Dekra-Crashtest: Mähdrescher als Risiko

Crashtest mit Mähdrescher Crashtest mit Mähdrescher Crashtest mit Mähdrescher

Crashtest: Mähdrescher als Risiko

— 06.08.2014

Kollision mit einem Mähdrescher

Unfälle mit Mähdreschern können in der Erntesaison häufiger vorkommen. Die Dekra hat Kollisionen im Crashtest nachgestellt, mit bedenklichen Ergebnissen.

Während der Erntesaison sind gerade in ländlichen Gebieten vermehrt Traktoren, Landmaschinen und Mähdrescher auf öffentlichen Straßen unterwegs. Nicht nur der Geschwindigkeitsunterschied der Arbeitsfahrzeuge zum normalen Verkehr (zum Beispiel auf Landstraßen) ist eine Ursache für brenzlige Situationen. Die Dimensionen gerade von Mähdreschern werden zum Teil unterschätzt, zusätzlich sind die Maschinen im Gegensatz zu modernen Pkw überhaupt nicht auf Crash-Sicherheit ausgelegt. Knautschzonen und ähnliche passive Sicherheitskonzepte fehlen komplett. Die Sachverständigenorganisation Dekra hat in einem Crashtest die Gefahren von typischen Kollisionen mit einem Mähdrescher aufgezeigt. Den Ergebnissen des Tests zufolge sind speziell Motorradfahrer gefährdet, aber auch für Auto-Insassen stellen die großen Landmaschinen ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar.

Small Overlap Crashtest

Small Overlap Crashtest: Mazda 5 Small Overlap Crashtest: Mazda 5 Small Overlap Crashtest: Mazda5

Die Landmaschine hat keine Knautschzone. Die Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer ist dadurch sehr hoch.

Beim Frontalcrash eines Pkw (siehe Bild oben) mit einem Mähdrescher ohne Mähwerk "unterfährt der Pkw die feste Struktur der Erntemaschine, steife Bauteile dringen im Oberkörper- und Kopfbereich der Insassen in den Fahrgastraum ein. In einem solchen Fall bringen alle passiven Sicherheitseinrichtungen bis hin zu Airbag und Sicherheitsgurt praktisch nichts mehr." Dekra-Unfallanalyst Jörg Ahlgrimm war beim Auto-Crash schon skeptisch, was den Insassenschutz angeht. Für Kradfahrer hatte er noch weniger Hoffnungen. Beim seitlichen Aufprall auf die Landmaschine mit Tempo 60 bilanzierte der Fachmann: "Wäre das ein realer Unfall gewesen, hätte der Motorradfahrer schwerste, wenn nicht tödliche Verletzungen erlitten." Im letzten Test inszenierten die Experten einen Unfall, bei dem das Motorrad frontal mit dem Mähwerk zusammenstieß. Das Resultat entsprach dem befürchteten Worst-Case-Szenario: Der Dummy wurde "buchstäblich vom Mähwerk aufgespießt", so Ahlgrimm.

Crashtest: Smart fortwo gegen S-Klasse

Crashtest: Smart fortwo gegen S-Klasse Crashtest: Smart fortwo gegen S-Klasse Crashtest: Smart fortwo gegen S-Klasse

Der Dummy wird vom Mähwerk geradezu aufgespießt.

Aus Sicht des Dekra-Mitarbeiters ist das Problem konstruktionsbedingt und deswegen im Grunde nicht zu lösen. Er betonte, dass das Problem nicht auf herkömmliche Weise angegangen werden könne. So würde die Anbringung eines Unterfahrschutzes an den Landmaschinen den eigentlichen Zweck, die Arbeit auf dem Feld, beeinträchtigen. Ahlgrimm weiter: "Im Grunde sind das eben keine Fahrzeuge, sondern Arbeitsmaschinen. Sie sind konstruiert für den landwirtschaftlichen Arbeitseinsatz und nicht regelmäßig auf Straßen unterwegs. Eine Struktur zum Schutz von anderen Verkehrsteilnehmern müsste ständig an- und wieder abgebaut werden."
Den ersten Motorrad-Crash können Sie hier im Video ansehen:

Autor: Jonathan Blum

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.