Citroën C5 3.0 V6 Exclusive

Citroën C5 3.0 V6 Exclusive Citroën C5 3.0 V6 Exclusive

Citroën C5 3.0 V6 Exclusive

— 26.02.2002

C5 - Die Glanznummer?

Ein neuer Citroën, das ist mehr als ein neues Auto. Auch wenn er schlicht C5 heißt - und genauso aussieht. Kommt die Offenbarung beim Fahren?

Willkommen im Club der Biedermänner

Saxo, Xsara oder Xantia - bei Citroën gibt es klangvolle Namen. Mit so viel Romantik ist aber bald Schluss. C5 heißt also das neue Auto. Perspektivisch der Nachfolger des Xantia - dieser wird aber erst mal weitergebaut, solange Bedarf besteht. C steht für Citroën, die 5 zukünftig für Mittelklasse. So profan der neue Name, so fantasielos das Design. Au revoir Charme und Extravagance à la DS oder CX, willkommen im Club der Biedermänner. Der C5 ist eine brave, pausbäckige Limousine geworden. Bestimmt nicht unansehnlich, aber keine Schönheit auf den ersten Blick.

Auf den zweiten immer noch nicht, immerhin blitzen einige ungewöhnliche Ideen durch: Was aussieht wie ein Stufenheck, ist in Wirklichkeit ein Schrägheck mit großer Heckklappe. Und der C5 überragt mit 1,48 Meter Höhe andere Mittelklasse-Autos deutlich. VW Passat (1,44 Meter) und Ford Mondeo (1,43 Meter) kommen ihm noch am nächsten.

Im Citroën vermittelt das etwas mehr an Höhe tatsächlich ein Raumgefühl fast wie im Van. Ein Eindruck, den die weit vorn liegende Scheibe unterstreicht, aber auch der Fond ähnelt eher einem Großraumabteil. Und mit der Klappe im Heck wird diese Limousine tatsächlich fast zum Transporter: 456 Liter schluckt das Lastenabteil, mit umgelegter Rückbank (Serie) sogar erstaunliche 1310 Liter. Nicht nur Zahlen, sondern gut nutzbarer Raum, da keine Radkästen stören.

Innenraum und Fahrwerk

Auf firmentypische Eigenarten bei der Einrichtung hat Citroën verzichtet. Kein Lupentacho oder Bedienungssatellit stürzt uns in Verwirrung. Instrumente und Armaturen in klassischer Anordnung geben keine Rätsel mehr auf. Mehr noch, sie nehmen uns Arbeit ab. Ein Regensensor aktiviert bei Niederschlag nicht nur die Scheibenwischer, sondern schließt auch von allein offene Fenster oder Schiebedächer. Ein Helligkeitssensor schaltet das Abblendlicht ein, beim heftigen Bremsen springt der Warnblinker an und so weiter ...

Eigentlich können wir den Scheibenwischer noch allein bedienen, aber ehrlich, man kann sich an so was gewöhnen. Weniger bequem sind dagegen inzwischen die Citroën-Sitze. Keine pompösen Sessel mehr à la Versailles, sondern eher Pariser Metro: mäßige Polsterung, wenig Seitenhalt, die Lehne im Fond ist zu niedrig. An einer Spezialität indessen hält Citroën unverdrosen fest: an der hydropneumatischen Federung. Weiterentwickelt heißt das System inzwischen Hydractives Fahrwerk III.

Die Theorie klingt überzeugend, die Praxis fühlt sich anders an. Fahren wie Gott in Frankreich? Vorbei. Der C5 federt zwar durchaus komfortabel, aber keineswegs überirdisch gut. Querfugen und kleine Unebenheiten kommen sehr real als kurze, trockene Stöße durch. Auf schlechter Piste rappelt und poltert die Hinterachse kräftig. Lange Bodenwellen nimmt der C5 dafür elegant, bleibt ruhig und gelassen. Da stört dann kein Nachschwingen und kein Wanken. Aber gerade diese krassen Gegensätze stören im Alltag.

Motor und Getriebe

Weit höher legt der Citroën den Maßstab beim Spitzenmotor der Baureihe. Dieser Dreiliter-V6, den wir auch bei Peugeot finden, ist mit 207 PS immerhin das stärkste Citroën-Aggregat aller Zeiten. Es entwickelt souveräne Kraft und gute Manieren dazu. Der C5 zeigt damit ungeahntes Temperament. Und das, obwohl der prächtige Motor von einer überforderten Viergangautomatik geknebelt wird.

Dem Getriebe fehlt zum einen der mittlerweile übliche fünfte Gang, deshalb sind die Sprünge vor allem von der dritten in die vierte Stufe sehr groß. Zum anderen schaltet es fast immer zu nervös, unter Last auch gern ruckelig. Nur wenn man es gemächlich angehen lässt, fällt die Automatik nicht weiter auf. Und zum Sportler ist der C5 ja sowieso nicht geboren: Der beim 3.0 geschwindigkeitsabhängigen Lenkung fehlt die Giftigkeit früherer Citroën, dafür vermittelt sie jetzt wenig Gefühl um die Mittellage, arbeitet nicht sehr präzise und verhärtet bei schnellen Manövern.

Das ergibt dann insgesamt ein etwas schwerfälliges Handling - unproblematisch und auch in Extremsituationen weitgehend gutmütig, aber nicht sehr agil. Besser ist die Abstimmung der Bremsen gelungen: Sie lassen sich gut dosieren und verblüffen mit hervorragender Verzögerung.

Preise und Ausstattungen

Als erstklassig darf auch die Exclusive-Ausstattung gelten: Die hat alles, was der Aufpreis-Katalog so hergibt - und mehr. Schraubt allerdings den Preis des C5 3.0 V6 Automatik auf 58.968 Mark. Wer es lieber ein paar Nummern kleiner hätte, für den gibt es einen 1,8-Liter-Vierzylinder ab 38.334 Mark. So gesehen, ist der C5 bestens in Form.

Fazit und Technische Daten

Fazit Der C5 ist kein Hingucker, verfügt aber dank seines Platzangebots über innere Werte. Hydropneumatik und Automatik überzeugen nicht, der V6 umso mehr. Bessere Ausstattung gibt es für diesen Preis nirgendwo, dafür hat der Franzose aber etliche Detailschwächen. Der C5 ist keine Glanznummer, sondern eine Adresse für Liebhaber des etwas anderen Praktischen.

Testwerte

Das stärkste Citroën-Aggregat aller Zeiten sorgt mit 207 PS für imposante Beschleunigungswerte - trotz unzeitgemäßer Vierstufen-Automatik. Ohne Makel hingegen die Bremsen, welche die gut 1,5 Tonnen C5 aus 100 km/h nach nur 37,5 Metern zum Stehen bringen.

Punktewertung

Der positive Gesamteindruck durch üppiges Raumangebot, hervorragende Bremsen und den kräftigen und kultivierten Motor wird durch die nervöse Automatik, den hohen Verbrauch und viele Schwächen im Detail etwas gemindert. Unterm Strich eine 2- als Gesamtnote.

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