Chrysler Crossfire gegen Mercedes-Benz SLK

Chrysler Crossfire 3.2 gegen Mercedes-Benz SLK 320 Chrysler Crossfire 3.2 gegen Mercedes-Benz SLK 320

Chrysler Crossfire gegen Mercedes-Benz SLK

— 14.10.2003

Wer ist am Ende vorn?

Lassen Sie sich nicht täuschen: Auch wenn wir Chrysler Crossfire und Mercedes-Benz SLK optisch zusammengeschweißt haben, sind die Technik-Zwillinge im Grunde doch völlig verschieden.

Mercedes Crossfire oder Chrysler SLK?

Vorhang auf für ein brandneues Auto: Sie sehen hier den Chrysler Crossfire, ausgestattet mit dem Klappdach des Mercedes-Benz SLK. Weltexklusiv bei uns. Passt doch bestens, oder? Doch leider – Sie haben es bestimmt bemerkt – handelt es sich bei dem großen Foto um eine Montage. Vorn die bullig-aggressive Front des Chrysler, hinten angesetzt das Knuddel-Heck vom Mercedes-Benz.

Die Idee ist gar nicht so weit hergeholt, stammt doch die Technik des Crossfire vom SLK. Bei Karosseriestruktur, Fahrwerk, Getriebe und so weiter griffen die Chrysler-Leute auf SLK-Teile zurück. 39 Prozent des Crossfire, um genau zu sein, kommen von Mercedes-Benz. Stellt sich natürlich die Frage, wo die Unterschiede liegen.

Zuerst einmal sieht der Mercedes-Benz ziemlich alt aus. Im Wortsinn. Das ist natürlich sein gutes Recht, schließlich wird er nun schon seit 1996 gebaut und nächstes Jahr erneuert. Direkt neben dem scharf geschnittenen Crossfire wirkt er bereits reichlich betagt. Denn der Ami macht eine Riesen-Show.

U-Boot-Atmosphäre im Crossfire

Egal ob Supermarkt, Tankstelle oder Boulevard: So schnell hat man noch nie neue Leute kennen gelernt. Das Beste aber: Oft wecken solche Racer sichtlich Neid. Nicht so der Chrysler. Dazu baut er mit nur knapp vier Meter Länge zu kurz, jeder Golf fühlt sich da größer. Die Kehrseite der kompakten Bauform: Platz gibt es kaum. Zwei Leute, sie sollten sich mögen und auch nicht zu groß gewachsen sein, finden Platz. Dazu wenig Gepäck. Das war's.

Im SLK geht es dabei – auch mit geschlossenem Dach – noch etwas luftiger zu als im bitterengen Crossfire. So ähnlich muss es in U-Booten aussehen. Zudem galt für den Chrysler offensichtlich noch die Vorgabe, jeweils etwas billiger wirkende Materialien einzubauen als im Mercedes-Benz. Die Mittelkonsole mit ihren Heizungsreglern auf Überraschungsei-Niveau sieht aus, als hätte sie ein Hobbybastler in der heimischen Garage mit Silberspray selber lackiert.

Fest verzurrt klemmen die Insassen dann jedenfalls zwischen Mittelkonsole, Lenkrad, Tür und Dach. Der Blick geht dabei nur in eine Richtung: nach vorn. Die Sicht seitlich und nach hinten beschränkt sich auf kleine Schlitze. Besonders dann, wenn ab Tempo 100 ein kleiner Spoiler ausfährt und die Heckscheibe fast komplett dicht macht. Bei Tempo 60 trollt er sich dann wieder, verschwindet surrend im Heck.

Motor und Fahreigenschaften

Der 3,2-Liter-V6 leistet im Chrysler wie im Mercedes-Benz 218 PS, genug für 250 km/h Spitze im Crossfire und 245 im SLK. Eigentlich ist er ja ein braves Großserien-Aggregat. Im Crossie aber haben sie ihn auf wild getrimmt: Er hängt quicklebendig am Gas, zieht bullig durch und röhrt dabei je nach Drehzahl heiser bis kernig. Bei Volllast auch mal richtig böse. Wer will, kann sich dann einen heiseren V8 unter der Haube vorstellen. Im SLK sitzt die sanftmütige Ausführung; der gleiche Motor macht hier durchweg weniger Lärm, faucht nur leise. Langsamer fährt er deshalb nicht, nur eben unspektakulärer.

Auch mit dem kräftigen V6 bleibt der SLK sich treu, ist mehr gepflegtes Cabrio als agiler Sportler. Er fährt sich handlich, bleibt stets gutmütig und erinnert mit seiner ausgewogenen Federung an eine komfortable Limousine. Etwas für die entspannte Tour.

Im agileren, bissigeren Chrysler bist du sofort hellwach. Dem Crossfire haben sie die Krallen geschärft, er liegt knackiger auf der Straße und geht entschlossener um die Ecken. Auch wegen der riesigen Räder – vorn 18-, hinten sogar 19-Zöller – federt er harscher, aber nicht erbarmungslos. Eine Überraschung sind die Bremsen: Hier steht der Ami kalt 1,5 und warm sogar 1,9 Meter früher als der Mercedes-Benz.

Kosten und Ausstattungen

Zudem kostet er mit 37.200 Euro 4096 Euro weniger als der SLK, Komplett-Ausstattung inklusive. Rennen gelaufen? Halt, nicht so voreilig. Schließlich hat der Mercedes-Benz ja das geniale Klappdach. Das ist vielleicht nicht das schönere Ende, ganz bestimmt aber das sonnigere.

Technische Daten und Testwerte

Gleicher Motor, gleicher Antriebsstrang – technisch sind SLK und Crossfire weitgehend identisch. Aber Chrysler gönnt sich richtig große Räder, da sind die 16-Zöller von Mercedes-Benz fast zierlich.

Fazit und Wertung

Fazit Zählt man die Punkte zusammen, liegt der SLK vorn. Schon richtig, das ist ein ziemlich geniales Auto, zu Unrecht etwas in Vergessenheit geraten: ein knuffiges Ganzjahres-Cabrio für zwei, bequem, ausgereift, bestimmt nicht langsam. Der Crossfire dagegen ist enger, lauter, nicht schneller und hat auch noch ein fest verlötetes Dach. Aber: So perfektes, großartiges Design haben wir lange nicht gesehen. Und das Auto hält, was die Form verspricht. Obwohl: Passt nicht doch vielleicht ein V8 unter die Haube?

SLK oder Crossfire – Ihr Urteil

Testwerte sind harte Fakten. Ob ein Auto letztlich ankommt, wissen aber nur die Verbraucher selbst – also Sie. Deshalb ist uns Ihre Meinung wichtig: Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und vergeben Sie eigene Noten für den oder die Test-Teilnehmer. Den Zwischenstand sehen Sie direkt nach Abgabe Ihrer Bewertung.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.