Honda feiert Jubiläum

30 Jahre Honda Civic 30 Jahre Honda Civic

Civic-Jubiläum

— 19.09.2002

Seit 30 Jahren ein Hit

30 Jahre alt, über 14 Millionen Mal produziert: Japans erfolgreichster Kleinwagen feiert Geburtstag. Ein Rückblick.

Die 70er: Vom Reiskocher zum Verkaufshit

Die Autowelt im Jahr eins vor Golf. 1973. Bei VW herrscht Hektik. Die neueste Schöpfung aus Wolfsburg, die später eine ganze Generation prägen wird, hoppelt noch über diverse Teststrecken. Doch die Ausländer sind schneller. Italien hat den kleinen Fiat 127 und den erfolgversprechenden Alfasud, Frankreich den Simca 1100. Autos mit vorn quer eingebautem Motor, Frontantrieb und praktischer Heckklappe. Ein Novum zu jener Zeit. Heute ein völlig normales Klein- und Kompaktwagenkonzept.

Und jetzt auch noch die Japaner, müssen Volkswagens Ingenieure wohl gedacht haben, als Honda den Civic präsentierte. Der knuffige Dreitürer hat sogar schon einen Aluminium-Leichtmetallmotor, Bremskraftverstärker, Scheibenbremsen vorn, Gürtelreifen und Sicherheitsgurte. Klar, japanische Autos wurden in den Siebzigern alles andere als ernst genommen, bisweilen abfällig Reisschüsseln genannt. So wehrt man sich halt, wenn man nichts Besseres entgegenzusetzen hat. Weder technisch noch im Marketing.

Der Civic ist günstiger (7500 Mark) als vergleichbare Kleinwagen und obendrein besser ausgestattet. Und er fuhr sich sogar anständig, mit seinen 54 PS aus 1,2 Litern. Die Kraftübertragung übernimmt ein Viergangschaltgetriebe. Später – man glaubt es kaum – auch eine Zweigangautomatik. Undenkbar bei europäischen Kleinwagen. Noch überraschender: das Raumgefühl im 3,77- Meter-Japaner. Der Civic war weltweit erfolgreich, bereits 1976 überschritt die Produktion die Millionengrenze.

Die 80er: CRX und VTEC

Generation 2 rollt 1979 an, läuft bis 1983. Immer noch sehr ähnlich der Urversion. Ein bisschen größer zwar, aber nicht mehr so knuffig. Hubraum und Leistung steigen auf bis 1,5 Liter und 70 PS. Erstmals gibt es ein fünftüriges Hatchback-Modell. 1982 sind bereits drei Millionen Civic produziert.

1984 gewinnt der Civic den "Car Design Award" aufgrund seines steilen Glashecks. Weniger schön, aber praktisch: der Van-artige Shuttle, quasi der Urgroßvater des heutigen Stream. Und natürlich ist was für junge, sportliche Kunden dabei: der CRX, Hondas Volkssportwagen. Sagenhafte 100 PS, in unter zehn Sekunden auf hundert, 200 km/h schnell. Was für ein Spaß, damit große Limousinen auf der linken Spur zu ärgern. Zum Ende der Bauzeit, 1986, spendierte man dem CRX sogar noch 1,6 Liter und 130 PS.

In der vierten Civic-Generation (1987 bis 1991) werden die Motoren komplett auf Vierventiltechnik umgestellt. Als Fahrwerk kommt erstmals an Vorder- und Hinterachse die von Accord und Prelude bekannte Double-Wishbone-Radaufhängung zum Einsatz. Folge: Der kleine Japaner fährt sich knackiger denn je. Noch Ende der 80er präsentiert Honda weltweit als Erster die variable Ventilsteuerung, nennt das System VTEC und schlägt damit zwei Fliegen mit einer Klappe: genug Drehmoment untenherum, viel Leistung auf freier Strecke.

Die 90er bis heute: Formel 1 und Type-R

Generation 5 (1991–1995) wird rundlicher, dennoch bleibt die Keilform. Der Dreitürer hat eine horizontal geteilte Heckklappe, Alligator-Tailgate genannt. ABS und Airbag halten Einzug in den Civic. Das Motorenangebot reicht mittlerweile bis zu 160 PS. Auf der anderen Seite fährt Honda voll auf Sparkurs. Der Civic gewinnt 1994 die "ECO Tour of Europe", eine Sparfahrt quer durch Europa, an der auch ein AUTO BILD-Team beteiligt ist. Durchschnittsverbrauch: nur 4,97 Liter. Honda hat das Fünf-Liter-Auto. Als Beitrag zur Cabrio-Welle kommt der CRX als Zweisitzer "del Sol" mit herausnehmbarem Dach und Targa-Bügel. Für einen kompletten Roadster à la Mazda MX-5 jedoch fehlt Honda der Mut. Dabei waren es gerade sie, die Ende der 60er mit dem knackigen Cabrio S 800 hier in Deutschland landeten.

1995 erscheint die 6. Generation des Civic. Der Dreitürer ist nun mit immerhin 4,19 Metern wieder etwas länger geworden und besticht schon jetzt mit Klarglasoptik der Scheinwerfer. Im Modell 1.6i ES arbeitet erstmals ein elektronisch gesteuertes CVT-Getriebe. 1998 wird die Baureihe durch den Kombi Aerodeck ergänzt. Im selben Jahr verabschiedet sich Honda vom heißen CRX, dessen Leistung bei 170 PS angelangt ist. Es schlägt die Stunde des Type-R, der bereits in Japan fährt. Leistung: 185 PS aus 1,6 Litern – und das bei 8200 Touren!

In völlig neuer, höherer Form (plus 50 mm) geht im Frühjahr 2001 Civic Nummer 7 an den Start. Noch immer hat Honda keinen Diesel. Ein Unding im europäischen Markt. Isuzu hilft aus, und seit diesem Jahr nagelt im Civic erstmals ein Selbstzünder: 1,7 Liter groß, Common-Rail-Technik, 100 PS. Doch die wahre Honda-Philosophie spiegelt der Type-R wider. 200 PS, 6,8 Sekunden für den Sprint auf hundert, 235 km/h Spitze. Ein Rennwagen für die Straße und das lebende Beispiel für sportliche Erfolge: sechs Formel-1-Konstrukteurstitel und über 500 Motorrad-Grand-Prix- Siege. Typisch Honda.

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