Chrysler Crossfire Roadster

Chrysler Crossfire Roadster Chrysler Crossfire Roadster

Chrysler Crossfire Roadster

— 19.05.2004

Voll cross ...

... dieser rassige Zweisitzer von Chrysler. Denn er ist schön, offen – und kostet nur 1200 Euro mehr als das Coupé.

Die Stoffmütze passt perfekt

Männlich, verheiratet, 30 bis 55 Jahre, Großstadtbewohner, stilbewusst, fährt gerne offenen Zweisitzer. Kennen wir. Sitzt beim ersten Sonnenstrahl im Straßencafé und nimmt die dunkle Brille auch bei leichtem Nieselregen nicht ab. Die Marketing-Experten von Chrysler haben genau ihn als potenziellen Käufer im Visier. Und den passenden Café-Cruiser im Angebot: Crossfire Roadster. Ein rassiger Zweisitzer in extravagantem Design.

Mit ihm möchte Chrysler pünktlich zum Sommer am boomenden Cabriomarkt mitmischen (143.533 Neuzulassungen allein in 2003). Nicht ganz einfach in einer Klasse, die hauptsächlich von BMW Z4, Audi TT, Porsche Boxster und Mercedes-Benz SLK beherrscht wird. Wie schon das Coupé, so wird auch der Crossfire Roadster ausschließlich bei Karmann gefertigt. Dass die Osnabrücker ihr Handwerk verstehen, zeigen Details. So laufen die Nähte des Verdecks hinten schräg zusammen, nehmen damit die Fugen des Kofferraumdeckels wieder auf. Insgesamt sitzt die Stoffmütze passgenau und perfekt, steht dem Roadster auch geschlossen ausgezeichnet.

Aufgrund der knappen Entwicklungszeit und natürlich der begrenzten Kosten entschieden sich die Ingenieure allerdings nicht für ein vollautomatisches Verdeck. Etwas Eigenhilfe ist also nötig: Ein zentraler Bügelgriff muss gedreht und zum Öffnen nach oben gedrückt oder beim Schließen nach unten gezogen werden. Was nicht wenig Krafteinsatz erfordert. Leichter drückt sich da der Schalter auf dem Mitteltunnel, und der Rest läuft in 22 Sekunden selbsttätig ab. Das Verdeck verschwindet mit Glasheckscheibe glatt und elegant unter einem Deckel mit Doppelhutze, die ein bisschen Rennsportatmosphäre aufkommen lassen soll.

Achslastverteilung von 57:43 Prozent

Im Kofferraum bleiben dann allerdings nur bescheidene 104 statt vorher 184 Liter. Golf spielen darf der männliche Großstädter also nicht. Und allzu genau hinsehen auch nicht, zumindest nicht auf die Mittelkonsole. Ich finde: Die Beschichtung wirkt etwas lieblos, die Oberfläche sieht nicht aus wie Metall und steht im krassen Gegensatz zu den wunderschönen Rundinstrumenten. Aber Chrysler weiß um dieses Problem, will das schnellstmöglich ändern.

Freude kommt dagegen auf, sobald der Sechszylinder gestartet ist. Das 3,2-Liter-Aggregat hat angesichts von 218 PS und 310 Nm leichtes Spiel mit dem 1,5-Tonnen-Roadster (nur 36 Kilo mehr als das Coupé) und entwickelt zwischen 3500 und 4500/min einen solch satten sportlichen Sound, dass man ihn immer wieder in dieses Drehzahlband treiben will. Mit all den Konsequenzen, die jeder Fahrer solcher Autos auf öffentlichem Asphalt zu durchleiden hat. Fahrspaß kollidiert eben häufig mit der StVO. Schalten wir also eine Stufe runter. Gerade im dritten und vierten Gang flott über kurvenreiche Landstraßen zu fahren schafft den Genuss, die Tempo-70-Schilder den Verdruss.

Fest steht: Die Chrysler-Entwickler haben das Fahrwerk des Roadsters sehr gut abgestimmt. Zug- und Druckstufen der Dämpfer wurden drei Prozent weicher gewählt. Bedeutet: Querfugen schlagen nicht hart durch, das grundlegend straffe Fahrverhalten bleibt indes erhalten. In Verbindung mit den breiten Continental Sport Contact 2 klebt das Cabrio förmlich auf der Bahn, erreicht hohe Kurvengeschwindigkeiten und lässt sich zielgenau einlenken. Mit dazu bei trägt auch die Achslastverteilung von 57:43 Prozent (vorn zu hinten).

Sechsgangschaltung könnte knackiger sein

Lediglich die Sechsgangschaltung muss sich Kritik gefallen lassen. Sie könnte knackiger und präziser sein. Auch die Haptik des Hebels hat Nachteile, so schön das Design auch wirkt. Besonders beim Einlegen des Rückwärtsgangs (mit Hochziehen) flutscht die glatte Form leicht aus der Hand. Wer nicht schalten möchte, kann den Crossfire auch mit einer Fünfgangautomatik ordern. Er kostet dann 39.800 statt 38.400 Euro, liegt damit ausstattungsbereinigt neun Prozent unter dem BMW Z4 und 13 Prozent unter dem Audi TT.

Die Chancen, künftig in dieser Cabrioklasse vorn mitzufahren, stehen also nicht schlecht. Dennoch wagt Chrysler keine Prognose. Auf die Frage nach dem Verkaufsziel antwortete Vertriebschef Bernd Hullerum lapidar: "So viel, wie es geht."

Technische Daten Sechszylinder-V-Motor • 3 Ventile je Zylinder • Hubraum 3199 cm³ • Leistung 160 kW (218 PS) bei 5700/ min • max. Drehmoment 310 Nm bei 3000 bis 4600/min • Hinterradantrieb • Sechsganggetriebe • Einzelradaufhängung vorn und hinten, ESP • Kofferraumvolumen 184 l (offen 104 l) •Tank 60 l • Länge/Breite/Höhe 4059/1766/1305 mm • Reifen vorn 225/40 ZR 18, hinten 255/35 ZR 19 • Leergewicht 1496 kg • Spitze 250 km/h • 0–100 km/h in 6,9 s • Preis 38.400 Euro

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Autor: Michael Specht

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