Es sind die Urängste des modernen Autofahrers: Was passiert, wenn ich mit meinem Hybridauto einen schweren Unfall habe? Kann das ganze Auto unter Strom stehen? Oder brennen? Schließlich ist eine kiloschwere Batterie an Bord, es fließen starke Ströme, und unter der Motorhaube herrscht Hochspannung. DEKRA-Techniker machten zusammen mit AUTO BILD den Crashtest. Ein drei Jahre alter Toyota Prius mit einer Laufleistung von 124.000 Kilometern, angetrieben von einem 76-PS-Benziner und einem 50-kW-Elektromotor, wurde mit knapp 50 km/h frontal gegen eine schräge Wand gefahren. Der Test bildete insofern einen sehr heiklen Unfall ab, da besonders starke Kräfte auf die linke Fahrzeugfront wirkten. Dort hat Toyota den Inverter verbaut, über den der Energie-Transfer zwischen Hybridbatterie und Elektromotor/Generator erfolgt. Das Herzstück des Hybriden. Es sollte den Crash besser heil überstehen.
Toyota Prius Hybrid
Der Inverter, Herz des Hybridantriebs im Prius, ist zwar nach hinten gerutscht, bleibt aber heil.
Bild: Thomas Ruddies
Und das tut es. Zwar wird der Inverter beim Aufprall um fünf Zentimeter nach hinten geschoben, er weist aber weder Dellen noch Risse auf. "Erstaunlich, wie gut das Bauteil diesen Aufprall überstanden hat", so DEKRA-Mann Peter Rücker. Und die Batterie im Heck des Prius blieb ebenso unbeschädigt wie der Kabelschacht aus Plastik unter dem Wagen. Toyota hat vorgebaut: Crashsensoren und Stromunterbrecher sorgen dafür, dass eingebaute Relais den Stromkreis sofort trennen. Auch wenn dieser Test Prius-Fahrer beruhigen kann – an der Sicherheit wird weiter geforscht. Und geprüft. Der TÜV Süd testet bald moderne Lithium-Ionen-Akkus auf ihre Crashtauglichkeit.

Fazit

Der Crash mit dem Toyota Prius zeigte: Das Hybridauto übersteht auch einen heftigen Aufprall, ohne dass die Elektrik für Gefahr sorgt. Das beruhigt. Die Hersteller nehmen das Thema Sicherheit bei E- oder Hybridantrieben ernst. Müssen sie auch. Alles andere wäre der Tod der Technologie.