Citroën Xsara Coupé von Familie Fuchs

Citroën Xsara Coupé von Heiko Fuchs Citroën Xsara Coupé von Heiko Fuchs

Citroën Xsara Coupé von Familie Fuchs

— 23.07.2004

Tief la France

Unglaubliche zwölf Zentimeter kommt der Vorderbau dieses Citroën Xsara dem Asphalt näher. Die Inspiration zu dem französischen Tiefbau holten sich Heiko und Manuela Fuchs auf belgischen Internetseiten.

Einen Golf tunen kann ja jeder

Auch wenn an diesem Citroën so gut wie nichts mehr im Originalzustand belassen wurde: Einen TÜV-Stempel hat der Franzose bekommen. Ob Fahrwerk, Räder oder Karosserieumbauten – jedes veränderte Teil bekam eine Einzelabnahme und wurde säuberlich in den Brief eingetragen. Und das, obwohl der Citroën Xsara ein eher unkonventionelles Tuningobjekt darstellt. Heiko und Manuela haben sich dennoch für einen Exoten entschieden.

Eigentlich befanden sich die beiden auf der Suche nach einem BMW oder einem VW. Zufälligerweise gibt es in Münchberg einen Citroën-Händler gegenüber von BMW, eingepfercht zwischen einem VW- und Audi-Händler. Anstatt einen 3er-BMW oder Golf ins Visier zu nehmen, fixierten die beiden einen dezent hergerichteten Citroën Xsara in auffallendem Rialtogelb. Das Coupé hatte der Juniorchef des Autohauses Schatz bereits mit Federn und 16-Zoll-Breitreifen bestückt, außerdem waren die Seitenteile und Kotflügel geweitet und gebördelt worden.

Einen Golf kann jeder veredeln, doch einen Exoten in ein Szeneauto zu verwandeln, sahen Manuela und Heiko als die echte Herausforderung. Bei den Urahnen des Xsara war Tieferlegung eine Sache von Sekunden. Ein Zug am Hebel und dank hydropneumatischer Gasfederung konnte die Bodenfreiheit innerhalb der Toleranzwerte nach Belieben verändert werden. Mangels Luftfederung ist dies beim Xsara aber leider nicht möglich.

Die Motorhaube ist clean und böse

So müssen herkömmliche Maßnahmen herhalten. Die Federbeine der Vorderachse tauschte Heiko gegen ein in der Höhe verstellbares Schraubfahrwerk von KW aus. Selbst bei der Absenkung um zwölf Zentimeter ist der verstellbare Bereich längst nicht ausgereizt. Allerdings wäre im Sinne der Fahrtüchtigkeit jede weitere Verminderung der Bodenfreiheit unsinnig.

Typisch für französische Autos: An der Hinterachse übernehmen Drehstäbe die Funktion der Federung, denen Heiko härtere Federn von KW zur Seite stellte. Durch Absenken der Drehstäbe wurde der Hintern des Coupés um 40 Millimeter nach unten korrigiert. Die Einzelabnahme der 9x16 Zoll ET 15 Brock B2 Räder verlief erfolgreich. Mit 20-Millimeter-Distanzscheiben pro Rad dürfte dieser Xsara einer der wenigen Citroën Deutschlands mit umlaufend negativer Einpresstiefe sein.

Die breitbeinige Performance wird von einem Frontspoiler unterstrichen, der jeden Bordstein fürchten dürfte. Die Motorhaube ist so clean und "böse" wie die eines Wörthersee-Golf. Matthias Schatz schweißte einen Blechstreifen zur Scheinwerferabdeckung an. Der Eigenbaugrill ohne Logo, der ebenfalls von ihm kreiert wurde, erinnert kaum noch an einen Citroën.

Außenspiegel im M3-Look

Nach dem Verschweißen der Motorhaube war die Autolackiererei Richter dran, das Projekt zu beenden. Sie hat es möglich gemacht, die seitlichen Knicke der Motorhaube zu entfernen und nur den Mittelsteg beizubehalten. Man höre und staune, sogar für den Xsara erhält man bei FK Außenspiegel im M3-Look mit passenden Adaptern. Nachdem die Einbuchtung für das Nummernschild aus der Heckschürze geschnitten worden war, kümmerte sich eine Lackiererei aus Plauen um das Glätten der Heckklappe.

Glücklicherweise ist der Citroën-Händler Rödel in Oberkotzau ein "Mehrmarkenhaus". Der dort arbeitende Mechaniker Jürgen wusste sofort Rat, als es um den Einbau einer extrem flachen Nummernschildbeleuchtung ging. Ein Griff in sein Daewoo-Ersatzteillager genügte. Das nachträglich eingebaute Interieur ist ebenfalls untypisch für Citroën. Die König-Halbschalensitze verleihen ausgezeichneten Halt. Ein Sportlenkrad ist beim nächsten Mal mit dabei, meint Heiko, dessen Innenraumarbeiten sich hauptsächlich um HiFi und Infotainment drehten.

Der Xsara 2.0 Diesel läuft nicht schlecht. Green-Filter und Ansaugrohr machen sich auf jeden Fall bemerkbar, und der modifizierte Endtopf kann ein kerniges Lied davon singen. Seit kurzem wird die Motorsteuerung von einem Kerscher-Chip beeinflusst. Dieser auf circa 140 PS geschätzte Tiefflieger beweist, dass man auch einen Xsara ordentlich tunen kann.

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