Crashtest Euro NCAP Mai 2011 — 25.05.2011
Crashtest unter Hochspannung
Sechs Kandidaten trafen sich zum Crashkurs bei Euro NCAP: das Elektroauto Nissan Leaf, Citroën DS4, Ford Focus, Lexus CT200h, Peugeot 508 und Volvo V60.
Euro NCAP hat in seiner aktuellen Crashtest-Runde eine bunte Truppe von sechs Autos zum Schrotten einbestellt.
Citroën DS4,
Ford Focus,
Lexus CT200h,
Peugeot 508,
Volvo V60 und das Elektroauto
Nissan Leaf. Bewertet wurden wie üblich die Kriterien Sicherheit für Erwachsene sowie für Kinder und Fußgänger. Auch die Ausstattung mit Sicherheitsassistenten ist seit einiger Zeit Bestandteil der Wertung. Obwohl alle Kandidaten nach überstandener Prozedur mit dem Top-Ergebnis von fünf Sternen glänzen konnten, stand dennoch der
Leaf im Zentrum der Aufmerksamkeit. Denn er hat bewiesen, dass Elektroautos nicht nur sauber, sondern auch sicher unterwegs sind. Das war seinem Kollegen
Mitsubishi i-MiEV in einem früheren Test mit insgesamt vier Sternen nur bedingt gelungen.
Der Elektro-Kollege Mitsubishi i-MiEV brachte es in einem anderen Test nur auf insgesamt vier Sterne.
Doch während der
i-MiEV auf einem konventionellen Auto basiert, wurde der Leaf eigens für den Elektro-Einsatz entwickelt. Die Batterie ist nachweislich sicher in einem Fach unter dem Rücksitz verstaut. Auch im Falle eines Unfalls sind die Insassen vor einer möglichen Gefahr durch die Hochspannung geschützt. "Damit ist die Norm für die nächste Generation von Elektro-Autos auf dem europäischen Markt gesetzt.", lobt Michiel van Ratingen von Euro NCAP. Das gute Ergebnis deckt sich mit dem Abschneiden des Leaf im
Crashtest des Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) in den USA vor einigen Wochen.
Auch die übrigen gecrashten Autos schnitten mit jeweils fünf Sternen ab. Der neue
Ford Focus überraschte die Tester vor allem mit seinem sehr guten Ergebnis im Bereich der Fußgängersicherheit. Der
Volvo V60 konnte besonders mit seinen zahlreichen Sicherheitssystemen glänzen. Hier heimste er das perfekte Ergebnis von 100 Prozent ein.
Peugeot 508 wie auch
Citroën DS4 demonstrierten einen guten Schutz gegen Schleudertrauma im Rahmen eines Auffahrunfalls. In der Kategorie der Kindersicherheit schnitt der 508 mit 87 Prozent am besten ab. Beide PSA-Autos erlangten allerdings noch relativ schlechte Werte beim Fußgängerschutz. Nur mit knapper Not reichte es hier für die fünf Sterne. Generell werden beim Fußgängerschutz oft verhältnismäßig schwache Resultate erzielt. Doch die Motivationshilfe für die Hersteller naht: 2012 verschärft Euro NCAP seine Regularien. Für die begehrten fünf Sterne in der Gesamtwertung wird dann ein Erreichen von 60 Prozent anstatt wie bisher 40 Prozent in dieser Kategorie nötig sein.
Kommentare zum Artikel (5)
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@Falc09
Bin genau deiner Meinung.
Der NCAP hat kaum Aussagekraft.
Wo ist den eigentlich der neue A6 ?
Die Crashsicherheit kann man auch an den Versicherungseinstufungen sehen, Versicherungen machen andere Tests um die Ausmaße der Schäden zu begutachten.
Nach diesen Tests ist zB. in der Kompaktklasse der Astra J der Beste.
Stimmt zwar und sieht man z. B. daran, daß es keinen normierten Heckaufprall gibt und die Hersteller hier entspr. wenig entwickeln, andererseits kann ich mir keinen Unfall vorstellen, bei dem Crashstrukturen, eine stabile Fahrgastzelle ein optimierter Seitenaufprallschutz oder ausgefeilte Rückhaltesysteme nicht nützlich sind.
Beim Frontalaufprall ist auch die Motorisierung wichtig. Ich glaube kaum, daß ne E-Klasse mit fettem V8 auf dieselbe Punktzahl käme wie mit einem kleinen 4-Zylinder.
Getestet wird aber immer mit dem kleinsten Motor.
Hauptproblem beim NCAP ist nach wie vor, dass nicht gezeigt wird wie sicher ein Auto ist, sondern wie gut ein Auto auf die Kriterien des NCAP abgestimmt ist. Bei leicht geänderten Aufprallwinkeln, Geschwindigkeiten, ergäben sich unter umständen Haarstreubende Ergebnisse, ähnlich den Chinesen, welche ebend oft nicht nach NCAP Kriterien abgestimmt werden...