Corvette Z06, Audi R8, Nissan GT-R, Porsche 911: Test — 17.06.2011

Tage des Donners

Drei Hightech-Allradler gegen rustikale, aber bewährte Heckantriebs-Technik aus den USA: Wie schlägt sich die Corvette Z06 gegen Nissan GT-R, Porsche Turbo S und Audi R8 GT?

GT-R gegen Turbo S, R8 GT und Z06 – da geht am Stammtisch die Post ab. Drei technisch extrem ausgefuchste Allradler gegen ein heckgetriebenes Alteisen aus Amerika? Unfair. Und der Nissan für weniger als 100.000 Euro soll ein ernsthafter Supersportler sein? Lachhaft. Der vom in sportlicher Hinsicht eher braven R8 nicht nur optisch extrem auf Racing getrimmte GT ist eh nur eine Luftnummer für Poser. Und der Turbo S doch eher ein Gran Turismo, sportlich ist ein GT3. Vorurteile sind wunderbar. Besonders dann, wenn sie zerbröseln wie ein Vampir bei Tageslicht. Nicht diese modernen Beißlutscher aus zwielichtiger Fantasie.

Übersicht: News und Tests zum Audi R8 und der Corvette Z06

Audi R8 GT: Mindestens 30 PS mehr gegenüber der Konkurrenz machen noch lange keinen Sieger.

Die Fakten: Mit 1459 Kilogramm ist die Z06 deutlich leichter als die Konkurrenz und teilt das Leistungsgewicht des aufwendig erleichterten Audi R8 GT. Dieser wiederum hat bereits auf dem Sachsenring gezeigt, dass man mit ihm rechnen muss, wenn es um schnelle Rundenzeiten geht. Doch in diesem Test tritt er mit einem Handikap an: Da alle anderen Testteilnehmer auf sportlichen Straßenreifen unterwegs sind, wurde er seiner (optionalen) und im Paket mit dem modifizierten Fahrwerk gut funktionierenden Semislicks beraubt – was nicht ohne Folgen bleibt. Zum GT-R ist zu sagen, dass er zwar daherkommt wie ein japanischer Einkaufskoffer, 1783 Kilogramm fett ist und man so hoch drinsitzt, dass da erst mal keine allzu sportlichen Gefühle aufkommen. Doch sobald man einmal diesen irren Punch des V6-Biturbos erlebt hat, der jetzt auf 530 PS hochgekitzelt wurde, wird man schon stutzig. Und wenn man dann mit dem Teil auf einer Rennstrecke unterwegs ist und einem nach ein paar Kurven nur noch der Mund ungläubig offen steht und man noch dazu sieht, dass er für 92.000 Euro abgefahrene Technik aufbietet, dann steht ihm die Rolle des Underdogs unter sündhaft teuren Boliden mehr als zu.

Übersicht: News und Tests zum Nissan GT-R und Porsche 911

Corvette Z06: Zusammen mit dem Nissan GT-R der eindeutige Preis-Leistungs-Sieger.

Die teilt er sich mit der wackeren, vielfach verkannten und verspotteten Corvette Z06, die schlanke 500 Euro mehr kostet. Der Turbo S hingegen ist eine sichere Bank und eine pfeilschnelle Allzweckwaffe, die auch für exquisite Rundenzeiten gut ist, die denen eines GT3 kaum nachstehen. Und dazu ist er noch ein reisetauglicher Gran Turismo. Das Leistungsspektrum der vier Supersportler bewegt sich jenseits der 500 PS und beginnt mit 512 in der Corvette Z06, Nissan und Porsche bringen jeweils 530 Pferde an alle vier Räder, der Audi R8 markiert mit 560 PS die Spitze. Warum der Audi R8 GT gegen seine Konkurrenten in diesem Vergleich keine Sonne sieht, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den komplette Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es in AUTO BILD SPORTSCARS 7/2011 oder als Download im Heftarchiv.

Hintergrund: So testet AUTO BILD

Technische Daten Audi Corvette Nissan Porsche
Motor V10 V8 V6, Biturbo B6, Biturbo
Hubraum 5204 cm³ 7011 cm³ 3799 cm³ 3800 cm3
kW (PS) bei 1/min 412 (560)/8000 377 (512)/6300 390 (530)/6400 390 (530)/6250–6750
Nm bei 1/min 540/6500 637/4800 612/3200–6000 700/2100–4250
Antriebsart Allrad Hinterrad Allrad Allrad
Getriebe 6-Gang sequenziell 6-Gang manuell 6-Gang-Doppelkupplung 7-Gang-Doppelkupplung
0–100 km/h 4,1 s 4,3 s 3,3 s 3,1 s
Leergewicht 1573 kg 1459 kg 1783 kg 1574 kg
Höchstgeschwindigkeit 320 km/h 320 km/h 315 km/h 315 km/h
Preis in Euro 193.000 92.500 92.000 173.241

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Kommentare zum Artikel (197)

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hanswurst
08.12.2011, 14:07Uhr

ich bin für den Porsche hehe

Wulff
09.07.2011, 17:25Uhr

Schade dass dieser interessante Test von vielen Idioten tot dikutiert wird. Was sollen diese flachen Bemerkungen? Kein Fahrzeug ist perfekt. Bei diesem Wettrüstungmarathon ist es kein Wunder, dass manches nicht ewig hält. So ist es bei jedem Hersteller. Technikfreaks müssen in der heutigen Zeit mit Nachbesserungen nach dem Kauf rechnen.
Meine Wahl fällt defintiv auf den GT-R, solange man Alle Inspektionen penibel beim GT-R Stützpunkt durchführen lässt und das Fahrzeug immer ordentlich warm fährt und die Turbos nachlaufen lässt, hat man auch lange Freude daran!

Wulff
09.07.2011, 17:22Uhr

@edi,
18.06.2011 23:24Uhr
Audi R8 ... „Und wenn er mit den Facelift dann mal ein Doppelkupplungsgetriebe erhält und ein drehmomenfreudiger Turbomotor den V10 ersetzt, dann kann man locker weiter reden.“

Kauf dir doch ´nen GT-R ;-) Da werden Alle deine Wünsche berücksichtigt!

Wulff
09.07.2011, 17:21Uhr

@Bugatti1001,
17.06.2011 22:15Uhr
„Auch das man die Garantie verliert, sollte man den Wagen auf einer Rennstrecke bewegen. Meiner Meinung nach sagt das schon alles. Wozu ist der Wagen denn gebaut, wenn man ihn nicht mal auf der Rennstrecke ausfahren darf. Anscheinend hat Nissan wenig Vertrauen in den eigenen Wagen.“

Ein GT-R Kunde kann sein Fahrzeug vor einem Rennstreckeneinsatz vom GT-R Stützpunkt vorbereiten lassen. Nissan hält bei vorheriger Freigabe sogar die Garantie für den Rennstreckeneinsatz. Voraussetzung ist unter anderem, dass vorher und nachher ein Check gemacht wird.

Wulff
09.07.2011, 17:21Uhr

@kavid,
17.06.2011 16:48Uhr
„Warum darf der Nissan "fast" Semislicks fahren, während der Audi irgendwelche Straßenreifen montiert bekommt?“

Beide Fahrzeuge liefen auf der Werksbereifung, also ein fairer Vergleich. Das Fahrzeug wurde für den Test nicht verändert. Beim Audi kosten die Semislicks Aufpreis, dann hätte man beim GT-R noch bessere Reifen nehmen können.

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