Chrysler-Chef Dieter Zetsche

Chrysler-Chef Dieter Zetsche

— 10.06.2003

"Neue Modelle in der Pipeline"

Trotz des Milliardenverlusts will Chrysler noch in diesem Jahr die Gewinnschwelle erreichen. Mit weiteren Einsparungen und neuen Modellen.

Mit weiteren Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe will Chrysler-Chef Dieter Zetsche im Gesamtjahr ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen. Die DaimlerChrysler-Tochter, die wegen des anhaltenden Preiskampfes auf dem US-Markt im zweiten Quartal 2003 einen Milliardenverlust ausweisen wird, soll 2004 schwarze Zahlen schreiben. "Wir werden in diesem Jahr die Gewinnschwelle gerade erreichen", sagte Chrysler-Chef Zetsche der "Welt am Sonntag". "2004 wird das besser sein. Ich rechne fest damit, dass wir dann schwarze Zahlen schreiben werden", fügte er hinzu. Dabei setzt Zetsche auf Kostensenkung. "Wir ziehen die Kostenschraube noch einmal an und haben Kosteneinsparprogramme angeschoben, womit wir im laufenden Jahr zusätzlich eine Milliarde Dollar einsparen wollen. Das verschafft uns bei der Rabattschlacht zusätzliche Luft."

Der deutsch-amerikanische Autobauer DaimlerChrysler hatte vergangene Woche wegen des Preiskampfes in den USA seine Prognosen für das operative Ergebnis 2003 gesenkt. Die US-Tochter Chrysler werde allein im zweiten Quartal einen operativen Verlust von rund einer Milliarde Euro hinnehmen müssen, hieß es zur Begründung. Für das Gesamtjahr rechnet DaimlerChrysler daher nur noch mit einem operativen Gewinn von rund fünf Milliarden Euro. Bisher hatte der Autobauer einen Anstieg des operativen Gewinns im Vergleich zum Vorjahr (5,8 Millarden Euro) in Aussicht gestellt. An der bisherigen Strategie zur Sanierung von Chrysler will Zetsche weiter festhalten. "Unsere Strategie ist richtig, und wir werden sie umsetzen." Analysten hatten eine Abspaltung von Chrysler oder Änderungen im Management bei der US-Tochter ebenfalls als nicht sinnvoll bezeichnet.

Stärkere Nachfrage verspricht sich Zetsche von neuen Modellen (siehe AUTO BILD 23/2003), von denen "jede Menge in der Pipeline" seien. Sie kämen bis zum Frühjahr 2004 auf die Straße und würden sich positiv auf Image und Absatzzahlen auswirken. Deutliche Fortschritte sieht Zetsche bei der Verbesserung der Qualität. "Unsere Autos sind heute schon qualitativ viel besser als vor ein paar Jahren. Und in drei, vier Jahren werden wir auf dem Niveau der Besten im Markt stehen, was sich auch im Image auswirken wird." Zu Spekulationen, er könnte Mercedes-Chef Jürgen Hubbert nachfolgen, wollte sich Zetsche nicht äußern. "Zurzeit gilt meine ganze Aufmerksamkeit Chrysler."

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