Chrysler vorerst zahlungsfähig — 05.05.2009

Grünes Licht vom Gericht

Chrysler darf die milliardenschweren Finanzhilfen vom Staat zur Schuldentilgung verwenden. Das Insolvenzgericht erteilte dafür jetzt die Genehmigung. Rettung bedeutet das trotzdem nicht.

Chrysler hat vom Insolvenzgericht grünes Licht für eine vorläufige Finanzierung bekommen. Der drittgrößte US-Hersteller darf milliardenschwere Regierungskredite für offene Rechnungen von Zulieferern und Händlern nutzen. Andernfalls hätte bei den Lieferanten eine Pleitewelle mit Folgen für die gesamte Autobranche gedroht. Einige Chrysler-Gläubiger wie etwa Hedge-Fonds sperrten sich auch am Dienstag (5. Mai) weiter gegen einen Kompromiss beim Schuldenverzicht. Sie blockieren damit die zur Rettung geplante Übernahme Chryslers durch den italienischen Fiat-Konzern, die Autogewerkschaft UAW und die US-Regierung.

17 Milliarden Verlust in 2008

Chrysler rechnet im laufenden Jahr mit einem erneuten Verlust von 4,7 Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro). Erst ab 2012 soll es wieder Gewinne geben, so die Planung laut Gerichtsdokumenten. Im vergangenen Jahr fuhr der drittgrößte US-Autobauer demnach einen Verlust von fast 17 Milliarden Dollar ein. Nach der mehrheitlichen Trennung vom deutschen Daimler-Konzern in 2007 hatte der nicht börsennotierte Hersteller keine Geschäftszahlen mehr vorgelegt. Gewerkschafts-Chef Ron Gettelfinger machte unterdessen klar, dass die UAW ihre geplanten Mehrheit an Chrysler von 55 Prozent nicht auf Dauer behalten wolle. Der Anteil solle verkauft werden, sobald dies finanziell sinnvoll sei, kündigte er an. Langfristig gilt eine Mehrheit von Fiat bei Chrysler als wahrscheinlich. Die UAW soll den Anteil für Milliardenforderungen des Gesundheitsfonds für Betriebsrentner bekommen. Das New Yorker Insolvenzgericht will heute Abend seine Entscheidung zum weiteren Zeitplan fällen. Chrysler fordert einen Abschluss des Verkaufsprozesses schon bis 21. Mai. Der Hersteller will binnen höchstens 60 Tagen – also spätestens Ende Juni – das Insolvenzverfahren wieder erfolgreich verlassen.

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