Concept-Car Peugeot EX1 — 21.09.2010

Öko-Renner lässt die Muskeln spielen

Zum 200. Jubiläum der Marke präsentiert Peugeot mit dem EX1 einen Elektro-Renner, der für die Jagd nach Geschwindigkeitsrekorden konzipiert ist. Die ersten Marken sind bereits gefallen.

Sieht ein wenig nach Kamikaze auf Französisch aus. Aber immerhin ökologisch korrekt. Der Peugeot EX1 soll im Vorfeld des Marktstarts des zahmen Elektro-Kollegen iOn mächtig auf die Pauke hauen und demonstrieren, zu was ein Elektroauto im Extremfall fähig ist. Und tatsächlich macht die Lektüre seiner Eckdaten große Freude: Der 90 Zentimeter hohe, 3,5 Meter lange und 1,77 Meter breite Roadster verfügt über eine 970 Kilo leichte Karosserie mit Monocoque-Struktur, eine ausgetüftelte Aerodynamik, Allradantrieb sowie zwei Elektomotoren mit einer Leistung von 340 PS. Aber schauen wir noch einmal genauer hin. Die Karosserie des EX1 läuft nach hinten schmal zu, entsprechend eng stehen die Hinterräder beieinander. Peugeot findet, dass das Ganze wie ein Wassertropfen aussieht. Gut, bei der Interpretation von Studien und Konzepten kann man seine Fantasie ja auch mal fließen lassen. Verschiedenen Vertretern dieser Spezies soll mit dem Elektro-Roadster Tribut gezollt werden. So sollen sowohl der Kühlergrill als auch die athletischen Proportionen weiterführen, was etwa mit dem Concept Car SR1 begann.

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Besonders spektakulär: die Sprintzeit auf Tempo 260. Gerade einmal 6,6 Sekunden soll der EX1 für diese Disziplin benötigen.

Besonders spektakulär: die Sprintzeit auf Tempo 260. Gerade einmal 6,6 Sekunden soll der EX1 für diese Disziplin benötigen.

Peugeot schwärmt beim EX1 von einem völlig neuen Fahrgefühl. Man kann es sich vielleicht als Kampf gegen den Wind vorstellen. Denn mehr als Wind ist schließlich nicht zu hören, wenn die je an einer Achse sitzenden E-Motoren ihre gemeinsamen 340 PS ausreizen und das sofort abrufbare, konstante maximale Drehmoment von insgesamt 480 Newtonmetern loslassen. Beschleunigungskräfte von über einem G sollen kein Problem sein. Kostprobe? Bitte: Von 0 auf 100 vergehen lediglich 3,58 Sekunden, und nach 28,16 Sekunden hat der EX1 den ersten Kilometer hinter sich gebracht. Besonders spektakulär mutet aber die (von Peugeot bislang noch geschätzte) Sprintzeit bis auf Tempo 260 an. Gerade einmal 6,6 Sekunden soll der EX1 für diese Disziplin benötigen und damit deutlich schneller sein als andere Sportwagen auf Tempo 200. Stolz ist man auch auf bereits aufgestellte Weltrekorde in diversen Sprintdisziplinen. Laut Peugeot schaffte der EX1 die 1/8 Meile in 8,89 Sekunden, die 1/4 Meile in 14,4, die halbe Meile in 23,85, die Meile in 41,09 und 500 Meter in 16,81 Sekunden. Als wären all diese Daten nicht schon erstaunlich genug, gibt  Peugeot die Reichweite des EX1 mit unglaublichen 450 Kilometern an.

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Adrenalin-Garant: Der Fahrer sitzt in einem Schalensitz nur knapp über Straßenniveau.

Adrenalin-Garant: Der Fahrer sitzt in einem Schalensitz nur knapp über Straßenniveau.

Geentert wird der EX1 über zwei hinten angeschlagene Türen. Anschließend plumpsen Fahrer und Beifahrer in Schalensitze nur knapp über Straßenniveau. Vor beider Nasen sitzen im futuristischen Cockpit Kombianzeigen mit den aktuellen Leistungsdaten. Gesteuert wird der Renner mittels zweier Controller, die an ein Flugzeugcockpit oder auch ein Videospiel erinnern. Außer durch Motorsportgurte werden die Insassen durch die hohe Karbon-Zelle geschützt, die bis über die Köpfe reicht und so einen Überrollbügel bildet. Der EX1 hat sogar seinen eigenen Öko-Carport dabei. Die Parkbox ist als vollwertige autonome Ladestation konzipiert. Ihre Energie bezieht sie über Solarzellen auf dem Dach. Ein Ladegerät für Windenergie und Wasserkraft ist ebenfalls zu haben. Die schlechte Nachricht zum Schluss: Der EX1 ist und bleibt ein Unikat. Aber er macht Lust auf eine rasante Elektro-Zukunft. Zu sehen ist der EX1 übrigens nicht direkt auf dem Pariser Autosalon, dafür aber parallel zur Messe in der Peugeot Avenue an der Champs-Elysées im Rahmen einer Ausstellung zum Thema Elektromobilität.

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Kommentare zum Artikel (12)

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ML
22.09.2010, 18:00Uhr

Die vordere Hälfte des Wagens finde ich ziemlich cool...die hintere aber mindestens genauso häßlich.
Aber warum heult ihr schon wieder über die E Autos rum? Die haben nun mal gewisse Vorteile gegenüber den Verbrennungsmotoren. Wartungsfreiheit und Leistung nenne ich hier mal.
Nachteile sind sicherlich geringe Reichweite und lange Ladedauer der Akkus. Nicht zu vergessen das FEHLEN des Benzinmotorbrummens.
Ich würde nie ein E Auto kaufen - aber sie haben durchaus eine Dasensberechtigung!

Equator
22.09.2010, 14:58Uhr

Dieser ganze E-Mobility Hype ist Gewirnwäsche von der übelsten Art.
Eine in allen Belangen gravierend schlechtere Technik wird auf Teufel komm raus in die Köpfe der Leute als "Zukunft" gehämmert. In ein paar scheint sie ja schon drin zu sein.
Und das ganze noch mit Steuergeldern (RWE Ingo Werbung) !

jason93
22.09.2010, 14:52Uhr

@ moo
manche haben auch noch nicht verstanden dass e-autos von morgen sind

@ napsi
das ist einfach schwer vorstellbar, das sind Werte, von denen Formel 1-Autos, die 200 kg leichter und über 400 ps stärker sind, nur träumen können. Natürlich liegt bei denen das max. Drehmoment nicht ab der ersten Umdrehung an, dennoch ist diese Beschleunigung bei den Leistungsdaten unmöglich.

Diego
22.09.2010, 12:19Uhr

1/4 Mile = 400 m!

Thorsten
22.09.2010, 11:52Uhr

Bei all dem E-Auto Schrott, der hier so vorgestellt wird, muß ich sagen ist dieses Fahrzeug so interessant, wie der berühmte Reissack in China ! Aber scheinbar ist moo davon vollkommen überzeugt. Sein Glück, das Ding kann man eh nicht kaufen !
Ich bin wirklich gespannt, wie lange dieser Quatsch noch vorgestellt wird. Mit Sicherheit so lange es von Steuergeldern und/oder EU-Mitteln finanziert wird. Ein Wahnsinn !

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