Chrysler 300C Touring 5.7 V8 HEMI AWD

Chrysler 300C Touring 5.7 V8 HEMI AWD Chrysler 300C Touring 5.7 V8 HEMI AWD

Chrysler 300C Touring 5.7 V8 HEMI AWD

— 29.08.2005

Ein Typ mit Charakter

5,7 Liter Hubraum, fünf Meter lang, fast 17 Liter Verbrauch – Chryslers Riesen-Kombi ist was fürs Auge, aber nichts für die Brieftasche.

Abwechslung im einheitlichen Kombi-Kosmos

Wunderwerte in der Aerodynamik liefert der 300C gewiß nicht. Ein dezentes Auftreten kann man dem chrombeladenen Fünfmeter-Kombi auch nicht unbedingt attestieren. Dennoch: Der große Ami hat was – eigenen Charakter. Wohltuend sticht er aus unserem crashoptimierten, geschmackskonformen Kombi-Kosmos heraus.

Damit ist nicht nur das Aussehen gemeint. Vor allem unter dem Blech versammelt sich einiges, was in normalen Familienkombis selten zu finden ist. Neben Luxus-Extras wie elektrisch verstellbaren Pedalen meine ich natürlich vor allem dieses Prachtexemplar vorn unter der Haube. Ein mächtiger Achtzylinder mit 5,7 Liter Hubraum und 525 Newtonmeter Drehmoment. Mit der magischen Bezeichnung HEMI verziert, weist der Motor zudem auf Chryslers glorreiche Motorsport-Vergangenheit hin.

Die üppigen 340 PS sind besonders deutlich in den unteren Fahrstufen zu genießen. Hier wuchtet sich der Chrysler am brutalsten voran, 6,3 Sekunden auf Tempo 100 sind ein Wort. Auch für souveränes Durchstarten auf der Autobahn fehlt es dem V8 nie an Druck. Obwohl gut zwei Tonnen Leergewicht und die vier bleischweren Antriebswellen des Allradantriebs dem US-Boy reichlich Reserven rauben. Dafür sorgt der nach Mercedes-Benz-4Matic-Prinzip gestrickte Vierradantrieb für beste Traktion.

Technische Daten, Preis und Wertung

Nur leider vereitelt die schon fast ängstlich-hastige Fünfstufen-Automatik gelassenes Gleiten. Zu früh schaltet der Automat eine, manchmal sogar zwei Stufen herunter. Dann schreit das Aggregat arg angestrengt.

Dem Verbrauch ist das natürlich nicht gerade zuträglich. Nein, dieses Frachtschiff ist nicht die passende Antwort auf die hohen Spritpreise. Im Schnitt rauschen fast 17 Liter Super in den HEMI-V8, gern auch deutlich mehr. Immerhin, eine Zylinderabschaltung hilft, den Durst zumindest ein wenig zu minimieren.

Das Fahrwerk scheint zuweilen ebenfalls abzuschalten. Eher passiv läßt die Federung Querfugen oder grobe Schlaglöcher über sich ergehen. Steif und laut hörbar rumpelt der 300C über Unebenheiten. Daß er zudem bei einem Preis von fast 55.000 Euro nur sauber nach Euro 3 ist, mag ich ihm kaum verzeihen. Aber auch starke Charaktere haben eben ihre Schwächen.

Autor: Jan Horn

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