Steffen Seibert

CO2-Check: Bundesbehörden

— 22.09.2011

Amtliche Spritfresser

Die Dienstwagen deutscher Behördenleiter sind zu durstig. Das ergab eine Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe. Nur vier Behörden erhielten eine "Grüne Karte".

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat den durchschnittlichen CO2-Ausstoß deutscher Behörden-Fuhrparks untersucht. Außerdem fragte sie an, was die Dienstwagen der jeweiligen Behörden-Leiter verbrauchen. Das Ergebnis der Untersuchung: Nur vier von 21 abgefragten Behörden erhielten eine "Grüne Karte", weil ihre Autos im Schnitt weniger als 140 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen der vier Pkw-Flotten unterschreiten jeweils den seit 2008 geltenden EU-Zielwert von 140 Gramm pro Kilometer. Zwölf Mal verteilte die DUH die "Rote Karte" für zu hohen CO2-Ausstoß, fünf Mal gab es "Gelb". Die "Grüne Karte für glaubwürdiges Klimabewusstsein" erhielten das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), das Bundesamt für Naturschutz (BfN), die BWFuhrparkService GmbH der Bundeswehr und das Bundesamt für Güterverkehr (BAG).

Lesen Sie auch: Besteuerung für Dienstwagen

Auch die Dienstfahrzeuge des BWFuhrpark-Geschäftsführers Dietmar Zimmer, des BfS-Präsidenten Wolfram König und der BfN-Präsidentin Beate Jessel unterschreiten mit 132 Gramm CO2/km bzw. 137 Gramm CO2/km die 140 Gramm-Marke. BAG-Präsident Andreas Marquardt verzichtet laut DUH auf ein persönliches Dienstfahrzeug und greift bei Bedarf auf ein Flottenfahrzeug zurück. Unter den Behördenleitern leistet sich Frank-Jürgen Weise, der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), den größten Spritfresser: Sein BMW 740i übertrifft den geltenden EU-Klimazielwert mit 235 Gramm CO2/km um zwei Drittel. Auf Platz zwei der amtlichen Spritfresser folgt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, deren Leiterin Elisabeth Pott mit einem Audi A6 2.8 FSI 195 Gramm CO2/km in die Luft bläst. Es folgt Regierungssprecher Steffen Seibert, dessen Dienst-BMW 730d 178 Gramm CO2 emittiert. Die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) mit Leiter Christoph Heinzelmann verweigerte als einzige Institution jegliche Angaben und wurde deshalb von der DUH ganz ans Ende der Liste platziert – mit dem Hinweis, die Auskunft nun "vor Gericht erstreiten zu wollen".

In der Bildergalerie: Das CO2-Ranking der behördlichen Autoflotten

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