Connectivity-Test: VW

Connectivity-Test: VW

— 19.08.2015

Wie gut ist VW vernetzt?

Das Thema Vernetzung wird im Automobilbereich immer wichtiger. Wir machen den großen Test: Was können die Systeme von Volkswagen?

WLAN, 3G-Internet, Bluetooth, NVIDIA-Prozessor, Zwölf-Zoll-Display. Nein, das ist nicht die Technik des neuen iPad, sondern die Car-Net-Ausstattungsliste des neuen VW Passat. Die wohl spektakulärste Neuerung für die Familienkutsche ist aber das "Active Info Display". So nennt Volkswagen den Bildschirm hinterm Lenkrad, den die Wolfsburger für ihre teureren Ausstattungslinien aus dem Audi-Regal stibitzen durften. Wie gut VW den Passat darüber hinaus vernetzt hat und welche Connectivity-Lösungen für Polo, Golf und andere Modelle erhältlich sind, zeigt der Vergleich in unserer Bildergalerie.

Connectivity-Test: VW

Touchscreen statt Drehknopf

Mittlerweile setzt VW in allen Modellen auf Touchscreens, die von Tasten für den Schnellzugriff auf Navi, Telefon oder Multimedia umrahmt sind. Es sind schon fast wieder zu viele Knöpfe, doch ansonsten ist die Bedienung einfach. Beim Touchscreen hilft der Annäherungssensor: Erst dann, wenn die Hand nahe kommt, klappen virtuelle Steuertasten auf wie etwa "Play", "Pause" oder "Weiter". So bleibt das Display während der Fahrt aufgeräumt.

So funktioniert Car-Net

Der Up setzt auf eine Aufstecklösung von Garmin. Bei den Assistenten hapert es aber.

Hat der Fahrer eine SIM-Karte mit Internet-Tarif in den Schlitz im Handschuhfach gesteckt, kann er mit einem Druck auf die Taste "Car" die Online- Dienste von Car-Net auf den Schirm bringen. Dann hat er auch Zugriff auf Online-Verkehrsinfos, die das Navigationssystem automatisch bei der Routenplanung berücksichtigt. Zudem macht Car-Net die Suche nach Restaurants oder Tankstellen sehr einfach, eine Freitextsuche mit Google-Unterstützung gibt's ebenfalls. VW schnürt hier ein Basispaket, an die vielfältigen Navi-Möglichkeiten von Konzernbruder Audi kommt es nicht ganz heran. Andererseits bleibt Car-Net so aufgeräumt und lenkt nicht durch Überfrachtung ab. Und wie die teuren Audi erzeugt auch der Passat über die eingelegte SIM-Karte einen WLAN-Hotspot, sodass Notebooks, Handys und Tablets der Insassen ins Netz dürfen.

MirrorLink und Apple Car Play

Mit MirrorLink und Apple Car Play bringen VW-Fahrer Online-Inhalte vom Smartphone auf das Auto-Display. Apps wie die für den Musikdienst Aupeo oder den Ortungsdienst Glympse gibt's ebenso wie ein paar hauseigene Apps, die aber mehr Spielerei sind. MirrorLink und Car Play greifen per USB-Kabel auf die fürs Auto optimierten Smartphone-Apps zu. MirrorLink spiegelt zudem wahlweise den gesamten Handy-Bildschirm – von Facebook und anderen sozialen Medien sollte der Fahrer im Verkehr aber die Finger lassen. Das System arbeitet allerdings nur mit Android-Handys, zudem unterstützt es nicht jeden Handy-Typ.

Assistenzsysteme

Gut vernetzt: Der Passat hat alles, was das Herz begehrt – auch viele Sicherheitsassistenten.

Ganz vorn im VW-Konzern liegt hier der Passat. Er bietet Systeme, die sonst nur in höheren Fahrzeugklassen erhältlich sind. Seine Ein- und Ausparkhilfen erkennen etwa, wenn beim Ausparken ein querendes Fahrzeug gefährlich nahe kommt. Der Passat bleibt dann zuverlässig stehen. Wird der Fahrer müde, warnen ihn Anzeige und Tonsignal. Reicht das nicht, rüttelt der Passat seinen Fahrer mit ruckeln- den Lenkbewegungen wach. Reagiert der Fahrer auch darauf nicht, bleibt der Wagen nach einer kontrollierten Bremsung stehen. Auch sonst hat VW bei den Assistenzsystemen in den vergangenen Jahren kräftig aufgerüstet – und ist in jeder Klasse auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Einzige Ausnahme: der veraltete Phaeton. Für ihn sind kaum Sicherheitsassistenten verfügbar. Hier sehen Sie die Modelle im Check:

Connectivity-Test: VW

 
Tomas Hirschberger

Tomas Hirschberger

Fazit

Ich habe Apple Car Play im Golf getestet – und habe mich auf die ersten Beats wirklich gefreut. Und bin – ehrlich gesagt – schon ziemlich enttäuscht. Zumindest im Golf hat mich einiges gestört. Das fängt schon bei der USB-Buchse an. Die hat VW so tief in der Mittelkonsole versenkt, dass du das Kabel nur mit Mühe und unter nicht jugendfreien Flüchen einfädeln kannst. Dann dauert es eine gefühlte halbe Ewigkeit, bis das ganze System hochgefahren und startklar ist. Hat sich das iPhone endlich verbunden, spiegelt Apple Car Play die freigegebenen Apps des Smartphones wie versprochen auf den Bildschirm. Doch die Grafik ist ein Witz. Platte Kacheln und viel zu große Symbole – das Ganze erinnert an ein Handy für Senioren. Zudem werden Cover nicht wiedergegeben. Nervig: Wenn du dich später erneut einstöpselst, erkennt das System dein Handy nicht, und du musst dich wieder anmelden. Gut gemeint, schlecht gemacht. Generell taugt Apple Car Play allerdings. Wir haben das System auch im neuen Volvo XC90 getestet – und dort hat es uns deutlich besser gefallen.

Autor: Stefan Voswinkel

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