Toyota Avensis-Crash

Crashtest Assistenzsysteme

— 26.01.2012

Kleiner Bums, hohe Rechnung

Auch ein kleiner Rempler kann richtig teuer werden, wenn dabei Fahrer-Assistenzsysteme demoliert werden. Die Ersatzteilpreise gehen dann schnell in die Tausende. Das zeigt ein Crashtest des ADAC.

Eigentlich sollen Fahrer-Assistenzsysteme im Auto ja dafür sorgen, das Unfallrisiko zu verringern. Was aber, wenn das mal nicht geklappt hat und es tatsächlich zum Crash kommt? Ein ADAC-Crashtest zeigt: Wenn es kracht, können die elektronischen Helfer für Autobesitzer schnell zur Kostenfalle werden. Der Test: Ein Toyota Avensis fährt mit nur 10 km/h auf einen stehenden Audi Q7. Sachschaden beim Toyota: Mehr als 5000 Euro! Allein 65 Prozent der Kosten verursacht bei diesem Bagatellunfall das getroffene Radarsystem (ACC-Sensor). Zusätzlich müssen rund 16 Arbeitsstunden für Mechatroniker und Lackierer entlohnt werden. Der ADAC fordert deshalb, Radarsysteme im Auto geschützter zu verbauen. Ist dies nicht möglich, müssten die Hersteller günstige Reparatursätze für die teuren Bauteile anbieten wie etwa bei den Scheinwerfern des Toyota, deren abgebrochener Halter für 13 Euro ersetzt werden kann.
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Eine Hauptursache für den hohen Schaden bei diesem Crash liegt allerdings auch darin, dass die Stoßfänger der gecrashten Fahrzeuge unterschiedlich hoch sind. Bei gleicher Höhe wären Motorhaube, Kühlergrill, der Kondensator der Klimaanlage, die Schlossträger der beiden Scheinwerfer sowie der Radarsensor des Avensis nicht beschädigt worden. Die Kosten für Ersatzteile lägen deutlich unter 1000 Euro. Auch der Zeitaufwand für die Reparatur wäre geringer. Das ist natürlich nur ein theoretisches Rechenbeispie des ADAC, denn in der Praxis fällt es oft schwer, in Kürze einen "passenden" Unfallgegner auszumachen.

Eine Recherche des ADAC zeigt außerdem, dass die Unterschiede bei den Preisen für Radarsensoren gewaltig sind. Es bestehe durchaus die Möglichkeit, die Hightech-Produkte günstiger anzubieten. Bei Mercedes etwa sei ein Sensor schon für 464 Euro erhältlich, werde dagegen ein Sensor eines Honda, Jaguar oder Toyota bei einem Bagatellunfall beschädigt, müsse der Verbraucher schnell über 3000 Euro ausgeben.

Trotzdem betont der ADAC die Wichtigkeit von Radarsensoren im Auto: In Notbremssystemen eingesetzt, würden sie Verletzungen verhinden und Leben retten. Um die Weiterentwicklung dieser Sicherheitssysteme nicht zu gefährden, müssten die Kosten für die Sensoren sinken. Werkstätten bräuchten von den Herstellern geeignete Vorgaben, um die Funktion der Sensoren zuverlässig zu überprüfen. So könne verhindert werden, dass teure Bauteile ohne Notwendigkeit ausgetauscht werden. Die Sensoren müssten außerdem durch spezielle Halterungen mit Sollbruchstellen besser geschützt werden. Auch die bauliche Trennung von Sensor und Elektronik (besser geschützt im Motorraum) könne die Kosten drücken.

Autor: Jan Kretzmann

Stichworte:

ADAC Assistenzsystem

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