Crashtest Mercedes ML-Klasse

Crashtest des Euro NCAP im August 2008

— 28.08.2008

Nichts für Fußgänger

Euro NCAP hat fünf Modelle zum Crashtest gebeten: Hyundai i30, Lancia Delta, Daihatsu Cuore, Renault Koleos und Mercedes ML. Vier davon bekamen die volle Punktzahl beim Insassenschutz.

Euro NCAP fuhr die Kompaktautos Hyundai i30 und Lancia Delta, den Kleinwagen Daihatsu Cuore, das Kompakt-SUV Renault Koleos und die Mercedes ML-Klasse im Crashtest ans genormte Hindernis. Beim Insassenschutz sahen alle bis auf den Daihatsu sehr gut aus – hier gab's jeweils fünf Sterne, für den Cuore vier Sterne. Kinder kämen im Ernstfall weniger gut weg: Daihatsu, Lancia und Mercedes erhielten nur drei von fünf Sternen, Renault und Hyundai kamen auf immerhin vier. Total unerfreulich dagegen die ermittelten Überlebenschancen für Passanten, falls sie von einem der fünf Kandidaten auf die Hörner genommen worden wären: An der ML-Klasse war der Aufprall besonders hart, hier gab's nur einen Stern. Die übrigen Modelle erhielten auch nur zwei von fünf Sternen.

Die Erkenntnis, dass Fußgänger noch immer unzureichend gegen einen Aufprall geschützt sind, zieht sich wie ein roter Faden durch die letzten Crashergebnisse von Euro NCAP. Im abgelaufenen Crash-Jahr erhielten 67 Prozent der Testfahrzeuge maximal zwei Sterne in dieser Disziplin. Die Folgerung der Ingenieure: Mittels neuer Wertung soll der Fußgängerschutz mehr in den Fokus der Hersteller gerückt werden. Michiel van Ratingen, Euro NCAP-Generalsekretär: "Es ist wunderbar, dass immer mehr Hersteller fünf Sterne erreichen. Aber unsere Aufgabe ist es nun einmal, die Latte stetig zu erhöhen. Das tun wir ab kommendem Jahr."

Der Lancia Delta bekam auch beim Seitenaufprall die volle Punktzahl.

Ab Februar 2009 wird das Spielchen also einen Level heraufgesetzt: Euro NCAP führt eine neue Gesamtwertung ein, die aus den drei Einzelergebnissen im Erwachsenen- (Insassen genannt), Kinder- und Fußgängerschutz zu gleichen Teilen errechnet wird. Fünf Sterne in dieser umfassenden Wertung erhalten dann nur noch Autos, die in allen drei Disziplinen top sind. Überdies wird auch das Sicherheitspotenzial von Fahrerassistenzsystemen wie ESP oder Abstandswarner getestet, die zunehmend in Autos installiert sind und von Unfallforschern gerade in jüngster Zeit vehement gefordert werden. Auch die Gefahr eines Schleudertraumas für Erwachsene soll ab sofort genauer getestet werden.

Mit diesen Neuerungen möchten die Tester der einseitigen Dominanz des Insassenschutzes in der öffentlichen Wahrnehmung begegnen und die Automobilhersteller weiter zu ständigen Verbesserungen anregen – besonders in Bereichen, die noch zu wünschen übrig lassen, so eben auch dem Fußgängerschutz. 

Autor: Roland Wildberg

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