Crashtest: Unterfahrschutz bei Lkw

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Crashtest: Unterfahrschutz bei Lkw

— 23.09.2011

Alles nur Fassade

Der Lkw-Unterfahrschutz soll tödliche Unfälle stoppen. Doch die Blech-Barriere ist instabil und oft nur lose befestigt. Sichere Alternativen werden jedoch zerredet.

Der Renault hat sich bis hinter die B-Säule unter den Sattelzug gebohrt, Decken verhüllen die Überreste der Fahrgastzelle. Bei dem Unfall Anfang August 2011 auf der A3 starben drei Menschen. Solche Tragödien müssen verhindert werden, fordert Dr. Dieter-Lebrecht Koch, Europa-Abgeordneter der CDU. Er plädiert für weitreichende und allgemeingültige Vorschriften, die einen stabilen Unterfahrschutz für alle Lkw zur Pflicht machen: "Das wird helfen, Unfallfolgen abzumildern" Seit 1970 gehört der Heckunterfahrschutz per Europa-Richtlinie zur Standardausstattung von Lkw, 2006 wurde die Regelung durch eine geringfügig verschärfte Richtlinie ersetzt. Dennoch gehen Unfälle mit Personenwagen oft tödlich aus. Laut Statistischem Bundesamt starben 2010 bei 23.517 Lkw-Unfällen 294 Pkw-Insassen. Als Grund nennt ADAC-Versuchsingenieur Volker Sandner die leichte Bauweise des Schutzes und seine mangelhafte Befestigung am Lkw: "Der Unterfahrschutz knickt weg oder reißt ganz ab."

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Eine einfache Modifikation bringt den gewünschten Effekt: Der Motorraum des Pkw zerschellt, die Fahrgastzelle bleibt unversehrt.

Schon 2005 hat der ADAC in Crashtests auf die ungenügende Wirksamkeit der Vorrichtung aufmerksam gemacht und zugleich eine Alternative präsentiert: Der bessere Unterfahrschutz schließt mit dem Heck des Lkw ab, sitzt knapp 50 Zentimeter tiefer und besitzt, anders als die gängigen Modelle, eine zusätzliche Versteifung an der Befestigung am Auflieger. Sandner sieht jetzt den Gesetzgeber in der Pflicht: "Die Träger und Anbindungen müssen genauer geprüft werden." Die Hersteller sind bereit zu handeln, aber ihnen fehlen die Käufer. Die Spediteure rechnen knapp, und der Zwang durch den Gesetzgeber fehlt. Die Branche wartet deshalb auf einen Beschluss aus Brüssel, doch der steht noch aus. 2006 hat der ADAC die Ergebnisse des Crashtests an die EU weitergegeben, wo Lobbyisten und Politiker prüfen und debattieren. Bis die nötigen Konsequenzen gezogen werden, wird wohl noch so manche Fahrgastzelle mit Decken verhängt werden.

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