Gebrauchtwagen

Chrysler 300C: Gebrauchtwagentest

— 16.03.2012

Für eine Handvoll Dollar?

Unter dem Blech des Chrysler 300C steckt Technik von Mercedes. Also cooler Ami-Look mit deutschen Tugenden? Wir haben getestet, wie verlässlich der Chrysler als Gebrauchter ist und zeigen, wie viel Geld man für US-Autos investieren muss.

Wofür steht eigentlich das C in der Typenbezeichnung des großen Chrysler? Vielleicht für Chamäleon. So wie das Tier seine Farbe wechselt, tauscht der Chrysler einfach seine Identität – und nennt sich seit März 2011 Lancia, mit Nachnamen Thema. Aus dem selbstbewussten Ami wurde ein stilunsicherer Italiener. Der 300C, ein rollender Italo-Western. Dabei war der 300C doch mal ein Mercedes. Rückblick: 1998 fand die "Hochzeit im Himmel" statt, Daimler und Chrysler gingen zusammen. Das Konzernbaby Chrysler 300C kam 2004 mit den Genen der Mercedes E-Klasse zur Welt, Bodengruppe und Achsen stammten vom W 210.

Unser Testwagen: Chrysler 300C

Unser Testwagen ist ein knapp fünf Jahre alter Chrysler 300C 3.0 CRD mit einer Laufleistung von 137.600 Kilometern. Zur ohnehin üppigen Serienausstattung orderte der Erstbesitzer das Luxury-Paket mit Lederpolstern, Soundsystem, ...

Chrysler 300C 1 von 5
Magna Steyr in Graz baute den 300er bis 2010 für den europäischen Markt. Gut für den Gebrauchtwagenkäufer, denn die Fertigungsqualität der in Österreich gebauten Modelle ist in Ordnung. Die Qualität der für den US-Markt in Kanada gebauten Modelle schwankt. So oder so – Leder und Kunststoffe im Innenraum erreichen kein Mercedes-Niveau. Dafür punktet der Chrysler mit seiner guten Ausstattung. ESP, Windowbags, Xenonlicht und elektrisch verstellbare Sitze sind neben klassenüblichen Dingen immer Serie.

Im Überblick: Alle Gebrauchtwagentests

Die bis 2008 angebotenen V6-Benziner wirken etwas schlapp, die V8-Motoren mit 5,7 und 6,1 Liter Hubraum (340 und 431 PS) sind ein Traum. Der jedoch an der Tankstelle zum Albtraum wird, Verbrauchswerte von mindestens 14 Litern sind die Regel. Die beste Wahl ist der drehmomentstarke V6-Diesel aus dem Mercedes-Regal, der das Motorenangebot 2005 komplettierte. Einen sieben Jahre alten 3.0 CRD mit einer Laufleistung von unter 100.000 Kilometer gibt es ab rund 14.000 Euro, für einen vergleichbaren Kombi (Touring) sind rund 1000 Euro mehr fällig. Wer nach einem SRT8 mit 6,1-Liter-V8 Ausschau hält, sollte mindestens 25.000 Euro einkalkulieren – und die Unterhaltskosten nicht auf die leichte Schulter nehmen. Der Typ ist was für Asphalt-Cowboys mit mehr als einer Handvoll Dollar. Auf welche Schwächen Autokäufer beim gebrauchten 300C achten sollten, erfahren Sie oben in der Bildergalerie. Außerdem zeigen wir, was andere US-Autos aus zweiter Hand kosten.

Chrysler 300C im autobild.de-Gebrauchtwagenmarkt

Kosten für die getestete Motorvariante
3.0 CRD (160 kW/218 PS)
Unterhaltskosten
Testverbrauch – CO2 9,4 l D/100 km – 250 g/km
Inspektion 300 bis 800 Euro
Haftpflicht (Typklasse 22)* 668 Euro
Teilkasko (Typklasse 25)* 177 Euro
Vollkasko (Typklasse 16)* 783 Euro
Kfz-Steuer (Euro 4) 463 Euro
* Onlinetarif der HUK24-Versicherung, Zulassung in Hamburg, Fahrer: Versicherungsnehmer und Partner (25 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 Kilometer, SFK 1 (60 Prozent).
Ersatzteilpreise**
Lichtmaschine 774 Euro
Anlasser 196 Euro
Wasserpumpe 407 Euro
Zahnriemen entfällt, Steuerkette
Endschalldämpfer (beide) 1805 Euro
Kotflügel vorn, lackiert 995 Euro
Bremsscheiben und -klötze vorn 443 Euro
**inklusive Lohnkosten und 19 Prozent Umsatzsteuer
Technische Daten
Motor V6-Turbodiesel/vorn längs
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/4
Hubraum 2987 ccm
kW (PS) bei U/min 160 (218)/4000
Nm bei U/min 510/1600
Höchstgeschwindigkeit 230 km/h
0–100 km/h 8,0 s
Getriebe/Antrieb 5-Stufen-Automatik/Hinterrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 71 l/Diesel
Länge/Breite/Höhe 5015/1880/1535 mm
Kofferrauminhalt 504 l
Leergewicht/Zuladung 1910/475 kg
Lars Busemann

Lars Busemann

Fazit

Kein Auto in der oberen Mittelklasse ist cooler als ein 300C. Die potenten V8-Motoren passen perfekt zum lässigen Auftritt, jedoch nicht zu deutschen Benzinpreisen. Erste Wahl ist der seit 2005 angebotene Mercedes-V6-Diesel mit serienmäßigem Partikelfilter. Urteil: 3,5 von 5 Sternen.

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