CO2-Debatte

CO2-Debatte

— 09.06.2008

Neuer Richtwert: 120 Gramm

Deutschland und Frankreich einigen sich auf einen Kompromiss in der CO2-Debatte: Bis zum Jahr 2012 soll der Flottenausstoß auf durchschnittlich 120 Gramm pro Kilometer sinken.

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben sich bei den Regierungskonsultationen in Straubing beim Auto-Klimapaket auf einen Kompromiss geeinigt. Beide Länder unterstützen darin das Ziel der EU-Kommission, den CO2-Ausstoß für Neuwagen bis zum Jahre 2012 auf 120 Gramm pro Kilometer im Flottendurchschnitt zu senken. Bislang hatte Deutschland im Interesse der einheimischen Premiumhersteller Kritik an diesem Grenzwert geäußert. Im Gegenzug räumt Frankreich, das die Interessen ihrer Klein- und  Mittelklassehersteller vertritt, deutlich flexiblere Übergangsvorschriften ein. Heißt: Sollten Hersteller den 120-Gramm-Grenzwert in den kommenden vier Jahren nicht erreichen, werden die finanziellen Strafen wohl deutlich weniger drastisch ausfallen. Das soll der Industrie die Umstellung auf neue, sparsame Modelle erleichtern. Ferner wollen beide Regierung mittelfristig den CO2-Ausstoß auf 95 bis 110 Gramm pro Kilometer im Flottendurchschnitt senken.

Der VDA vermisst die Berücksichtigung neuer Technologien

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) zeigte sich in einem ersten Kommentar gegenüber AUTO BILD vorsichtig zufrieden. "Die jetzt erzielte Einigung zwischen Frankreich und Deutschland ist besser als der Vorschlag der Kommission, aber es ist noch nicht die Ideallösung", so VDA-Präsident Matthias Wissmann gegenüber AUTO BILD. Das gemeinsame Ziel müsse es schließlich sein, Klimaschutz und Ökonomie in einer sinnvollen Art und Weise zu verbinden. Wissmann weiter: "Für die deutsche Automobilindustrie mit ihrem hohen Innovationspotenzial ist es von enormer Bedeutung, dass jetzt anstelle der bürokratischen Festlegung einzelner ergänzender Maßnahmen eine Öffnung für alle Öko-Innovationen möglich ist. Aber Öko-Innovationen wie innovative Leuchten, Solardächer oder Sechs-Gang-Schaltgetriebe haben ein noch viel größeres Potenzial für den Klimaschutz. Der VDA hätte sich deshalb noch mehr Offenheit für neue Technologien gewünscht." Die EU-Kommission wollte die deutsch-französische Einigung bislang nicht kommentieren.

Autor: Hauke Schrieber

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