Bilder: Sicherheitsstudie zu Quads

Quad nach Unfalltest Quad im Unfalltest Quad im Unfalltest

Crashtest mit Quad

— 25.10.2013

Todesrisiko Quad

Jetzt ist es belegt: Das Fahren mit Quads ist um ein Vielfaches gefährlicher als Autofahren. Unfallforscher zeigen das in einer ausführlichen Studie.

(dpa/cj) Das extrem hohe Unfallrisiko von Quads ist erstmals von einer breit angelegten Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) belegt worden. Das Risiko, bei einem Unfall schwer verletzt oder getötet zu werden, liege rund zehn Mal höher als beim Auto, sagte der Leiter der wissenschaftlichen Einrichtung, Siegfried Brockmann, bei der Präsentation der Ergebnisse in Neumünster. Das Problem ist nicht nur groß, sondern auch "hausgemacht": Gut 85 Prozent der Unfälle mit Quads würden von den Fahrern selbst verursacht, so Brockmann. Rund 40 Prozent davon wiederum passieren laut Studie ohne jede Fremdeinwirkung, oft wegen Fahrfehlern.

Mehr Infos: So gefährlich sind Quads

Ein Crashtest auf der örtlichen Dekra-Anlage zeigte, wie schlecht die Motorrad-ähnlichen Fahrzeuge mit vier dicken Reifen Kurven nehmen können. Schon ein 52 km/h schnelles Quad prallte mit seinen  330 Kilo gegen Baumpfähle und überschlug sich mehrfach. Der Fahrer – ein Dummy – schleuderte weit durch die Luft.

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Gleich mehrere Gründe sind für das schlechte Fahrverhalten und die schwierige Handhabung der schätzungsweise rund 150.000 Quads in Deutschland verantwortlich. Viele Quads haben kein Differential, Innen- und Außenrad sind in Kurven also gleich schnell. Hinzu kommt, dass der Fahrer Gas mit dem Daumen gibt wie bei einer Klingel. "Die Maschinen schießen bei ruckartigem Gasgeben förmlich ab", sagte Brockmann. "Und das Lenken ist extrem schwergängig." Der Experte sprach von einer "unheiligen Allianz", denn bei einer Vollbremsung gibt es zudem noch kein ABS.

Alles zum Thema Crashtest

Auch bestehende Regelungen für die Quad-Nutzung fördern die Unfallgefahr: So können bereits 16-Jährige mit Mopedführerschein (Klasse S bzw. AM) kleine Quads bis 4 kW mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit fahren. Solche Maschinen würden aber oft schneller gemacht, sagte Brockmann. Wer einen Autoführerschein hat, darf mit Quads (bis 15 kW) losbrettern, die an die hundert Sachen fahren können. Manche Hersteller haben noch leistungsstärkere Quads im Angebot, die als land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschinen klassifiziert sind.

Bilder: Sicherheitsstudie zu Quads

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Die Forderung nach einem speziellen Quad-Führerschein auf EU-Ebene ist laut Brockmann unrealistisch. Eine Alternative wären dokumentierte Einweisungen und Übungsfahrten beim Kauf, so der Verkehrssicherheitsexperte. Und an die Hersteller ging sein eindringlicher Appell, umgehend freiwillig nur noch Quads mit Differential anzubieten und nicht erst ab 2016 - wie von der EU vorgeschrieben. Sein Fazit: "Wenn Quadfahren eine Risiko-Sportart wäre, wäre es schon verboten."

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