Chrysler-Krise – Rettung durch GM?

Chrysler-Krise – Rettung durch GM?

— 19.02.2007

Zärtliches Beschnuppern

Die beiden krisengeschüttelten US-Autohersteller Chrysler und General Motors verhandeln angeblich über eine Kooperation. Stellungnahmen gab's nicht.

Die angeschlagene Daimler-Tochter Chrysler hat Medienberichten zufolge Kontakt zu General Motors aufgenommen. Sondierungsgespräche zwischen hochrangigen Managern beider Unternehmen haben demnach bereits begonnen. Stellungnahmen wurden jedoch beidseitig abgelehnt.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, denkbar sei eine Allianz nach dem Vorbild von Renault und Nissan, eine Komplettübernahme der US-Tochter von DaimlerChrysler durch den weltgrößten Autohersteller GM gilt hingegen unter Experten als unwahrscheinlich. Generell gebe es aber die Option für einen Verkauf von Chrysler, berichtete die "Detroit News".

Die Initiative für die Gespräche mit GM sei von Chrysler ausgegangen, hieß es. Vorbild für eine künftige Zusammenarbeit könnte die Allianz zwischen dem französischen Renault-Konzern und der japanischen Nissan-Gruppe sein. Dabei würden General Motors und Chrysler im Prinzip unabhängig bleiben, eventuell aber kapitalmäßig verflochten. Bei der Entwicklung, der Produktion und dem Verkauf von Autos könnten beide Konzerne wie ein einziges Unternehmen handeln.

Wenn eine solche Konstellation für GM einen Vorteil bringen würde, dann wäre der weltgrößte Autokonzern zu einer Allianz bereit, hieß es. Spekulationen über eine vollständige Übernahme von Chrysler durch General Motors hatten zuvor den Kurs der DaimlerChrysler-Aktie steigen lassen. Das Papier legte 1,31 Prozent auf 54,12 Euro zu und war damit den dritten Tag in Folge stärkster Wert im Dax. Die "Automotive News Europe" hatte als erste berichtet, es gebe Gespräche auf hoher Ebene zwischen DaimlerChrysler und GM über eine vollständige Übernahme von Chrysler.

Viele amerikanische Analysten sind wegen der weitgehenden Überschneidung der Produktpaletten von Chrysler und GM in Nordamerika im Hinblick auf eine Übernahme sehr skeptisch. GM würde durch einen Chrysler-Kauf zudem von seinen eigenen Restrukturierungsplänen zur Sanierung des schwachen nordamerikanischen Geschäfts abgelenkt. Außerdem habe Chrysler ebenso wie General Motors gewaltige Krankenversicherungs- und Betriebsrentenverpflichtungen. Chrysler-Allianzen mit anderen Autoherstellern halten viele Experten für wahrscheinlicher. Ihrer Ansicht nach würde das mehr Ersparnisse bei der Entwicklung und Fertigung von Autos bringen.

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