Chrysler zurück in der Gewinnzone

Chrysler zurück in der Gewinnzone

— 30.07.2002

Zetsche plant die Zukunft

Der deutsche Chef von Chrysler hat es geschafft: Mit einem drastischen Sparprogramm führt Dieter Zetsche den amerikanischen Autohersteller schon 2002 wieder in die Gewinnzone.

Chrysler-Chef Dieter Zetsche hat ehrgeizige Zukunftspläne für sein Unternehmen, nachdem er das Sanierungsziel für den noch 2001 in einem Milliardenloch steckenden drittgrößten US-Autohersteller vorzeitig erreichen wird. Zetsche sagte der Presseagentur dpa, er erwartet auch für das dritte und vierte Quartal 2002 "positive" Resultate. Die amerikanische DaimlerChrysler-Tochter war in den beiden ersten Quartalen bereits in die Gewinnzone zurückgekehrt. Ursprünglich sollte Chrysler in diesem Jahr nur die Gewinnschwelle erreichen.

In dem Sanierungsplan Zetsches sollten 26.000 Stellen gestrichen und sechs Betriebe geschlossen werden. Der Personalabbau werde mit Ausnahme von 1000 bis 2000 Stellen bereits am Jahresende vollzogen sein, erklärte der aus Stuttgart entsandte Chrysler-Boss. Dann werde Chrysler nur noch etwa 100.000 Mitarbeiter haben. Auch die angekündigten sechs Chrysler-Betriebe werden dann bereits geschlossen sein. Zetsche will in den kommenden fünf bis zehn Jahren den Absatz um eine Million Autos erhöhen. Er geht für dieses Jahr von etwa 2,7 Millionen bis 2,8 Millionen Neuwagen aus. Gleichzeitig sollen "mit weniger Geld mehr neue Modelle" entwickelt werden. Chrysler wolle rund 30 Milliarden Dollar bis 2006 ausgeben. Die frühere Planung war von 42 Milliarden Dollar ausgegangen.

Trotzdem will der Chrysler-Boss fünf Modelle mehr anbieten als bisher geplant. In den kommenden drei Jahren sollen elf neue und zehn verbesserte Modelle auf den Markt kommen. Zetsche will die starke Chrysler-Position bei den so genannten "leichten Trucks", sprich Minivans, Pickups und Geländewagen, trotz harter Konkurrenz verteidigen und ausbauen. Chrysler macht 70 Prozent seines Gesamtabsatzes mit solchen Fahrzeugen. Bei Minivans hält Chrysler 40 Prozent des US-Gesamtmarktes.

Gleichzeitig will Chrysler aber auch den rasch expandierenden ausländischen Pkw-Herstellern härter begegnen. "Wir schlagen zurück", kündigte der Chrysler-Chef an. Am amerikanischen Verkaufsanreiz-Wettlauf ist auch Chrysler beteiligt. Derzeit liegen die Chrysler-Verkaufshilfen in den USA bei rund 2600 Dollar pro Auto – und damit niedriger als General Motors und Ford. Zetsche will Kunden in Zukunft mit neuen attraktiven Modellen und besserer Qualität anlocken. Chrysler will auch Kosten durch die Verwendung gemeinsamer Teile mit Mercedes und Mitsubishi sparen. Doch es werde sich um Teile handeln, "die nicht das Markenimage betreffen". (dpa)

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.