Colt CZ3 1.1 – Yaris 1.0 – Fox 1.4

VW Fox 1.4 – Mitsubishi Colt CZ3 1.1 – Toyota Yaris 1.0 VW Fox 1.4 – Mitsubishi Colt CZ3 1.1 – Toyota Yaris 1.0

Colt CZ3 1.1 – Yaris 1.0 – Fox 1.4

— 15.03.2006

Autos zum Leben

Wer keine großen Sprünge machen kann, muß an der Basis einsteigen. Hier warten mit Colt CZ3, Yaris und Fox drei moderne Minis, die zu Preisen um 11.000 Euro noch Luft zum Leben lassen.

Schauen sie sich die beiden an: jung, verliebt und rundum glücklich. Rundum? Na ja, ein Auto wäre schon schön. Eines, das viel bietet und trotzdem noch Geld für die schönen Dinge im Leben läßt. Gibt es nicht? Von wegen. Mitsubishi Colt CZ3, Toyota Yaris und VW Fox bewerben sich, das junge Glück mobil zu machen. Beim Durchblättern der Preislisten bleibt unser Testpaar beim Mitsubishi hängen. Die Basisversion des 1,1-Liter schont mit 9990 Euro das Budget, vier Airbags und elektrische Fensterheber sind auch schon drin. Einziger Schönheitsfehler: Extras gibt es keine, die Basisversion läßt sich nicht aufwerten. Wer also mehr will, muß zum 1.1 Inform für 11.490 Euro greifen. Auch das ein faires Angebot, das mit ESP und Kopfairbags (800 Euro) noch schmackhafter wird.

Zunächst klingt auch der Fox verlockend. Mit 10.550 Euro kostet er kaum mehr als der Colt – fährt aber fast noch nackiger vor. Für Seitanairbags (260 Euro) und elektrische Scheibenheber (Paket ab 505 Euro) kassiert VW extra, Isofix und einen Sessellift für den Fahrer gibt es dagegen gratis. Laut Preisliste der teuerste, dennoch das beste Angebot: der Yaris für 10.950 Euro. Der frische Fernost-Mini spendiert viele Annehmlichkeiten wie Kopfairbags, elektrisch verstellbare Außenspiegel, eine geteilte und verschiebbare Fondbank, CD-Radio sowie Easy Entry rechts ohne Aufpreis. Und der Fahrer darf sich zusätzlich über einen Airbag für seine Knie freuen – sehr aufmerksam.

Raumangebot und Verarbeitung

Beim Platzangebot zeigt sich der Yaris dann plötzlich nicht mehr so großzügig. Ich sitze zwar nicht unbequem, aber doch am beengtesten. Hier fehlt mir die große Freiheit wie im Fox und vor allem im Colt – mit 3,75 Metern fällt der Toyota eben ein paar Zentimeter kürzer aus als seine Gegner. Die V-förmig zulaufende Mittelkonsole hinterläßt einen frischen, modernen Eindruck. Ja, das Material fühlt sich einfach an, doch alles scheint sauber zusammengesteckt. Der Fox präsentiert sich ebenfalls manierlich verarbeitet, bleibt insgesamt aber braver, sachlicher. Probleme habe ich eher mit dem Mitsubishi. Die milchig-trüben Plastikeinsätze sehen zwar schick aus, und die Funktionalität stimmt, ungenaue Passungen sowie die wackelige Mittelkonsole schaffen aber wenig Vertrauen. Krabbeln wir also nach hinten. Im Fond des Yaris fühle ich mich durchaus wohl, übe aber zwangsläufig den Schulterschluß mit meinen Sitznachbarn. Da geht es im Fox schon luftiger zu – was angesichts der Zweiersitzbank hinten aber auch kein großes Kunststück ist.

Als echtes Raumwunder punktet nur der Colt. Selbst hinten bleibt hier viel Luft zum Lümmeln. Beim Einsteigen heißt es dennoch in jedem Fall Vorsicht. Zum einen fordern die 1,25 (Colt) bis 1,30 Meter (Yaris) langen Türen breite Parklücken, zum anderen bleibt trotz galant vorrückender Sitze nicht viel Platz zum Entern des Fonds. Schade auch, daß der Yaris das Easy-Entry-System nur auf der Beifahrerseite anbietet – das aber wenigstens ohne Aufpreis. Doch wer will in den Dreitürern überhaupt hinten sitzen? Da nutze ich den Fond doch lieber als zusätzlichen Stauraum – den vor allem der Colt gut gebrauchen kann. Unser Probe-Pärchen muß bei ihm jedenfalls deutlich sorgfältiger packen als bei Fox und Yaris. Der kleine Toyota, als einziger serienmäßig mit geteilter und verschiebbarer Rückbank, schluckt als Zweisitzer satte 423 Liter mehr – das erspart so manchen Beziehungskrach.

Werksangaben und Testwerte

Was im Yaris defintiv fehlt, ist Temperament. Der 1,0-Liter-Dreizylinder müht sich angestrengt knurrend um Vortrieb, die 70 PS bleiben aber überwiegend blaß. Mit 15,5 Sekunden bis Tempo 100 und einer Spitze von 155 km/h fährt er hier klar hinterher – für junge Paare darf es ruhig etwas wilder sein. Die kernigen 75 PS des Colt passen da schon eher. Auch hier werkelt ein knurriger Dreizylinder mit bescheidenen 1,1 Liter Hubraum, doch der Fahrspaß fällt viel größer aus. An der Ampel bin ich kein Hindernis, und auf der Landstraße traue ich mich auch mal zu überholen – der CZ3 wuselt trotz indirekter Lenkung flott durchs Verkehrsgewühl. Und braucht mit 6,9 Litern auch nicht mehr Sprit als der Yaris.

Der Fox mobilisiert ebenfalls 75 PS, holt die Leistung aber aus einem 1,4-Liter-Vierzylinder. Ein Plus, das ich bei jedem Gasgeben spüre, mit Freude genieße und auch höre. Vorteil Fox in allen Disziplinen. Der Sprint löst beim Hintermann kein mitleidiges Hupen aus, bergab sind mit Rückenwind locker 170 Sachen drin. Solche Eile bestraft der VW allerdings mit einem Liter mehr Verbrauch als Colt und Yaris.

Kosten und Ausstattungen

Der Komfort des brasilianischen VW-Imports macht da mehr Freude. Souverän und ausgewogen federt der kleine VW selbst über schlechte Straßen und überzeugt mit erwachsenem Handling – wer sich für 405 Euro das ESP gönnt, fährt garantiert auf der sicheren Seite. Auf ähnlich gutem Kurs steuert der Yaris. Der gute Komfort gibt wenig Anlaß zum Meckern. Nur fiese Frostaufbrüche verleiten den Fernost-Floh zum aufgeregten Hoppeln, ansonsten reist es sich sehr entspannt. Vor allem wenn das ab Luna serienmäßige ESP über den Kurs wacht.

Die elektronische Straßenwacht bietet Mitsubishi ab Inform (11.490 Euro) – auf jeden Fall eine sinnvolle Investition in die eigene Zukunft. Leichte Defizite läßt allerdings der Federungskomfort erkennen. Bei höheren Geschwindigkeiten liegt der Colt zwar souverän und bügelt lange Wellen gekonnt weg. Unser Model hat in der Stadt aber häufiger über den ruppigen Fahrstil ihres Partners gemeckert. Zu Unrecht. Denn Schuld trägt das nicht wirklich harmonische Fahrwerk, das auf Querfugen schnell lospoltert. Und das kann eine junge Liebe schon erschüttern.

Die AUTO BILD-Wertung

Die Kleinen überzeugen auch Große: AUTO BILD-Redakteur Gerald Czajka findet an den handlichen Stadtflitzern Gefallen. Und in allen dreien genügend Platz – trotz seiner Größe von 1,97 Meter.

Autor: Gerald Czajka

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