Crashtest-Untersuchung

Crashtest-Untersuchung

Crashtest-Untersuchung

— 12.07.2002

Dummys passen nicht für Amis

Die University of Alabama hat Crashtests auf ihre Aussagekraft untersucht. Und fand heraus: Die Norm-Dummys passen nur selten mit den Maßen der Amerikaner zusammen.

Das derzeitige Crash-Test-Dummy-Modell, das bei den meisten frontalen Autokollisions-Tests in den USA eingesetzt wird, entspricht nicht den Maßen – also den realistischen Körpermassen – der meisten Amerikaner. Deshalb stelle sich die Frage, wie präzise Auto-Sicherheitsberichte von Staat und Versicherungen überhaupt sind. Die Untersuchungen wurden von Forschern der University of Alabama in Birmingham durchgeführt. Die Ergebnisse erläutern sie jetzt im Journal of Trauma.

Bei dem Crash-Test-Dummy-Modell handelt es sich um den "50 percentile male Hybrid III Crash Dummy", abgekürzt H3CD. Die meisten Organisationen abseits der Autohersteller wie die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) oder das Insurance Institute for Highway Safety nutzen das Modell für die Simulation von Frontalzusammenstößen bei Geschwindigkeiten zwischen 56 und 64 km/h. H3CD ist für die Maße eines männlichen Lenkers mit einer Größe von etwa 1,77 Meter und einem Gewicht von rund 70 Kilogramm konfiguriert. Man geht davon aus, dass verbesserte 3-D-Crash-Simulationen das Problem der Bandbreite der amerikanischen Körpermasse bewältigen werden.

Das Team um Stephen G. Morton verglich die Unfallart und -rate von H3CD-Modell-Tests und NHTSA-Berichte von rund 20.000 echten Verkehrsunfällen. Alle Unfalllenker waren angegurtet und die Fahrzeuge ordungsgemäß beleuchtet. Der Vergleich zeigte allerdings, dass sowohl männliche als auch weibliche Lenker größer, kleiner, schwerer oder leichter als die Standard-Test-Dummys waren. Die Forscher stellten fest, dass z.B. Lenker, die leichter und kleiner als die Modellpuppen waren, weniger Beinfrakturen hatten als die Dummys. Lenker, die schwerer und kleiner als die Dummys waren, erlitten häufiger Verletzungen als es durch Crash-Tests angenommen wurde. Kopfverletzungen traten wiederum häufiger bei Fahrern auf, die geringfügig leichter und kleiner waren.

Die Autoren schließen aus den Ergebnissen, dass das derzeitige Crash-Test-Dummy-Modell nur für einen kleinen Anteil der amerikanischen Bevölkerung angewendet werden kann. Sie fordern zudem neben einem weiblichen Dummy die Entwicklung einer "schwangeren" Unfallpuppe. Idealerweise sollten in Crash-Tests verschiedene Dummys in wiederholten Unfallszenen eingesetzt werden. Problem dabei: Crash-Tests sind außergewöhnlich teuer.

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