Chevrolet Trax: Fahrbericht

— 15.10.2012

Das zweite Gesicht des Mokka

Kleine SUVs sind die Stars von morgen. Da will auch GM mitmischen und schickt den Chevrolet Trax ins Rennen – den Bruder des Opel Mokka.



Wer sich klein macht, kommt besser durchs Leben, glauben manche. Sicherlich stimmt das nicht immer und überall, auf jeden Fall aber bei Autos und im Straßenverkehr. Ab nächstem Frühjahr will Chevrolet mit einem kleinen SUV à la Mini Countryman oder Skoda Yeti besser durch- und ankommen. Und noch bevor der Trax in Paris auf dem Autosalon seine Weltpremiere feierte, haben wir ihn schon in San Francisco gefahren. Das ist unter anderem deswegen interessant, weil es sich um das Schwestermodell des Opel Mokka handelt. Mit dem Trax zeigt der Mokka also sein zweites Gesicht.

Erster Fahrbericht: Opel Mokka

Eigenständig: Der Chevrolet Trax unterscheidet sich optisch von Plattformbruder Opel Mokka.

Optisch lässt der Chevrolet aber keinerlei Verwechslungsgefahr aufkommen. Der hohe, bullige Grill und die deutlich betonten Radhäuser geben ihn klar als Chevy zu erkennen – und stehen dem kleinen Kraxler richtig gut. Der Trax ist mit 4,25 Meter Länge gegenüber dem Mokka drei Zentimeter kürzer und bei identischer Breite tatsächlich 16 Millimeter höher. Damit wirkt er bullig, aber keinesfalls plump. Obwohl bei unserer ersten Begegnung noch nicht die Version für den europäischen Markt zur Verfügung stand, machen die ersten Meilen Lust auf mehr. Der Federungskomfort erreicht zwar nicht das Niveau eines kompakten Pkw. Selbst schlecht geflickte US-Highways nimmt der Trax aber mit Anstand – und ohne allzu derbe Schläge auszuteilen. In der von uns gefahrenen Topversion haben allerdings auch die gut gepolsterten Ledersitze zum alltagstauglichen Komforteindruck beigetragen. Dem zuliebe verzichtet Chevrolet auf ein herausragendes Handling oder auf spitzenmäßige Sportlichkeit – und tut gut daran. Wer einen Sportwagen will, sollte nicht in der SUV-Abteilung suchen.

Überblick: SUVs und Geländewagen bei AUTO BILD ALLRAD

Zwei Benziner, ein Diesel: Zum Marktstart bietet der Trax drei Motorvarianten – von 115 bis 140 PS.

So verzeihen wir dem Trax seine Neigung zum Untersteuern ebenso wie die mitteilungsarme Lenkung. Welche Familie braucht schon Bestzeiten auf der Nordschleife? Schon eher steht Platz auf deren Wunschliste. Und davon bietet der Trax ausreichend. In Reihe zwei geht es ab 1,90 Metern zwar kuschelig zu, alltägliche Strecken bis hin zum Kurzurlaub lassen sich aber gut aushalten. Auch größere Mengen Gepäck bereiten angesichts von 356 bis 1370 Liter Stauraum normalerweise keine Probleme. Die Klapptechnik der geteilten Fondbank lässt allerdings Raffinesse vermissen: Das Sitzpolster muss erst hochgestellt, die Lehne dann heruntergeklappt werden. Sind die Vordersitze weit zurückgeschoben, funktioniert das nicht mehr. Und wird die Beifahrersitzlehne nach vorn flach gelegt, verhindert das senkrecht stehende Sitzpolster der Fondbank, dass lange Gegenstände einfach bis nach vorn durchgeschoben werden können. Die Motorenpalette des Trax umfasst zum Verkaufsstart im Frühjahr drei Varianten. Neben dem 1.7 CDTI mit 130 PS stehen zwei Benziner zur Wahl: ein 1,6-Liter-Sauger mit 115 PS sowie der 1,4-Liter-Turbo mit 140 PS.

Dem durchaus lebendigen 1.4 T macht die mitunter etwas kraftraubende Automatik das Leben unnötig schwer. Auch wenn die Werksversprechen mit rund zehn Sekunden auf Tempo 100 und fast 200 km/h Höchstgeschwindigkeit gar nicht so schlecht klingen, bedarf es schon hoher Drehzahlen, um den Trax wirklich flott zu bewegen. Für Deutschland wird es die Automatik allerdings auch nur mit dem Diesel geben. Allrad gehört beim 140-PS-Trax hingegen zur Serie. Zu den Preisen schweigt Chevrolet derzeit noch. Wir schätzen, dass es knapp unterhalb des Mokka bei gut 18.000 Euro losgeht. Was den Trax noch etwas attraktiver macht.

Technische Daten Chevrolet Trax 1.4T AWD Vierzylinder, Turbo, vorn quer • Hubraum 1364 cm³ • Leistung 103 kW (140 PS) bei 6000/min • max. Drehmoment 200 Nm bei 1850/min • Allradantrieb • Sechsganggetriebe • L/B/H 4248/1776 (2035)/1674 mm • Leergewicht 1380 Kilo • Tankinhalt 53 l • 0–100 km/h 9,8 s • Spitze 195 km/h • EU-Mix 6,4 l Super/100 km • CO2 149 g/km • Preis circa 23.000 Euro.
Gerald Czajka

Gerald Czajka

Fazit

Der Trax beweist, dass SUVs nicht groß und auch nicht unbedingt teuer sein müssen. Er passt einfach hervorragend in die Zeit – und in diesem Wachstumssegment findet auch sein Bruder Opel Mokka noch genug Platz.

Stichworte:

Kompakt-SUV

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