GDU-Crashtest mit kleinen Dummies

Crashtest nach Körpergröße

— 10.05.2010

Kleine Fahrer in Gefahr

Kleine Menschen sind bei Frontalcrashs stärker gefährdet als durchschnittlich große Autofahrer. Das ergaben Crashtests der Versicherer. Ihr Appell: Die Hersteller müssen handeln.

Die Autobauer tun eine Menge, damit die Passagiere bei einem Unfall möglichst keine oder nur leichte Verletzungen erleiden. Babys und Kleinkinder nehmen in speziellen Sitzen Platz, Gurte und Airbags schützen die Insassen. Doch jetzt der Schock: Kleine Autofahrer haben nach Untersuchungen der Unfallforschung der Versicherer (UDV) ein höheres Risiko, bei einem Frontalaufprall schwer verletzt zu werden. Wegen der geringeren Durchschnittsgröße sind vor allem Frauen betroffen, teilte der Verband jetzt mit. Der Grund: Kleine Mernschen sitzen näher an der Instrumententafel, weil sie sonst Probleme haben, die Pedale im Fußraum zu erreichen. Bei zwei Crashtests mit kleinen Fahrer-Dummies in normaler Sitzposition wiesen die Puppen deutlich höhere Belastungswerte an den Oberschenkeln auf als ein optimal positionierter.

Noch mehr Crashtest-Ergebnisse auf der Crashtest-Seite von autobild.de

Die Forderung der Unfallforscher: Zum Schutz kleiner Pkw-Fahrer sollte die Ergonomie im Auto verbessert werden. Zusätzlich muss erforscht werden, ob und wie beispielsweise Knieairbags, verstellbare Pedale und besser einstellbare Lenkräder die Sicherheit von kleinen Fahrern verbessern könnte, so Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer. Und so gingen die Tester vor: Sie fuhren zwei Kleinwagen mit jeweils 50 km/h gegen eine starre Stufenbarriere. Einmal wurde der 1,50 Meter große Dummy optimal hinterm Lenkrad platziert. Weil er so die Pedale nicht erreicht hätte, wurde eine Pedalverlängerung angebracht. Im zweiten Test wurde der Dummy wie in der Realität nötig extrem nah ans Lenkrad gesetzt, um die Pedale zu erreichen. Das schockierende Ergebnis: Der Dummy knallt mit enormer Wucht mit den Knien gegen die Lenksäule, die Oberschenkel-Kräfte steigen gegenüber der optimalen Position bis zum Fünffachen an. Und auch die Statistik spricht eine klare Sprache: Die Analyse der Unfalldatenbank der Versicherer zeigt, dass beim schweren Frontalaufprall der Anteil der schweren Verletzungen bei weiblichen Fahrern um 50 Prozent über dem der männlichen liegt. Hier sind Nachbesserungen dringend erforderlich.

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