CO2-Debatte um Dienstwagen

CO2-Debatte um Dienstwagen

— 14.02.2007

Schlechte Vorbilder

Die Deutsche Umwelthilfe prangert an: Die Dienstwagen unserer Politiker stoßen jede Menge CO2 aus. Wer fährt den größten Schlucker?

Unsere Politiker sind in der Klimaschutz-Debatte offenbar selbst keine allzu großen Vorbilder. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) hat in einer Untersuchung Verbrauch und CO2-Ausstoß verschiedener Fahrzeuge von Bundesministern ermittelt (siehe Tabelle unten) und fordert jetzt: Weg mit den Spritfressern! Die Dienstwagenflotte der Bundesregierung bestehe aus schweren Limousinen (z.B. Mercedes S-Klasse, BMW 7er, Audi A8), die viel Sprit verbrauchen und damit jede Menge Kohlendioxid in die Luft blasen, kritisiert die DUH.

Spätestens seit der Entscheidung der EU-Kommission für einen durchschnittlichen Emissions-Zielwert von 130 Gramm Kohlendioxid pro gefahrenem Kilometer sei das Festhalten an schweren Spritschlucker-Limousinen unverantwortlich. "Der heraufziehende Klimawandel verlangt von der Politik eine Neuinterpretation ihrer Vorbildrolle. Die Mitglieder der Bundesregierung müssen mit gutem Beispiel vorangehen und somit dem Verdacht entgegentreten, anderen etwas zumuten zu wollen, was sie selbst nonchalant verweigern", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Derzeit belasten Regierungsfahrzeuge mit durchschnittlich 240 Gramm CO2 die Umwelt – fast das Doppelte der EU-Richtgrenze. Allerdings erklärten sich nicht alle Bundesministerien dazu bereit, gegenüber der DUH Auskunft über die verwendeteten Dienstwagen zu geben, außerdem wurden gepanzerte Fahrzeuge nicht mitgerechnet. Jürgen Resch fühlt sich von der Statistik aber voll bestätigt: "Während die Autoindustrie Ministerien mit Preisnachlässen von bis zu 60 Prozent lockt, kämpft nun ausgerechnet der Bundesfinanzminister für die Beibehaltung überkommener Subventionen von bis zu 49 Prozent beim Kauf klimabelastender Dienstfahrzeuge. Das kostet den Steuerzahler jedes Jahr dreistellige Millionenbeträge", ärgert er sich und fordert die Abschaffung des "Dienstwagenprivilegs". Der Bürger solle sich beim Autokauf lieber nicht an unseren inländischen Politikern orientieren.

Es gibt allerdings auch positive Gegenbeispiele: EU-Umweltkommissar Stavros Dimas kündigte an, seinen konventionellen Dienstwagen gegen ein Fahrzeug mit umweltfreundlichem Hybridantrieb einzutauschen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung – allerdings müsste der EU-Mann vorerst auf ein Fahrzeug japanischer Herkunft (z.B. Toyota Prius, Lexus GS 450h, Honda Civic Hybrid) zurückgreifen, da europäische Hersteller derzeit noch keine Hybrid-Autos anbieten.

Autor: Jan Kretzmann

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