel

2008 setzt sich diese Entwicklung fort, dennoch stößt der in die Jahre gekommene Renn-Lacetti an seine Grenze. So schickt Chevrolet ihn am Jahresende mit 14 Siegen in 86 Rennen in Rente. Ab diesem Zeitpunkt geht das Werks-Trio Huff, Larini und Menu mit dem neuen Chevrolet Cruze ins Rennen, welcher im gleichen Jahr in Serienproduktion geht. Nach dem Fahrzeugtausch im Winter 08/09 beginnt sich ein Jahr später das Fahrerkarussell zu drehen. Der damalige Vizeweltmeister Yvan Muller kommt von Seat und ersetzt Nicola Larini. Gleichzeitig schufftet die Chevrolet-Truppe den gesamten Winter hart und beschleunigt die Entwicklung des Cruze rasant. Rund zehn Monate später erntet das Team die Früchte der Arbeit. In Macau stemmen sie den ersten Tourenwagen-Weltmeisterpokal der Markenhistorie.

Entwicklung für 2011 ist voll im Gange

Zukunft: Ab 2011 führt die WTCC den neuen 1,6-Liter-Turbomotor ein. Chevrolet testet den neuen Motor im Cruze bereits auf Hochtouren.

Doch ausruhen wird man sich auf diesem Titel nicht. Noch vor Ablauf der Saison beginnt Chevrolet mit den Testfahrten für 2011. Bereits seit Januar tüfteln die Entwickler in England am neuen Weltmotor, einem 1,6-Liter-Benzinmotor mit Turboaufladung, der im kommenden Jahr in der Tourenwagen-WM eingeführt wird. Als bisher einziger Hersteller hat Chevrolet bereits sein WTCC-Engagement sowie das Fahrer-Trio Muller, Huff und Menu für die kommende Saison bestätigt. Dann wollen die Blauen ihren Weltmeistertitel verteidigen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Autor: Sascha Höpfner

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