Citroën DS3 gegen Honda CR-Z: Test — 05.08.2010
Alternative Sportler
Kleine Sportler mal anders: gierig und grün der Hybrid Honda CR-Z, extravagant und erwachsen der Citroën DS3. Welche automobile Philosophie passt besser? AUTO BILD hat die beiden verglichen.
Überblick: Alle News und Tests zum Citroën DS3
Der Citroën DS3 bringt einen Hauch Extravaganz in die kleine Klasse. Der Honda ist zwar ein ökologisch korrektes Hybridauto, kombiniert das aber mit sportlichem Anspruch. Eine Empfehlung also eher für Leute im Kapuzenshirt als im Strickpulli; solche, die eher Fritz-Kola schätzen als Möhrensaft. Kantig, kurz und flach kauert der CR-Z auf der Straße. Natürlich soll die scharf geschliffene Form Erinnerungen an den CRX wecken, jenes quirlige Spaß-Coupé aus den 80ern, für das Honda nie ein würdiger Nachfolger einfiel. Man sitzt tief und flach hinter einem futuristischen Cockpit, wie sie sich das auf der Enterprise wahrscheinlich immer gewünscht haben – aber nicht getraut. Das sich dann aber, auf den zweiten Blick, mühelos ablesen und bedienen lässt. Honda spricht beim CR-Z von einem 2+2 Sitzer – das kann sich aber nur auf die zwei Sporttaschen beziehen, die im winzigen Fond unterkommen, nicht auf die menschliche Spezies.
Überblick: Alle News und Tests zum Honda CR-Z
Den Antrieb im CR-Z besorgen ein 1,5-Liter-Benziner mit 114 PS und ein 14 PS starker Elektromotor. Der E-Motor liefert zusätzliches Drehmoment bei niedrigen bis mittleren Drehzahlen, im Schiebebetrieb und beim Bremsen wiederum wird die Nickel-Metallhydrid-Batterie geladen. Die Besonderheit: Per Knopfdruck lassen sich drei Fahrprofile wählen: Sport, Normal und Econ. Dabei werden jeweils Lenkung, Gasannahme und Hybrid-Unterstützung abgestimmt. Die volle Systemleistung beträgt 124 PS, das maximale Drehmoment von 174 Nm steht bei 1500 Touren zur Verfügung. Im Sportprogramm tritt der CR–Z tatsächlich kräftig an, allerdings eben nur so lange, wie die Kapazität der Batterie ausreicht. Im Normalfall geht das eine Weile gut, bei forscher Fahrweise kann die Kapazität aber schon nach ein paar Kilometern erschöpft sein. Dann ist man nur mit dem knurrigen 1,5-Liter und seinen 114 PS unterwegs. Brav, doch auf alle Fälle langsamer, als es der schneidige Auftritt verspricht.Im Normal- und mehr noch im Econ-Modus fährt sich der Honda schaumbegrenzt, auf freier Strecke jedenfalls. Beide Programm empfehlen wir für den Stadtverkehr oder für Leute, die es auf niedrigen Verbrauch anlegen. Denn hier wird es interessant, wir haben Honda und Citroën mehrfach auf unsere Verbrauchsrunde geschickt. Ergebnis: Im Sportmodus verbrauchte der CR-Z 6,1 Liter, im Normalmodus 5,7 und im Econmodus bei betont sparsamer Fahrweise 4,7 Liter. Sehr ordentlich. Es folgt die gute Nachricht für alle Citroën-Fans: Der DS3 brauchte im Normalfall nur 6,5 Liter und bescheidene 5,4 Liter auf der Sparrunde. So schnell wie der CR-Z ist er sowieso. Sein ausgeruhter, kerniger 1,6-Liter – aus der Kooperation von PSA (Peugeot/Citroën) mit BMW – zieht gleichmäßig durch, braucht aber Drehzahlen, um richtig zur Sache zu kommen.
Anders als der leichtfüßige, zackig und unruhig abgestimmte CR-Z fährt sich der DS3 satter. Durchaus straff und energisch, aber weniger aufgeregt. Einen ganz entscheidenden Vorteil hat er noch auf seiner Seite: den Fond von nennenswerter Größe. Hier halten es Leute bis zu 1,80 Meter auch auf längeren Strecken aus, Größere müssen jedoch den Kopf einziehen. Mit seiner gewissen Extravaganz steht der Citroën für eine andere Gruppierung der alternativen Bewegung als der Honda, bringt französische Lebensart in die Kleinwagenklasse. Und mit einem Preis von 17.500 Euro ist er vergleichsweise günstig – Honda ruft für den technologisch anspruchsvollen CR-Z 21.990 Euro auf. Und beim Thema Geld werden bekanntlich auch Alternative hellhörig.
| Fahrzeugdaten | Citroën | Honda |
|---|---|---|
| Motor | Vierzylinder, vorn quer | Vierzylinder, vorn quer + Elektromotor |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/1 |
| Nockenwellenantrieb | Kette | Kette |
| Hubraum | 1598 cm³ | 1497 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 88 (120)/6000 | 84 (114)/6100 + 10 (14)/1500 (E-Motor) |
| Nm bei 1/min | 160/4250 | 145/4800 + 78/1000 (E-Motor) |
| Vmax | 190 km/h | 200 km/h |
| Getriebe | Fünfgang manuell | Sechsgang manuell |
| Antrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 195/55 R 16 T | 195/55 R 16 V |
| Radgröße | 6,5 x 16'' | 6 x 16'' |
| Abgas CO2 | 136 g/km | 117 g/km |
| Verbrauch* | 7,9/4,8/5,9 l | 6,1/4,4/5,0 l |
| Tankinhalt | 50 l/Super | 40 l/Super |
| Vorbeifahrgeräusch | 74 dB (A) | 71 dB (A) |
| Anhängelast gebr./ungebr. | 1150/570 kg | keine |
| Kofferraum | 285–980 l | 225–595 l |
| Grundpreis (wird bewertet) | 17.500 Euro | 21.990 Euro |
| *innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km | ||
| Messwerte | Citroën | Honda |
|---|---|---|
| Beschleunigung | ||
| 0–50 km/h | 3,2 s | 3,1 s |
| 0–100 km/h | 9,8 s | 9,8 s |
| 0–130 km/h | 15,7 s | 15,7 s |
| Elastizität | ||
| 60–100 km/h | 9,2 s (4. Gang) | 8,5 s (4. Gang) |
| 80–120 km/h | 13,5 s (5. Gang) | 15,3 s (6. Gang) |
| Leergewicht/Zuladung | 1116/438 kg | 1166/354 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 63/37 % | 61/39 % |
| Wendekreis links/rechts | 10,7/10,6 m | 10,8/10,7 m |
| Bremsweg | ||
| aus 100 km/h kalt | 39,0 m | 37,9 m |
| aus 100 km/h warm | 38,5 m | 37,4 m |
| Innengeräusch | ||
| bei 50 km/h | 58 dB (A) | 63 dB (A) |
| bei 100 km/h | 68 dB (A) | 68 dB (A) |
| bei 130 km/h | 71 dB (A) | 74 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 6,5 l Super – 153 g/km | 5,7 l Super – 136 g/km |
| Reichweite | 770 km | 690 km |
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Kommentare zum Artikel (37)
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Das ist ja mal ein toller Grund, also sind 2-Sitzer wie Porsche und Co ihr Geld nicht wert!? wenns sein muss nimmst nen dritten quer hinten mit :-) Kinder bis 6 Jahre gehn mal sehr gut, ältere waren nicht zum testen da *g*
Der E-motor hilft eigendlich immer mit wenns nötig ist, auch auf der Autobahn mit 150
aber nur beim gasgeben, beim gleiten brauchst ja fast keinen schmalz und da läd sogar der Akku(ok, iregendwann wird der luftwiederstand zu groß)
Der CRZ wiegt unter 1300kg! das hybriedzeugs in summe soll ca. 70kg wiegen, also Thosten, nimm blos nie jemanden mit und fahr immer allein!
Der Sinn des CRZ ist Flexibilität - 3 Fahrmodi
1) wenn du normal fährst braucht der CRZ ca. 5 liter.
2) du kannst im gegensatz zu anderen Hybriden auch richtig Spaß haben und da wirkt der E-motor wie ein kleiner turbo der ab 1000U/min schiebt. Der Vorteil gengüber anderen 1,5l benzinern ist das gute Drehmoment ab 1000U/min und max. bereits ab 1500. Steig mal bei nem normalen 1,5er bei 1000U/min ins gas und dann beim CRZ *grins*
3) sparen in der Stadt: beim anfahren brauchen die reinen Verbrennungsmotoren am meisten und da schiebt eben der e-motor kräftig mit und du sparst Teibstoff!
Der Honda ist ein reiner 2-Sitzer mit Ablage hinten, mehr nicht. Das alleine ist schon ein Grund, die 22.000,-€ nicht zu zahlen. Dann lieber ein Scirocco 1.4 TSI Blue Motion. Der ist wenigstens innen nicht verbaut, hat 200 NM braucht 6 Liter und hat hinten 2 Sitze und einen Kofferraum. Die Verkaufszahlen werden es zeigen. Aber natürlich sehe nur ich das so und das ist auch nur mein Geschmack. ;-)
Der Honda ist ein reiner 2-Sitzer mit Ablage hinten, mehr nicht. Das alleine ist schon ein Grund, die 22.000,-€ nicht zu zahlen. Dann lieber ein Scirocco 1.4 TSI Blue Motion. Der ist wenigstens innen nicht verbaut, hat 200 NM braucht 6 Liter und hat hinten 2 Sitze und einen Kofferraum. Die Verkaufszahlen werden es zeigen. Aber natürlich sehe nur ich das so und das ist auch nur mein Geschmack. ;-)
Also nur nochmal damit ich es auch verstehe:
Der eigentliche Sinn der Hybridisierung des Honda liegt darin sportlich zu fahren. Dann allerdings steigt der Verbrauch. Auf der Autobahn und Überland (wo der E-Motor nicht "mitarbeitet") sind die Verbrauchswerte akzeptabel. Das Leergewicht der Fahrzeuge heute ist insgesamt viel höher als vor 20 Jahren, deshalb packt Honda zusätzlich noch Batterien und einen E-Motor dazu.
O.K., aber ist das wirklich logisch ????