Clio Renault Sport V6 von Daniele Catalani

Clio Renault Sport V6 von Daniele Catalani Clio Renault Sport V6 von Daniele Catalani

Clio Renault Sport V6 von Daniele

— 02.03.2006

Clio Infernale

Daniele ist zwar kein Stierkämpfer, dennoch hat er die Rolle des Matt-adors übernommen. Züchtete er seinen Clio doch zu einem matten Monster heran.

Breitester V6 der Welt

Brachial ist fast noch ein Kosewort für diesen Clio Renault Sport V6. Huch, bin ich jetzt schon so geblendet von diesem martialischen Outfit, daß ich nicht einmal mehr den Wagennamen in die richtige Reihenfolge bringen kann? Na ja, betören tut mich das Äußere des Clio schon, geschrieben habe ich den Namen dennoch richtig. Modellname zuerst, so taufte Renault 1998 den kleinen Spitzensportler.

Als Erinnerung an den legendären Renault 5 Turbo sollte er ein reines Concept-Car bleiben. Auf dem Pariser Automobilsalon wurde das Temperamentsbündel dann jedoch vom Publikumsinteresse wahrhaft überrollt und ging in eine Kleinserie von 2935 Autos.

Überrollt wurden auch wir von dem breitbackigen Sportsfreund. Allerdings auf eine andere Art und Weise. Nach dem ersten Schock und einer kleinen Ohnmacht mußten wir erst einmal die Beine hochlegen und tief durchatmen. Gegen diesen 227 Zentimeter breiten mattschwarzen "Fatboy" ist der Serienbruder fast ein pausbackiger Wicht. Daniele muß echt aufpassen: Nicht daß sich ein Rentner mit schwachem Herzen beim Blick in den Rückspiegel einmal so erschreckt, daß er eine Herzattacke erleidet.

Hier heißt tief wirklich tief

Öl spucken darf der V6 auch nicht. Die vier nach oben gerichteten Kanonenrohre von Inox würden dem Hintermann beim Spurt an der Ampel wahrscheinlich völlig die Scheibe verdrecken. Vielleicht fragt sich jetzt der eine oder andere, wie ein Wagen mit 275er-Reifen an der Vorder- und 355er-Schlappen an der Hinterachse noch erquickend davonspurten kann. 254 PS machen es möglich. Über eine eventuelle Mehrleistung schweigt sich der Karosseriebauer beharrlich aus.

Tiefbett bedeutet für Daniele jedoch wirklich tief. Das erreicht er vorn mit einer 11,5x19-Zoll-Felge und einer ET von minus 60. Hinten kommt sogar das außergewöhnliche Maß von 15x19 Zoll mit einer ET minus 42 zum Einsatz. Unvorstellbar, wo man doch immer hört, daß der TÜV in Italien dermaßen streng sein soll. Bei Polizeikontrollen ist der Über-Renault wohl mehr zu Hause als auf der Straße. Kein Wunder, bei so einem Aussehen.

Damit die Carrozzeria Catalani die utopischen Felgen überhaupt unterbringen konnte, wurden Kotflügel gefertigt, die das Wort Breitbau noch wirklich verdient haben. Der pure Wahnsinn, wenn man bedenkt, daß die X-Copy-Felgen noch nicht einmal den äußeren Rand der Radhäuser erreicht haben. Was wären da noch für Maße möglich, wenn Daniele die Räder, wie in Deutschland üblich, über die Kotflügel hinausschauen lassen würde. Wir können nur mutmaßen.

Was man schon von weitem hinter den 19-Zöllern golden hervorblitzen sieht, sind die eloxierten Tarox-B400-Bremskolben. Zwölf Stück drücken bei Bedarf auf die vier Bremsbeläge (pro Seite) und bewirken eine Negativbeschleunigung, bei der Opis Gebiß glatt die Mundhöhle verlassen würde. Bei einer Bremsscheibengröße von 395 x30 Millimetern kann man nicht mehr von Familienpizza-Größe reden. Das sind schon Maße einer Partypizza.

Dramatischer Sound der Vierrohrorgel

Nahezu dramatisch wirkt das Heck. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinsabbern soll. Primo stechen natürlich die gigantischen Verbreiterungen ins Auge, secondo folgt die Vierrohrorgel von Inox, die den Sound für Tuningbegeisterte biblisch nach außen geleitet. Da knien wir uns noch nieder und singen Halleluja. Die LED-Rückleuchten sollten nicht in Rot hervorstechen und wurden in Schwarz geordert, um sich der matten Farbe unterzuordnen. Das Renault-Zeichen blieb mit Absicht dort, wo es der Hersteller vorgesehen hatte. Sollen sich die geschockten Überholten doch später noch daran erinnern, was sie da so angefaucht hat beim Vorbeifahren.

Die Front steht dem Heck eigentlich in nichts nach. Auch hier wurden die Scheinwerfer schwarz umgefärbt. Das wirkt einfach noch düsterer. Und mal ehrlich: Was hätte besser zu diesem Stier gepaßt als mattes Schwarz? Stellt Euch das Auto doch nur mal in Gelb vor! Nein, das ginge wirklich nicht. Die Lufteinlässe auf der Haube wirken wie zwei große Nüstern und helfen, den 3,0-Liter-V6 ausreichend zu beatmen. Fehlt zum perfekten Showauftritt eigentlich nur noch, daß er wie ein tobender Stier Luft herausbläßt!

Jetzt hätte ich Euch fast aufs Glatteis geführt. Jeder Kenner weiß sicherlich, daß der Motor hier nicht vorn unter der Haube sitzt, sondern direkt hinter dem Fahrer. Für die Beatmung des Aggregats sind nämlich die großen Einlässe direkt hinter den Türen gedacht. Auf der Motorhaube dienen sie der Show und nützen dem Kühler.

Die Facts zu Danieles Clio

Gesteuert wird das schwarze Biest von Daniele mittels eines Momo-Lenkrads. Von der Optik her könnte es glatt als Formel-1-Volant durchgehen. Festen Halt bieten die Sparco-Evo-2-Sitze, die zusammen mit dem Armaturenbrett und dem Interieur in schwarzes Leder mit goldenen Nähten gehüllt wurden. Somit schließt sich der Kreis zum mattschwarzen Äußeren mit den goldenen Bremsen. Daniele wird auch weiterhin den Matt-ador spielen, um den Stier im Zaum zu halten.

Autor: Sebastian Schulz

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.