Citroën Saxo von Kiko Martinez

Citroën Saxo von Kiko Martinez Citroën Saxo von Kiko Martinez

Citroën Saxo von Kiko Martinez

— 24.05.2004

Saxo-Phon

Kiko Martinez hat's drauf! Der Saxo des Spaniers hat's drin und dran. Viele Ideen machen eben viele Pokale.

Kein Auto für die gemeine Hausfrau

Kann es sein, dass sich jeder Spanier sein eigenes Auto bauen will? Ist das die Tuningvision in diesem Land? Laufen die Spanier nur ins Autohaus, um die Basis für das zu erwerben, was ihren Tuningträumen am nächsten kommt? Hauptsächlich Kleinwagen? Dann kaufen die doch ihren Frauen die ganzen Autos weg! Kleine, wieselflinke Einkaufstüten- und Baby-Schlepper wie den Citroën Saxo.

Ja, richtig gelesen! Wir bezeichnen den Saxo als Auto für die Zielgruppen "Mutti" oder "Frau". Rein theoretisch und mit einer Ausnahme – also spart euch die hasserfüllten Mails und Anrufe. Und diese Ausnahme heißt: Saxo 1600. Eigentlich heißt er ganz brav "1.6". Wir sagen "1600". Das klingt nach Rallye, Racing, Rundkurs, rasselndem Getriebe, Reifenquietschen.

Kikos Saxo VTS leistete 118 PS. Mit Rückenwind und K&N-Filter sind es jetzt sogar 120. Auch wenn das jetzt niemanden aus den Socken haut – für einen Saxo, mit seinen serienmäßigen 935 Kilogramm, ist das ein durchaus Freude spendender Wert. In der Regel werden schnelle Kleinwagen wie der Saxo "1600" rennwagenähnlich umgebaut. Kahle Innenräume, Sportschalen, H-Gurte, Käfig – im Dienste des Leistungsgewichts und als Würdigung des Saxo-Rallyewagens aus der Super 1600. Geliebtes, röhrendes Vorbild mit 204 PS.

Was nicht passt, wird passend gemacht

Kiko hatte andere Pläne. Denn Kiko ist ja Spanier, und die Spanier sind bekanntlich sehr irre, wenn es um Tuning geht. Wie kommt man sonst auf die Idee, Scheinwerfer vom Peugeot 206+ in eine Saxo-Front zu knibbeln? Innen zusätzlich schwarz getönt? Den Kühlergrill hat sich der 24-jährige Citroën-Fan selbst ausgedacht, und die Frontschürze im XL-Format ist Audi A3-Ware. Für einen Saxo ist sie genau genommen zu breit. Doch was nicht passt ..., ihr kennt den Spruch.

Die Frontansicht bullig, aber nicht zu zerklüftet bitte! Kiko verzichtete auf Luftschlitze oder Hutzen in der Haube. Das tut der Optik gut. Die glatte Fläche wirkt "massig-kompakt", findet der junge Angestellte einer Tuningfirma. Dafür tobte er sich an den Radläufen aus. Und zwar massiv. In GFK wölben sich die Seitenteile, so dass das 17-Zoll-Braid-Räderwerk mit seinen 225er-Gummis komplett darunter verschwindet.

Die hinteren Kotflügel sind noch raffinierter. Aus Tür und Schweller wölbt sich ein Etwas in Lufteinlass-Form Richtung Heck und wird dort eins mit dem breiten Kotflügel. Wow! Wir verstehen zwar den Sinn des Teils nicht, rein aerodynamisch – aber egal. Muss denn immer alles einen Zweck erfüllen? Sieht ja wirklich cool aus! Genau wie das Heck des Saxo. Obwohl (oder genau weil) dort gar nichts mehr an einen Citroën erinnert. Silberne Audi-Rückleuchten wollte der Schrauber an seinem Wagen sehen. Und so geschah es.

Rallye-Stimmung im Innenraum

Aber ein Saxo ist nun mal kein A3. Das französische Heck ist insgesamt kleiner. Die Rückleuchten aus Ingolstadt passen nicht hinein. Auch optisch nicht. Also fing Kiko das Zaubern an. Er nutzte die ausgestellten Radkästen und modellierte sie um das Heck herum, in die Schürze aus A3 und BMW Z3-Teilen. Das Heck wird dadurch extrem breit und nimmt die Leuchten optimal auf. Und das Ganze sieht auch noch so gut aus, dass man's nachmachen müsste. Eigentlich. Plus die vier Endrohre, die so laut sind, dass es Polizisten und TÜV-Mannen das Phonmessgerät aus den Händen reißt.

Der Innenraum ist Kiko gut gelungen. Feinstes Alcantara und Kunstleder auf Schalensitzen und Armaturenbrett, der ganze Innenraum ist auf die Wagenfarbe(n) abgestimmt. Vielleicht fühlt sich Kiko ja trotzdem manchmal wie ein Rallye-Fahrer, der, verzurrt in Sechspunktgurten, am rasselnden Getriebe rührt, im kahlen Innenraum eines federleichten Saxo "1600" mit 204 PS. Der wäre aber verbindlich nix für die Mutti, sondern nur was für Jungs.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.