Jeep Cherokee 2.4

Chrysler Jeep Cherokee Chrysler Jeep Cherokee

Chrysler Jeep Cherokee 2.4

— 19.02.2002

Geglätteter Geländegänger

Für Fans war der Cherokee Kult. Nach 17 Jahren kommt jetzt sein Nachfolger - der Liberty, der bei uns weiter Cherokee heißt.

Modern modellierter Jeep

Porsche, Harley-Davidson und Jeep teilen das gleiche Schicksal: Jede Modellerneuerung provoziert Skepsis bei den Fans. Denn Veränderungen interpretieren engagierte Kunden als Misshandlung ihrer Ikone - das gilt für Elfer, Electra Glide oder Cherokee gleichermaßen. 17 lange Jahre stand der kantige Jeep Cherokee wie ein Fels in der Brandung rasch aufeinander folgender Modeströmungen, löste in den USA 1984 den Trend zum Sport Utility Vehicle (SUV) aus. Doch der einstige Eroberer zeigt seit Jahren Altersschwäche. Sein Design wirkt verwelkt, seine Technik antiquiert - also her mit dem frischen Nachfolger.

Im September 2001 kommt er zu uns und darf seinen Namen zumindest bei uns behalten - während er in der Neuen Welt Liberty heißen wird. Doch egal welcher Name: Der neue Cherokee baut 18 Zentimeter länger, 5,4 breiter und 16 höher als das aktuelle Modell. Sein Radstand wuchs sogar um 12,5 Zentimeter, was für deutlich mehr Bewegungsfreiheit sorgt - insbesondere auf der asymmetrisch teilbaren Fondbank. Sie erlaubt, den Kofferraum durch das Umlegen der Bank auf 1951 Liter zu erweitern.

Einprägsam wirkt der neue Cherokee leider nur von vorn. Sein typischer Jeep-Grill, die klassischen Rundscheinwerfer und eine sorgsam ausmodellierte Motorhaube stützen die Markenidentität. Cherokee sieht jetzt aus wie ein moderner Wrangler, wirkt aber nicht ganz so glatt und rund wie der große Bruder Grand Cherokee. Heckgestaltung und Interieur-Design erinnern dagegen an japanische Mitbewerber. Dem nachfolgenden Verkehr präsentiert der neue Jeep ein makellos-müdes Heck mit links angeschlagener Tür und separatem Heckfenster.

Deutlich verbessertes Fahrverhalten

Innen fallen zuerst die weißen Instrumente sowie die Schalter für den Tempomaten im Lenkrad auf. Die Steuerung der Klimatisierung erfolgt über fein justierbare Drehschalter in der Mittelkonsole. An ausgewählten Stellen beleben Blenden im matten Alu-Look die graue Plastiklandschaft mit einem Hauch von kühler Ästhetik. Das strukturierte "Soft Touch"-Material auf dem Cockpit sorgt für eine angenehme Materialanmutung. Auch unterm Blech wurde alles neu gemacht. Gegenüber seinem Vorgänger wirkt das Chassis deutlich verwindungssteifer, die Karosserie zittert selbst auf schlechten Straßen kaum.

Für ein Pkw-ähnliches Fahrverhalten weicht die vordere Starrachse einer Einzelradaufhängung mit Schraubenfedern und besonders robust ausgeführten Querlenkern. Hinten bleibt es bei der Starrachse, allerdings mit Schraubenfedern, Längs- und Querlenkern. Demzufolge überzeugt der neue Jeep durch deutlich verbessertes Fahrverhalten, schluckfreudige Federung und akzeptable Seitenneigung. Im Grenzbereich benimmt sich der neue Jeep gutmütig und untersteuert maßvoll. Auffallend präzise und mit erfreulich hohem Widerstand arbeitet die Lenkung.

Permanenter 4x4-Antrieb

Seine außerordentliche Bodenfreiheit von 25,5 Zentimetern und die Böschungswinkel von 38/32 Grad (vorn/hinten) lassen gute Geländetauglichkeit vermuten. Ein Plus, das ihn speziell über die auf Pkw-Fahrwerken rollenden Mitbewerber erhebt. Zudem zertifizierten die Jeep-Entwickler auch ihr jüngstes Kind als Rubicon-tauglich, die bekanntlich anspruchsvollste Offroad-Prüfung der Welt. Angetrieben wird der Neue wahlweise von 2,4-l-Vier- und 3,7-l-Sechszylinder-Benzinern oder einem aufgeladenen 2,5-l-Vierzylinder-Common-Rail-Diesel. Der 210 PS starke V6 löst den bisherigen Reihen-Sechszylinder mit vier Liter Hubraum ab.

Der Zweiventiler mit sanft schaltender Viergangautomatik überzeugt durch kultivierte Laufruhe und teilt sich nur bei höheren Drehzahlen unangenehm mit. Während in den USA eine preiswerte Einstiegsversion mit zuschaltbarem Allradantrieb angeboten wird, kommt der neue Cherokee zu uns ausschließlich mit permanenter 4x4-Kraft. Das Command-Trac genannte System verfügt über ein Reduktionsgetriebe mit Zentraldifferenzialsperre für schweres Gelände.

Dennoch nimmt dieser Jeep Abschied vom Image des harten Naturburschen. Zwar behält der Cherokee die Abenteuerlust im Blut - der Charakter von früher fehlt ihm aber.

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