Crashtest Toyota Prius — 20.11.2009
Prius-Crash unter Hochspannung
Die saubere Hybrid-Technologie hat auch ihre Tücken: Sind Hochspannung und Akkus an Bord bei einem Unfall wirklich sicher? AUTO BILD wollte es wissen – und fuhr einen drei Jahre alten Toyota Prius gegen die Wand.
Es sind die Urängste des modernen Autofahrers: Was passiert, wenn ich mit meinem
Hybridauto einen schweren Unfall habe? Kann das ganze Auto unter Strom stehen? Oder brennen? Schließlich ist eine kiloschwere Batterie an Bord, es fließen starke Ströme, und unter der Motorhaube herrscht Hochspannung. DEKRA-Techniker machten zusammen mit AUTO BILD den
Crashtest. Ein drei Jahre alter
Toyota Prius mit einer Laufleistung von 124.000 Kilometern, angetrieben von einem 76-PS-Benziner und einem 50-kW-Elektromotor, wurde mit knapp 50 km/h frontal gegen eine schräge Wand gefahren. Der Test bildete insofern einen sehr heiklen Unfall ab, da besonders starke Kräfte auf die linke Fahrzeugfront wirkten. Dort hat Toyota den Inverter verbaut, über den der Energie-Transfer zwischen Hybridbatterie und Elektromotor/Generator erfolgt. Das Herzstück des Hybriden. Es sollte den Crash besser heil überstehen.
Der Inverter, Herz des Hybridantriebs im Prius, ist zwar nach hinten gerutscht, bleibt aber heil.
Und das tut es. Zwar wird der Inverter beim Aufprall um fünf Zentimeter nach hinten geschoben, er weist aber weder Dellen noch Risse auf. "Erstaunlich, wie gut das Bauteil diesen Aufprall überstanden hat", so DEKRA-Mann Peter Rücker. Und die Batterie im Heck des
Prius blieb ebenso unbeschädigt wie der Kabelschacht aus Plastik unter dem Wagen. Toyota hat vorgebaut: Crashsensoren und Stromunterbrecher sorgen dafür, dass eingebaute Relais den Stromkreis sofort trennen. Auch wenn dieser Test Prius-Fahrer beruhigen kann – an der Sicherheit wird weiter geforscht. Und geprüft. Der TÜV Süd testet bald moderne Lithium-Ionen-Akkus auf ihre Crashtauglichkeit.
Jan Horn
Fazit
Der Crash mit dem Toyota Prius zeigte: Das Hybridauto übersteht auch einen heftigen Aufprall, ohne dass die Elektrik für Gefahr sorgt. Das beruhigt. Die Hersteller nehmen das Thema Sicherheit bei E- oder Hybridantrieben ernst. Müssen sie auch. Alles andere wäre der Tod der Technologie.
Kommentare zum Artikel (10)
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Sehe geehrter Herr TomTom,
selbst wenn die Batterie, !209V DC!, mit der Karosserie in Kontakt kommen würde, fehlt der Kontakt zum Boden um über den armen Feuerwehrmann einen Stromkreis zu schließen.
Abgesehen davon ist der Gleichstrom nicht ganz so gefährlich wie die Wechselspannung.
Ach ja, könnten sie mir die Bezugsquelle mitteilen wo sie die Wechselstrombatterien beziehen? Und hören sie auf alle Prius-Fahrer gleich in die "Ökofuzzi" Schublade zu stecken. Wir Prius-Fahrer sagen ja auch nicht zu allen anderen Neandertaler.
Der autor sagt der Prius 2 wäre sicher. Nur weil der Prius 3 5 Sterne bekommt heisst es ja nicht seine Vorgänger wären auch sicher, daher ist diese Aussage hier durchaus interessant.
Achja, die Prius-Batterie hat ~230V, wenn da beim Crash Kontakt mit der Karosserie entsteht würde das nen Feuerwehrmann sicherlich freuen wenn er versucht den Öko-Fahrer aus seinem auto zu befreien....
Guter und zweckmässiger Test
Überschrift versucht Zweifel aufkommen zu lassen an der Hybridtechnik -schade-
Dieselverbräuche zwar teilweise besser als beim Hybrid
aber Standabschaltung des Motors und Planetengetriebe
sind Autofahren Zukunft und nicht wie beim Diesel ala Steinzeit
Ich finds ja schön, dass der Autor den Prius und den Insight auseinander halten kann!! (Vorsicht Ironie, kann er nämlich nicht, siehe Bilder ;-) )
@gmathol, pete: Meiner Meinung interessiert es nicht, ob ein Fahrzeug nach einem solchen Crash aussieht wie ein Totalschaden bzw. auch ein Totalschaden ist. Das Auto kann von mir aus nur noch Schrott sein, solange es die "Besatzung" nicht ist.