Günter Oettinger und Martin Winterkorn (re.)

CO2-Richtlinien: Oettinger schreibt VW

— 12.10.2012

Gute Nachricht vom Kommissar

Deutsche Autobauer – darunter auch VW – fürchten allzu scharfe CO2-Grenzwerte ab 2020. Laut einem Medienbericht konnte EU-Kommissar Oettinger VW-Chef Winterkorn ein wenig beruhigen.

(dpa/cj) Ein Brief an VW-Chef Martin Winterkorn lässt EU-Energiekommissar Günther Oettinger als Verbündeten der mächtigen Autolobby im Kampf gegen strikte CO2-Auflagen erscheinen. Das berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am 11. Oktober 2012. In dem von der "SZ" zitierten Schreiben vom Juli 2012 heißt es, es sei ein Erfolg, dass Brüssel im Juli keine verbindlichen CO2-Grenzwerte für die Zeit nach 2020 festgelegt habe. Volkswagen bestätigte zwar die Existenz des Briefs, wollte dessen Inhalt allerdings nicht kommentieren.

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Laut EU-Beschluss sollen bis 2020 Neuwagen europaweit mit durchschnittlich 95 Gramm CO2 pro Kilometer auskommen. Die detaillierten Berechnungsgrundlagen werden indes heiß diskutiert. Dabei dreht sich alles um das Gewicht der Autos. So soll der CO2-Ausstoß schwerer Wagen, die mehr Sprit schlucken, stärker reduziert werden. Den deutschen Herstellern, die viele Oberklasse-Autos bauen, ist das ein Dorn im Auge.

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Umweltorganisationen hatten einen Grenzwert von 80 Gramm und weitere Vorgaben für das Jahr 2025 gefordert. Greenpeace wirft der Autobranche seit langem vor, zu wenig für den Klimaschutz zu tun. "Energiekommissar Oettinger hat dazu beigetragen, die Klimaauflagen zu verwässern”, so eine Sprecherin zur "SZ". Volkswagen widersprach dem Eindruck, ein EU-Kommissar könne beim Gesetzgebungsverfahren gleichsam Zusagen an einzelne Unternehmen geben. Man setzte sich wie andere Hersteller bei der CO2-Regulierung für eine faire und sachgerechte Lösung ein, die aber verschiedene Ausgangslagen und Modellpaletten berücksichtigen müsse.

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Die Begrenzung der CO2-Werte für Neuwagen stand am 12. Oktober auch auf der Tagesordnung des Bundesrates. Zur Abstimmung stand auch eine Initiative Bremens, wonach die EU-Grenzwerte noch weiter sinken sollten. Der Antrag bekam aber keine Mehrheit, so dass die Länderkammer nach Angaben einer Bundesratssprecherin die geplante Absenkung auf 95 Gramm pro Kilometer hinnimmt.

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