Continental Hauptquartier

Conti übernimmt Schaeffler

— 20.05.2009

Spieß umgedreht

Continental dreht den Spieß um und will jetzt den Konkurrenten Schaeffler schlucken. Der hat sich mit der Übernahme von Conti kräftig übernommen. Hohe Schulden belasten beide Unternehmen.

Im Ringen um die Zukunft der hoch verschuldeten Autozulieferer Schaeffler und Continental könnte es
eine überraschende Wende geben. Wie das "Handelsblatt" heute (20. Mai 2009) berichtet, könnten die beiden Unternehmen unter dem Dach von Conti fusionieren. "Die Integration ist ebenfalls eine Option, die wir prüfen", kommentierte Schaeffler-Sprecher Detlef Sieverdingbeck den Bericht. Laut der Zeitung prüfen die Unternehmensberater von Roland Berger derzeit im Auftrag des Gläubigerkonsortiums unter Führung der Commerzbank das Szenario. In der Politik gebe es breite Unterstützung für eine solche Lösung. "Die Schaeffler Gruppe arbeitet gemeinsam mit der Continental AG an Optionen für eine künftige Zusammenarbeit beider Unternehmen", hieß es aus der Schaeffler-Zentrale in Herzogenaurach. "Der Prozess ist ergebnisoffen und wird von beiden Unternehmen konstruktiv betrieben." Schaeffler bestätigte die Begleitung durch eine Unternehmensberatung. Der Zulieferer hatte sich an der Übernahme des dreimal größeren Konkurrenten Conti verhoben. Da der Kauf komplett kreditfinanziert war, ist Schaeffler nun hoch verschuldet.

23 Milliarden Euro Schulden belasten beide Unternehmen

Insgesamt drückt die beiden Unternehmen eine Schuldenlast von etwa 23 Milliarden Euro. Den Banken drohen hohe Wertberichtigungen. Die Institute hofften nun, bei einer Fusion unter dem Dach von Conti allzu hohe Abschreibungen vermeiden zu können. Der Plan sieht nach "Handelsblatt"-Informationen vor, die private Schaeffler-Gruppe komplett in den börsennotierten Conti-Konzern zu überführen. Es scheine derzeit das einzige Modell zu sein, hieß es in Gläubigerkreisen. Bisher war vor allem über eine Fusion der Automotive-Sparten spekuliert worden.

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