Sebastian Vettel Red Bull Racing

Computer-Simulation: Vettel Montreal-Sieger

— 14.06.2010

Vettel Simulations-Sieger

Red-Bull-interne Simulationen belegen: Sebastian Vettel hätte in Montreal gewinnen können. Autobildmotorsport.de erklärt, warum der amtierende Vizeweltmeister trotzdem nur als Vierter die Ziellinie überfuhr.

Die Plätze vier für Sebastian Vettel und fünf für Mark Webber beim Großen Preis von Kanada in Montreal waren nicht das, was Red Bull nach den Startplätzen zwei und sieben erwartet hatte. Im Gegenteil: Internen Simulationen zufolge hätte Vettel gewinnen und Webber hinter McLaren-Pilot und Montreal-Sieger Lewis Hamilton den dritten Platz belegen müssen. Das erfuhr autobildmotorsport.de exklusiv von Christian Horner. Der Red Bull-Teamchef zeigte den ABMS-Reportern nach dem Rennen interne Simulationsblätter und deutete auf bunte Linien. Die Linien standen für jeden Fahrer beim Rennen in Montreal. Horner zu ABMS: "Hier kann man sehen, was schief lief mit unserer Planung. Kubica, Hülkenberg und Rosberg kamen früher als wir dachten zum ersten Boxenstopp. Deshalb gerieten die auf den weichen Reifen gestarteten Lewis Hamilton, Fernando Alonso und Jenson Button nach ihren frühen ersten Boxenstopps nicht in den Verkehr, den wir vorausberechnet haben – und verloren dementsprechend weniger Zeit auf der Strecke. Unser Vorteil mit den harten Reifen zu Rennbeginn länger draußen bleiben zu können, war deshalb keiner mehr. Im Gegenteil."

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Im Vorteil: Dank des ausgereiften F-Schacht-Systems zum Brechen des Luftwiderstands hatte McLaren in Kanada klar die Nase vorn.

Horner trotzdem zufrieden: "Wäre unser Plan aufgegangen, hätte Sebastian das Rennen gewonnen. Und das ist mehr als wir erwarten konnten." Red Bull hatte vor Kanada mit einer deutlichen Demontage durch McLaren-Mercedes gerechnet. "Dieser Kurs mit seinen vielen Hochgeschwindigkeitspassagen liegt unserem Auto eigentlich gar nicht. Wir dachten, dass wir hinter McLaren, Mercedes und Ferrari vielleicht gerade so mit Force India kämpfen können. Deshalb haben wir wirklich wertvolle Punkte gesammelt." Dass der Start auf den harten Reifen Vettel letztlich den Sieg gekostet hat, wollte Horner nicht bestätigen. "Das sind Spekulationen", so der Brite, der allerdings einräumte: "Auf jeden Fall haben wir dadurch die Pole verloren. Wir dachten aber, das wäre die bessere Strategie."

Vettel steht hinter den Entscheidungen seines Teams

Glücklos: Sebastian Vettel kämpft während des Kanada-GP mit Reifen- und Getriebeproblemen.

Auch Sebastian Vettel, der sich nach dem gewonnenen Fußballspiel Deutschland gegen Australien zufrieden im Deutschland-Trikot mit den Fans fotografieren ließ, glaubt an die Reifentaktik seines Teams. Vettel zu ABMS: "Ich denke immer noch, dass wir die richtige Entscheidung mit den harten Reifen getroffen haben, denn die weichen haben ja gar nicht gehalten. Alles in allem finde ich, dass wir hier doch stark waren, es war halt nicht unser Sonntag." Vettel weiter: "Am Anfang schien alles gut zu laufen und dann war ich auf einmal nur noch Vierter. Zwischendurch musste ich auch die Reifen schonen und hab dadurch viel Zeit verloren."

Red Bull blickt voraus

Im spanischen Valencia rechnet Red Bull Racing wieder mit einem größeren Vorsprung auf die McLaren und Ferrari. Teamchef Christian Horner: "Der Kurs sollte unserem Auto mit seinen schnellen Kurven wieder besser liegen. Außerdem ist Adrian Newey (Red Bulls Technikchef; d. Red.) extra in der Fabrik geblieben, um den F-Schacht weiter zu entwickeln. Wenn der endlich funktioniert, müssen wir uns auch auf den Geraden keine Sorgen mehr machen."

Getriebeprobleme bremsten Red Bull ein

Am Kommandostand: Teamchef Christian Horner zeigt die Fehler in der Kalkulation und prognostiziert stärkere Red Bull in Valencia.

Sorgen macht allerdings weiterhin die Zuverlässigkeit. Wegen eines Problems mit der Getriebetemperatur musste Vettel in der zweiten Rennhälfte des GP Kanada früher schalten und damit die Drehzahl drosseln, Webber wurde nach einem Getriebewechsel fünf Startplätze zurückversetzt. Horner: "Es waren bei beiden aber unterschiedliche Ursachen. Wir haben kein grundsätzliches Getriebeproblem." Trotz Gesamtplatz fünf und 15 Punkten Rückstand auf WM-Spitzenreiter Hamilton blickt Vettel optimistisch in Richtung zweite Saisonhälfte. "Ich wusste, dass der Kurs in Kanada unser schwierigster sein könnte, deshalb Kopf hoch und nach vorne schauen."

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach

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