Corvette C7 Stingray Cabrio: Fahrbericht

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Corvette C7 Stingray Cabrio: Fahrbericht

— 14.01.2015

Ungehobelter Kraftprotz

Ein riesiger V8 mit 466 PS und 6,2 Litern Hubraum – wir waren mit der Corvette C7 Stingray Cabriolet in den USA unterwegs. Was für ein Fahrerlebnis!

Video: Corvette C7 Stingray Cabrio

US-Trip mit der Corvette

Wow – das ist eine Fahrmaschine. Das Corvette C7 Stingray Cabrio mit Z51 Performance-Paket ist ein instinktgetriebener, brachialer, ruppiger Sportwagen, der einem immer wieder ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert. Dafür verantwortlich sind 466 PS, ein riesiger V8 mit 6,2 Litern Hubraum unter der Motorhaube aus Carbonfaser (mit gierigem Luftauslass in der Mitte) und 630 hinreißende Newtonmeter Drehmoment, die ruppig an der Hinterachse zupfen. Dazu dieser fast schon obszöne Sound, der sowohl aus den vier dicken Endrohren als auch direkt ins Cockpit wummert. Eine Vier-Klappen-Hochleistungs-Abgasanlage macht's möglich. Wem sich da nicht die Nackenhaare aufstellen, dem ist nicht mehr zu helfen.
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Weniger Diva, mehr Präzision

Fakt ist: Die Corvette ist längst nicht mehr die launige Sportwagen-Diva, die sie einst verkörperte. Kraft und Schnelligkeit gab es immer, an Zuverlässigkeit und Präzision mangelte es jedoch bisweilen. Es rappelte, klapperte und quietschte in der Vergangenheit immer mal gern an der ein oder anderen Stelle bei den bisherigen Corvette-Generationen. Dank ausgefeilter Technik wie dem computergesteuerten, aktiven Stoßdämpfersystem "Magnetic Selective Ride Control", elektronischem Sperrdifferenzial mit begrenztem Schlupf, hydraulischem Bremsassistenten sowie dem "Drive Mode Selector" mit fünf verschiedenen Fahrmodi (Wetter, Eco, Tour, Sport, Rennstrecke) bleiben jetzt fahrwerktechnisch kaum Wünsche offen. Die elektrische Lenkung ist schön direkt und präzise, die Brembo-Bremsen beißen kraftvoll zu.

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Rock'n'Roll steckt immer noch in dem Sportler

Ein Sportauto wie die Corvette lädt förmlich zu sportlichen Kurvenfahrten ein. Gänsehaut!

Das wirkt alles souverän und technisch einwandfrei entwickelt. Einzig die manuelle Siebengang-Schaltung zickt bei zu energischen Gangwechseln bisweilen ein wenig. Die Schaltwege sind nicht immer glatt und sanft zu bewältigen. Und bei allzu tiefen Längs- und Querrillen sowie Schlaglöchern schüttelt es die Corvette ordentlich durch. Aber diese beiden Punkte verzeiht man dem Stingray großherzig. Sonst wäre das am Ende alles zu glatt. Denn irgendwie ist eine Corvette immer noch ein bisschen Rock'n'Roll. Andere Corvette-Fahrer grüßen, wildfremde Menschen am Straßenrand winken uns zu. Den Stingray liebt einfach jeder. Lässt man den 630 Newtonmetern beim Kavalierstart freien Lauf, reißt es die Motorhaube in die Höhe. Fast wie bei einem Motorrad. Die Corvette stürmt erbarmungslos nach vorn. Bei nasser Straße drehen die 20-Zöller an der Hinterachse selbst im dritten Gang noch durch. In den Fahrmodi Eco, Winter und Tour ist die Abstimmung recht sanft, stellt man auf "Sport" oder "Track" ist die C7 fast ein wenig zickig und zu hart. Im Stand, zum Beispiel an der Ampel, vibriert das Auto wegen des riesigen 6.2 V8 unruhig vor sich hin.

Sprit sparen? Möglich, aber die Corvette schüttelt sich

Zum Spritsparen ist eine Zylinder-Abschaltung an Bord. Wenn diese von acht auf vier Töpfe schaltet, schüttelt es den Sportler immer ein bisschen durch. Es wirkt, als ob er das sparsame Fahren gar nicht mag. Apropos Spritsparen: Der Verbrauch, den unser Bordcomputer nach über 1000 gefahrenen Kilometern ausspuckt, ist mit 9,4 Litern auf 100 Kilometern für dieses Geschoss schon fast eine Sensation. 282 km/h ist das Cabrio schnell, leider können wir den Topspeed in den USA nicht bestätigen, ohne einen Gefängnisaufenthalt zu riskieren.

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Das Interieur ist komfortabel, die Sportsitze geben guten Seitenhalt.

Dass der Stingray C7 eine unumstrittene, fuchsteufelswilde Urgewalt ist, ist nun eindeutig geklärt. Alles andere hätte uns auch verwundert. Aber wie sieht es bei der US-Ikone in Sachen Luxus und Lifestyle aus? Auch im Innenraum muss sich die Corvette nicht vor der Konkurrenz verstecken. Serienmäßig mit an Bord sind unter anderem eine digitale Instrumentenanzeige mit hochauflösendem Acht-Zoll-Farbbildschirm, ein mehrfarbiges Head-up-Display, Sitzheizung und -belüftung, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ein schlüsselloses Ent- und Verriegelungs-System, eine Bluetooth-Schnittstelle für Telefon und Audio-Streaming sowie ein Hi-Fi-System mit zehn Lautsprechern von Bose. Das Mylink-Entertainment-System kann über den Touchscreen bedient werden. Wetterinfo, SMS-Dienst, Satellitenradio und ein prima funktionierendes WLAN-Hotspot inbegriffen. Leider reagiert der Bildschirm manchmal erst bei der zweiten Berührung. In den hautengen Leder-Sportsitzen fühlt man sich pudelwohl und fest eingebettet. Das Cabrioverdeck lässt sich elektrisch per Knopfdruck öffnen und schließen. Beim Schließen knallt das Verdeck jedoch etwas unsanft auf die Verankerung über der Frontscheibe.

Die Preise beginnen bei 79.500 Euro

Die Preisliste beginnt in Deutschland bei 79.500 Euro. Unser Stingray kostet 85.325 Euro, da folgende Optionen gegen Aufpreis mit an Bord sind: Z51 Performance-Packet, Data-Recorder zum Aufnehmen von Rundenzeiten, schwarz lackierte Alu-Felgen, Nappa-Lederausstattung "Adrenalin Rot" und die Metallic-Lackierung "Blade Silver". Nur mal zum Vergleich: Das 911 Carrera GTS Cabriolet mit 430 PS bietet Porsche ab 130.282 Euro an, einen Mercedes SL 500 (435 PS) gibt es ab 120.011,50 Euro.

Corvette C7 Stingray Cabrio: Fahrbericht

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Technische Daten: Corvette C7 Stingray Cabrio: V8 • 6162 cm³ • 466 PS • 630 Nm bei 4600 U/min • Heckantrieb • Siebengang-Schaltgetriebe • Vmax 282 km/h • 0-100 km/h in 4,2 sek. • 12,2 l/100 km (Werksangabe), 283g CO2/km • 9,4 l/100 km (Testverbrauch laut Bordcomputer) • L/B/H 4493/1877/1243 mm • Preis ab 79.500 Euro (63.000 Dollar in den USA) / Testwagenpreis 85.325 Euro (72.835 Dollar in den USA).

Stichworte:

Achtzylinder Sportwagen V8

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