Chrysler 300C

Chrysler 300C Chrysler 300C

Chrysler 300C

— 01.03.2004

Die E-Klasse von Chrysler

Fünf Meter lang, mächtiger V8 und Heckantrieb: Der 300C wird Chryslers neues Flaggschiff. Eine Limousine wie ein getunter Sportler.

Reichlich Technik von Mercedes-Benz

Was rollt denn da auf uns zu? Ein imposanter Chrysler mit klassischem V8 und noch klassischerem Heckantrieb! Seine Botschaft ist klar: Der 300C ist die Neu-Interpretation der legendären Muscle-Cars der 60er und 70er Jahre.

Und so fährt er sich auch: Beim Tritt aufs Gas schießt er mit quietschenden Rädern nach vorn. Nur kurz grummelt er wie ein amerikanischer V8, ab 4000 Touren faucht der 5,7-Liter-Bigblock heiser aus den verchromten Endrohren. Das ist neu bei Chrysler: eine Limousine, die sich aufführt wie ein getuntes Sportmodell. Kein anderer Ami-Viertürer vermittelt so viel Fahrspaß.

Mit diesem Pfund möchte Chrysler wuchern und gegen Alfa 166, Volvo S80 und Jaguar S-Type antreten. Lange Haube, schmales Fensterband, 18-Zoll-Räder und ein Riesengrill unterstreichen den Premiumanspruch – und der entsteht vor allem deshalb, weil unter dem maskulin geformten Blech reichlich Mercedes-Benz-Technik steckt.

11,4 Liter sind ein frommer Wunsch

So stammen Fahrwerk, Automatik, ABS und ESP (Schleuderschutz) von der E-Klasse. Sichtbar wird der schwäbische Einfluss nur beim Blinker- und Tempomathebel. Trotz Technologietransfer beschwören die Chrysler-Boys den uramerikanischen Charakter des 300C. Den formt neben der voluminösen Optik hauptsächlich der so genannte HEMI-Motor. Das Kürzel ist eine Verbeugung vor der Chrysler-Historie. In den 50ern wurde die Firma damit berühmt, das Spritgemisch in halbkugelförmigen (hemisphärischen) Brennräumen zu verfeuern.

Geschichte ist das eine, moderne Kunst das andere: Um dem Hemi-Hammer das Saufen abzugewöhnen, werden im Teillastbereich die vier innen liegenden Zylinder stillgelegt. Von 25 bis 120 km/h soll so der Benzinverbrauch um 20 Prozent sinken und einen Durchschnittswert von 11,4 Litern ermöglichen – sagt Chrysler. Ein frommer Wunsch. Nach 400 Kilometer Testtour errechnete der Bordcomputer 14 Liter Super für 100 Kilometer. Auf deutschen Straßen dürften es eher noch mehr sein.

Das Fahrwerk verträgt eine zügige Gangart überraschend gut. Kein lästiges Nachwippen auf Bodenwellen, wenig Karosserieneigung beim Einlenken und ein ESP, das Fahrfreude nicht schon im Keim erstickt. Nur die Lenkung wirkt ungenau und reagiert auf Unebenheiten zu stößig.

Technische Daten im Überblick

Dass ein fünf Meter langes Auto viel Platz bietet, versteht sich von selbst. Wer gerne hinter dicken Mauern lebt, wird sich im Chrysler wohl fühlen. Aber: Die rutschigen Ledersitze bieten zu wenig Seitenhalt. Kunststoffteile wie Cupholder, Brillenfach und Lichtschalter wirken nicht sonderlich wertig. Nach hinten wird die Sicht durch die Fondkopfstützen stark eingeschränkt. Die Einparkhilfe ist daher ein Muss. Gut: Viel Chrom, dicke Türgriffe und übersichtlich angeordnete Schalter sehen gut aus und erleichtern die Bedienung.

Als Aufbruch-Signal taugt der 300C 5.7 allemal. Später sollen zwei V6 (3.5/253 PS, 2.7/193 PS) folgen. "Ebenso wird es einen Diesel geben", verspricht Chrysler-Vize Wolfgang Bernhard, der künftige Mister Mercedes-Benz. Verkaufsstart des 300C ist die Jahresmitte. Der Preis steht noch nicht fest, soll aber deutlich unter dem eines Jaguar S-Type 4.2 liegen, rund 48.000 Euro betragen.

Technische Daten V8 • zwei Ventile je Zylinder • Hubraum 5654 cm³ • Leistung 250 kW (340 PS) bei 5000/min • max. Drehmoment 525 Nm bei 4000/min • Heckantrieb • Fünfgangautomatik • Einzelradaufhängung mit Mehrlenkerhinterachse • Scheibenbremsen, ABS, ESP, Bremsassistent • Kofferraum 504 Liter • Tank 76 Liter • Länge/Breite/Höhe 4999/1881/1483 mm • Radstand 3048 mm • Reifen 225/60 R 18 W • Leergew. 1840 kg • 0–100 km/h 6,4 s • Spitze 250 km/h • Preis ca. 48.000 Euro

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