Kindersicherheit im Auto: Crashtest

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Crashtest: Kindersitze – falsche Bedienung

— 24.06.2015

Sieben Fehler bei der Kindersicherung

Jährlich verunglücken etwa 10.000 Kinder im Pkw. Häufige Ursache: Sie sind nicht ordnungsgemäß im Fahrzeug gesichert. Welche Gefahren bei falscher Sicherung drohen, hat AUTO TEST zusammen mit der DEKRA getestet.

Video: Crashtest Kindersicherheit (2015)

Lauernde Gefahr für Kinder

2014 verunglückten nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes 10.767 Kinder als Mitfahrer im Pkw. Häufige Ursache: Viele Eltern sichern ihre Kinder nicht ausreichend – ob aus Zeitdruck, falscher Bequemlichkeit oder aus Unwissen über die korrekte Handhabung. AUTO TEST hat exklusiv mit der DEKRA die sieben häufigsten Bedienfehler bei Kindersitzen sowie Mängel bei der Sicherung der Kleinen simuliert. Dabei wurden alle Tests als Frontalaufprall mit 50 km/h in Anlehnung an die Norm ECE R44 durchgeführt. Neben der Auswertung der von den Dummys erfassten Sensordaten wurden die Crashszenarien von einer Ärztin für Kinderchirurgie aus medizinischer Sicht beurteilt.

Kind auf dem Schoß des Beifahrers: Achtung, Lebensgefahr!

Fehler Nummer eins: Das Kind sitzt ungesichert auf dem Schoß des Beifahrers. Im Test repräsentierte der Dummy ein zwölf Monate altes Kind. Trotz der Airbagentfaltung prallte der Kinder-Dummy mit dem Brustkorb auf den Armaturenträger – auch die Arme der Mutter können es nicht zurückhalten. Das Urteil der Ärztin: "Ein solcher Unfall endet für ein Kind wahrscheinlich tödlich." Fehler Nummer zwei: Die Kinder werden zu locker im Sitz gesichert. So können etwa dicke Jacken verhindern, dass der Gurt straff genug anliegt, um im Ernstfall richtig zu schützen. Im Test entsprachen die Dummy jeweils einem dreijährigen Kind in einem Kindersitz der Gruppe 1 und einem sechsjährigen Kind in einem Kindersitz der Gruppe 2/3. Ergebnis: Im ersten Fall würde der Kopf des Kindes gegen den Vordersitz prallen. Die Vorverlagerung des älteren Kindes bliebe indes im gesetzlichen Rahmen. Der Dummy steigt jedoch im Sitz auf und stößt mit dem Kopf an den Dachhimmel. In beiden Fällen wären bei einem realen Unfall ernsthafte Verletzungen die Folge.
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Kind zu groß für den Sitz: Schädel-Hirn-Trauma droht

Das Kind ist zu groß für den Sitz: Die Nackenkräfte sind doppelt so hoch wie normal. Die Folge ist eine Überstreckung der Halswirbelsäule.

Ebenfalls ein oft zu beobachtender Fehler: Das Kind ist für den verwendeten Sitz zu groß oder zu klein. Auch dieses Szenario wurde getestet: Im ersten Fall mit einem Dummy, der ein sechsjähriges Kind repräsentiert, das zu groß und zu schwer für einen Kindersitz der Gruppe 1 ist. Beim Crash hält der Gurt den Dummy zwar relativ gut zurück, dennoch ist die Vorverlagerung enorm. Kopf und Beine des Kindes sind aufprallgefährdet. Zudem zeigt der Test eine stark erhöhte Belastung für den Nacken. Bei einem solchen Unfall würde eine Verletzung der Halswirbel drohen, im schlimmsten Fall zusätzlich ein Schädel-Hirn-Trauma. Im zweiten Fall repräsentiert der Dummy ein anderthalbjähriges Kind, das zu klein ist für einen Kindersitz der Gruppe 2/3. Beim Crash dreht sich der Dummy aus dem Gurtverlauf, wird hauptsächlich vom Beckengurt im Sitz gehalten. Die Drehbewegung könnte im realen Fall bei einem Kind zu erheblichen Verletzungen führen.

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Der nächste Fehler, der getestet wurde: ein nicht korrekt eingerasteter Isofix-Sitz. Im Test wird der Sitz zwar auch mit nur einem fixierten Rastarm annehmbar in Position gehalten. Deutlich zu erkennen ist jedoch eine Drehbewegung des Sitzes und des Kindes. Die Zugkräfte, die auf den Kopf wirken, sind extrem hoch, ebenso die vertikale Beschleunigung, die auf den Brustbereich einwirkt. Hierbei drohen schwere Halswirbelverletzungen.

Gurtklemme offen: Sitz rutscht zehn Zentimeter vor

Der Test mit offener Klemme: Das Szenario kann zu einem Oberschenkeltrauma und Kopfverletzungen führen.

Der nächste Fehler, der getestet wurde: offene Gurtklemmen des Kindersitzes. Im Test wurde der Gurt zwar durch die Führung gelegt, aber nicht verschlossen. Das Resultat: Der ganze Sitz bewegt sich samt Kind zu weit nach vorn. In dieser Situation besteht die Gefahr, dass der Kopf des Kindes an die Rückenlehne des Vordersitzes prallt. Fehler Nummer sieben betrifft Babyschalen auf dem Beifahrersitz. Immer wieder vergessen Eltern, den Airbag zu deaktivieren. Das überraschende Ergebnis: Trotz der falschen Anwendung sind die Kräfte, die auf den Dummy einwirken, nicht übermäßig. Die Kopfbeschleunigung fällt zwar etwa ein Drittel höher aus als bei der korrekten Anwendung mit deaktiviertem Airbag, Nackenkräfte sogar noch heftiger, doch sie hätten nicht zu lebensgefährlichen Verletzungen geführt. Das glimpfliche Ergebnis darf jedoch nicht täuschen: Im Einzelfall könnte ein Crash dieser Art weitaus schlimmer ausgehen.

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Kindersicherheit im Auto: Crashtest

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