Crash mit Christbaum

Crash mit Christbaum Crash mit Christbaum

Crash mit Christbaum

— 19.12.2002

Schöne Bescherung

Stille Nacht, eilige Nacht. Wer den Wagen falsch bepackt, kann beim Unfall einpacken. Die DEKRA hat es ausprobiert.

Kommt ein Weihnachtsbaum geflogen...

Gehören Sie auch zu denen, die schon im November Geschenke kaufen, um dem Weihnachtsstress zu entgehen? Die ihre Nordmanntanne Wochen vorm Fest besorgen, sie akkurat im gusseisernen Ständer ausrichten und dann in Warteposition auf die Terrasse stellen? Oder sind Sie eine(r) unter zig Millionen Deutschen, die an den Advents-Samstagen die Geschäfte stürmen, am 23. einen Baum suchen und am 24. letzte Panikkäufe erledigen? Mal ehrlich ...

Trifft Letzteres zu, sind Fehler programmiert. Auch im Verkehr: Wer sein Auto planlos bepackt, setzt sich schon bei leichten Karambolagen hohem Risiko aus, bezahlt seinen Lade-Leichtsinn schlimmstenfalls mit dem Leben. Das haben die Unfallexperten der DEKRA jetzt bei ihrem so genannten Christmas-Crash bewiesen.

Die Zutaten: Man nehme einen ausrangierten Nissan Micra und stopfe ihn bis unters Dach mit Weihnachtsgeschenken voll. Abgeschmeckt wird die Horror-Fuhre mit einem Christbaum, der zusammen mit einem massiven Ikea-Regal auf dem Dachträger Platz nimmt. Anschließend knallt das ganze Paket in einen alten Ford Sierra. Peng! Die Folgen sind verheerend – trotz moderater 52 km/h Aufprallgeschwindigkeit. Der Dachgepäckträger fliegt dem Vordermann wie ein Geschoss in die Heckscheibe. Im Innenraum des Micra liegen verstreut Pakete. Der schwere Computermonitor hat die Lehne des Beifahrersitzes deformiert. Von einem Spiegel bleiben nichts als Splitter übrig.

Tipps für die richtige Beladung

"Der Beifahrer hätte schwere Rückenverletzungen davongetragen", analysiert DEKRA-Ingenieur Peter Mogwitz, "wenn ihm nicht schon der Spiegel den Hals abrasiert hätte." Für den Experten ist klar: "Der Zusammenstoß selbst wäre für korrekt angegurtete Insassen relativ glimpflich verlaufen. Die Crashzelle des Micra war intakt, das Lenkrad nur wenig verformt, die Türen ließen sich leicht öffnen. Dramatisch wurde der Unfall nur durch die chaotisch verstauten Geschenke." Deshalb: Belasten Sie sich nicht, packen Sie planvoll und ohne Eile. Das wäre doch ein guter Vorsatz, und zwar nicht erst für 2003.

Tipps für die richtige Beladung Falsch gesicherte Ladung ist nicht nur bei einem Unfall kritisch. Schon beim Bremsen können kleine Gegenstände zu gefährlichen Geschossen werden. Deshalb: • Schwere Ladung nach unten, leichte Sachen obendrauf, damit der Schwerpunkt niedrig liegt • Formschlüssig stauen. Gepäck im Laderaum bis an Rückenlehne bzw. ganz nach vorn schieben • Gurte hinten immer schließen, auch ohne Fondpassagiere. Das stabilisiert die umlegbare Rückbank gegen Druck von hinten • Verzurrösen nutzen, bei Kombis Gepacknetz oder -gitter einsetzen • Zulässiges Gesamtgewicht und maximale Dachlast beachten • Kleine Sachen in (Handschuh-, Seiten-)Fächern unterbringen.

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