Citroën Xantia (1993-2001)

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Citroën Xantia (1993-2001)

— 19.02.2004

Besser als sein Ruf

Citroën und Qualität – das waren lange Zeit zwei Paar Schuhe. Der Xantia zeigt, dass es auch anders geht.

Marktpreis und Motoren

Citroën ist eine jener Marken, deren Kunden auffallend treue Seelen sind. Wer einmal einen Citroën hatte, kauft meist wieder einen. Andererseits können die Franzosen kaum Neukunden hinzugewinnen. Und so stirbt der traditionelle Citroën-Fahrer langsam aus.

Typen wie der Xantia könnten den Niedergang verhindern. Vielleicht sogar Freunde deutscher oder japanischer Fahrzeuge bekehren. Er ist zwar nicht das Traumauto schlechthin, kann aber in einigen Punkten überzeugen. Etwa mit dem Preis. Die DAT-Liste beginnt bei 1400 Euro für einen 1.6 aus dem Baujahr 93, im Vergleich zu VW und Co ist der Franzose auffallend günstig.

Für den erschwinglichen Einstiegspreis gibt es eine eigenständig gestylte Fließhecklimousine mit komfortablem Fahrwerk und teilweise sehr ansprechenden Motoren. Vor allem die letzte Dieselgeneration überzeugt sogar Skeptiker. Unser Tipp: der HDi mit 110 PS. Der Selbstzünder aus dem PSA-Konzern treibt auch den Peugeot 406 an und genehmigt sich rund 6,6 Liter pro 100 Kilometer. Ein ruhiger Gasfuß bringt den Xantia knapp 1000 Kilometer weit, wobei die letzten Meter eher spannend werden.

Qualität und Technik

Weniger aufregend als das Zittern um den letzten Tropfen Sprit ist der Besuch beim TÜV. Eine Rüge gibt es für die Abblendlichteinstellung, denn in diesem Punkt ist der Xantia bemerkenswert auffällig, gelegentlich moniert der Prüfer auch die Bremse. Doch das war es dann meistens schon. Im AUTO BILD TÜV-Report 2004 ist der Xantia in sämtlichen Jahrgängen der beste Citroën und in der Klasse der ein- bis dreijährigen Autos mit Platz 21 besser als jeder VW oder BMW.

Klingt gut, bedeutet aber nicht, dass jeder Xantia-Käufer ein "Rundum sorglos"-Paket bekommt. Auffallend viele Fahrzeuge haben kein komplett abgestempeltes Serviceheft, offensichtlich ist es um die Pflegementalität der Besitzer nicht immer so gut bestellt, manche schrauben auch gern selber.

An die Technik gehen besser nur Markenschrauber, manches weicht doch von der Norm ab und ist komplizierter als bei anderen Fahrzeugen. Etwa das AFS-Fahrwerk mit aktiver Fahrwerkstabilisierung, basierend auf der bekannten Citroën-Hydropneumatik. Das System ist ausgereift, unser Kummerkasten kennt nur drei Problemfälle aus den Baujahren 96 und 97.

Die Verarbeitung zeigt im Detail Schwächen, vor allem Klappern stört bei Fahrzeugen mit großer Laufleistung. Wer sich darüber ärgert, möge wieder an den Preis denken. Denn der Wertverlust französischer Autos lässt manches in einem viel angenehmeren Licht erscheinen.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 7/93 Der Citroën Xantia tritt die Nachfolge des BX an. Motorauswahl: 1.6i (88 PS), 1.8i (101 PS), 2.0i (121 PS) und 2.0i 16V (152 PS) 6/94 1.9 D mit 68 PS, 2.0i 16V (150 PS) 6/95 1.8i 16V mit 110 PS, 2.0i 16V (132 PS), turbo C.T. (147 PS), 1.9 D (69 PS), turbo D12 (109 PS) 6/96 1.9 SD (75 PS), 2.9 Activa (190 PS) 1/98 1.8 (90 PS), 1.8 16V (110 PS), 2.0 16V (132 PS) 1/99 2.0 HDi (110 PS) 8/99 2.0 HDi (90 PS) 3/01 Nachfolger des Xantia wird der C5

Schwachstellen • die Sitze des Xantia sind grundsätzlich sehr weich und bequem, allerdings meistens durchgesessen • bei Fahrzeugen mit Sitzheizungen sind gelegentlich die Heizdrähte defekt • die Verarbeitung war bereits bei Neuwagen selten ohne Fehler und wurde mit den Jahren kaum besser • Bremsen: Wer etwas forscher unterwegs ist, wird durch erhöhten Bremsscheibenverschleiß eingebremst. Die Wirkung der Bremsanlage an der Vorderachse entspricht nicht dem Durchschnitt • nach etwa 100.000 Kilometern ist eine neue Kupplung fällig • Auspuff und Bremsen sollten bei älteren Gebrauchten grundsätzlich geprüft werden • Ölverbrauch ist bei älteren Dieselmotoren bekannt

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Citroën Xantia 2.0 HDi, 80 kW/110 PS, Baujahr 1999. Die Preise für Xantia-Ersatzteile liegen moderat im klassenüblichen Rahmen, Schrauber ohne Spezialwerkzeug haben aber schlechten Karten.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Der Xantia ist ein Vertreter der neuen Fahrzeuggeneration von Citroën: 75,2 Prozent aller im Rahmen einer Hauptuntersuchung geprüften Fahrzeuge zeigen keine Mängel. Damit ist er besser als jeder andere Citroën. Dennoch gibt es Kritik: Nach drei Jahren machen die Vorderachsen Probleme, bei den Neunjährigen wird großes Lenkungsspiel festgestellt. Auch die Bremsschläuche und die Wirkung von Hand- und Fußbremse sind nicht immer einwandfrei." Klaus Lesczensky, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Citroën Xantia 2.0 HDi (80 kW/110 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 296,60 Euro im Jahr/Euro 2 Testverbrauch: Werksangabe 6,1 Liter, gemessen 6,6 Liter (Diesel) Versicherung: Vollkasko (21/504 Euro SB): 1222 Euro. Teilkasko (32/151 Euro SB): 252 Euro. Haftpflicht (19): 1042 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 20.000 Kilometer, etwa 220 bis 350 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 43 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich etwa 1900 Euro Verlust



Haben Wagenheber oder Hebebühne am Unterboden Schäden hinterlassen, ist Rost nicht weit. Trotz guter Vorsorge Die kalten Tage zeigen, wie es um die Batterie steht. Und nach fünf Jahren muss sie einfach raus, auch beim Xantia Citroën Xantia: einer der letzten Charakterdarsteller Die Antriebswellen haben selbst mit dem drehmomentstarken HDi-Diesel keine Probleme Auch für den Auspuff gilt: Kein Citroën schneidet in diesem Punkt beim TÜV besser ab Keine Angst vor grünen Kugeln: Die Citroën-Hydropneumatik gilt mittlerweile als ausgereift Man ist ja auch Mensch und hilft gerne. Etwa dem Gelben Engel. Als eingefleischter Citroën-Pilot war man früher oft auf den ADAC angewiesen

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