Marktübersicht: Dachboxen

Dachbox: Ratgeber

Alles über Dachboxen

Welche Dachbox für welchen Zweck? Was ist beim Kaufen oder Mieten zu beachten? Wie werden Dachboxen richtig befestigt? AUTO BILD hat die wichtigesten Infos für Sie zusammengestellt.
Wer mit viel Gepäck verreisen möchte, kann mit einer Dachbox wunderbar zusätzlichen Stauraum schaffen. Doch welcher Dachkoffer ist der richtige, und was kostet das? Was ist bei Kauf oder Miete zu beachten? Wie funktioniert die Montage, und wie vermeide ich Sicherheitsrisiken? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen. 

Was ist beim Kauf zu beachten?

Der Markt an Dachboxen ist riesig und unübersichtlich, er reicht von kleinen, leichten, günstigen Taschen für ein paar Dutzend Euro bis hin zu riesigen Koffern wie der Flensboxx mit 2,80 Metern Länge, 1700 Litern Ladevolumen und bis zu 140 Kilo Zuladung (ca. 1500 Euro). Am gebräuchlichsten ist die "Mittelklasse", in die ca. 350/400 bis 500 Liter Gepäck hineinpassen. Grundsätzlich gilt: Qualität hat ihren Preis. Zwar gibt es bereits für 200 Euro Modelle, die in Crashtests von ADAC und DEKRA gut abschnitten. Hochwertigere (und damit teurere) Produkte sind aber meist belastbarer, auch nach häufigem Gebrauch ist die Box noch wasserdicht und das Schloss intakt – was bei billigen Modellen nicht unbedingt der Fall ist. Doch es gibt noch eine Menge weiterer Faktoren, die bei der Wahl der Dachbox eine Rolle spielen:
● Wie groß muss bzw. wie klein kann die Dachbox oder -tasche sein, was will ich transportieren? Je größer die Dachbox, desto höher Luftwiderstand, Spritverbrauch, Windgeräusche und negative Auswirkungen auf das Fahrverhalten, vor allem beim Bremsen und in Kurven. Also: so groß wie nötig, so klein wie möglich. Grundsätzlich sollte die Dachbox möglichst nicht über Front oder Heck des Autos hinausstehen und auch nicht den Kofferraum blockieren. Unbedingt ausprobieren: Lässt sich die Heckklappe noch vollständig öffnen?
● Wird die für das Fahrzeug zulässige Dachlast nicht überschritten, wenn die Dachbox voll beladen ist? Hier müssen das Gewicht der Dachträger, der Box selber und des Gepäcks (erlaubte Zuladung der Box unbedingt beachten!) zusammengerechnet werden! Die zulässige Dachlast ist in der Bedienungsanleitung des Autos vermerkt. Nicht jedes Auto kann jede Box schultern.
Welcher Dachträger passt auf mein Auto? Nicht jeder Grundträger kann auf jedem Auto sicher befestigt werden, hier kommt es darauf an, ob es eine Regenrinne, eine Reling oder nichts davon besitzt (mehr Infos dazu unten):
● Welche Dachbox passt zu dem Träger? Die Box muss mit dem Dachträger kompatibel sein, hier gibt es diverse Befestigungssysteme (T-Nut, Krallen, Schnellverschluss, Bügel, etc.).
● Macht eine Spezialbox Sinn? Wer regelmäßig Skier, Snow- und Surfboards oder auch eine Golf-Ausrüstung mitnehmen möchte, sollte sich mal unter den speziell dafür produzierten Exemplaren umsehen. So gibt es beispielsweise Skiboxen, die besonders lang (mindestens 2,30 Meter) sind und spezielle Halterungen für die Bretter besitzen. Surfboard-Boxen haben Extra-Fächer für die Segel und eine Befestigungsvorrichtung für das Board auf dem Boxen-Dach. Ähnliche Spezialboxen gibt es auch z.B. für Snowboards oder die Golfausrüstung.
Grundsätzlich gilt zudem:
● Auf gute Verarbeitung achten: Wirkt die Dachbox stabil, fassen alle Teile gut ineinander, wackelt und labbert nichts? Schließt die Box richtig, ist der Inhalt vor Wasser geschützt? Achten Sie auf seriöse Prüfplakette, z.B. das GS-Gütesiegel oder eine TÜV-Plakette.
● Gibt es Befestigungsmöglichkeiten wie Zurrgurte zum Sichern der Ladung? Antirutschmatten? Trennwände? Ösen? Seitenfächer? All dies kann helfen, das Gepäck sicher zu verwahren.
● Ist die Dachbox von beiden Seiten zugänglich? Kann ein großer Vorteil sein – man weiß ja nie, wie man parkt. 
● Ist die Dachbox abschließbar? Eine Box ohne Schloss ist eine wunderbare Gelegenheit für Diebe.

Platzsparende und günstige Alternative: die Faltbox

Faltboxen wie der Thule Ranger 90 sind günstig und platzsparend: Nach Gebrauch können sie klein zusammengefaltet werden.

Wird eine Dachbox nicht gebraucht, sollte sie abmontiert werden, schon allein wegen der erhöhten Spritverbrauchs. Und dann, wohin damit? Die Lagerung des voluminösen Koffers kann ein Problem sein. Eine praktische und deutlich platzsparendere Alternative ist eine faltbare Dachbox, auch Softbox oder Dachtasche genannt. Wird sie nicht gebraucht, kann sie klein zusammengefaltet oder -zusammengerollt werden. Genial, und wer hat's erfunden? Nein, nicht die Schweizer, sondern die Schweden: Thule brachte 2009 den Ranger 90 auf den Markt.
Mehr zum Thema: Heckboxen im ADAC-Test
Die Unterseite der Box wird bei der Montage durch Kunststoffhalbschalen verstärkt, um die Form zu wahren und einen sicheren Transport zu garantieren. Wird die Box demontiert, verschwindet sie komplett in der mitgelieferten Tasche und soll so sogar in einem Schrank Platz finden. 110 x 80 x 40 Zentimeter misst die Box samt Tasche, montiert schluckt sie 340 Liter und hat eine Zuladung von maximal 50 Kilo – durchaus vergleichbar mit den Hartschalen-Kollegen. Mittlerweile gibt es mehrere Anbieter für Faltboxen, neben Thule beispielsweise Green Valley, AutoStyle, Aomaso, Hapro oder auch ProUser. Ein weiterer Pluspunkt der Softbox ist ihr Preis: Mehr als 250 Euro kostet fast keine, die meisten deutlich weniger. Die günstigsten sind schon für ca. 50 Euro zu haben.
Auch für die Faltbox gilt: Passt sie zum Dachträger, kann sie vernünftig befestigt werden?

Dachträger: Befestigungssysteme, Vorschriften

Grundträger, also die Querverstrebungen, auf denen Dachboxen oder auch Fahrradträger befestigt werden können, gibt es in verschiedensten Ausführungen aus Stahl oder Alu. Welcher für Ihr Auto geeignet ist, hängt davon ab, mit welchen Befestigungsmöglichkeiten dieses ausgestattet ist. Regel: Grundsätzlich dürfen die Träger nicht breiter als das Auto sein – wer unsicher ist, sollte die Breite des Fahrzeugs in der Zulassungsbescheinigung (Ziffer 19) nachsehen. Folgende Befestigungsmöglichkeiten gibt es:
Dachträger für Autos mit Dachreling: Viele Kombis und SUV haben ab Werk eine vormontierte Dachreling (entweder offen zum Umfassen oder geschlossen als eine Art Schiene). Glück für den Besitzer, alle anderen können sich informieren, ob eine Nachrüstung möglich ist. Dennoch ist beim Kauf eines Trägers darauf zu achten, dass er zu der Reling passt – auch hier gibt es leider verschiedene Typen. Wer schon eine Dachbox hat, muss zudem darauf achten, dass sie auf dem gewünschten Träger montierbar ist.
Dachträger für Autos mit Regenrinne: Klarer Fall, diese Träger werden in der Regenrinne des Autos befestigt. Wer keine hat, muss sich andere Dachträger besorgen, ein Nachrüsten der Rinne ist quasi unmöglich.
Dachträger für Autos mit T-Nut: Quasi der Gegenentwurf zur Reling: Rechts und links auf dem Autodach verlaufen ins Dach eingelassene Schienen, in der Regel durch Kunststoffabdeckungen geschützt. In diesen Profilen können die entsprechenden Träger verankert werden.
Dachträger für Autos mit Fixpunkten: Ihr Auto hat Kunststoffpunkte oder -leisten auf dem Dach? Darunter verbergen sich meist Aufnahmepunkte, sprich: Schrauben, in denen passende Träger verankert werden können.
Dachträger für Autos ohne alles: Nicht verzagen, den Händler fragen! Für viele Autos gibt es mittlerweile Systeme, die ohne Reling, Regenrinne, Aufnahmepunkte oder T-Nut auskommen. Zum Bespiel gibt es Lösungen, bei denen die Träger in den Türen befestigt werden. 

Montage: Tipps und häufige Fehler

Ist die Box nicht richtig befestigt, kann sie zum gefährlichen Geschoss werden – so wie hier im Crashtest.

Werden Dachbox oder Träger falsch montiert, kann dies gerade bei einer Bremsung fatale Folgen haben: Die Dachbox fliegt womöglich mitsamt Befestigung vom Dach, wird zum gefährlichen Geschoss. Hier deshalb Tipps zur sicheren Montage.
● Nehmen Sie sich Zeit. Wer auf den letzten Drücker vor der Abfahrt die Box aufs Dach knallt, kann in der Hektik Fehler machen.
● Überprüfen Sie möglichst schon ein paar Tage vor der geplanten Abfahrt, ob alle Teile vorhanden und funktionsfähig sind. Ist nichts verbogen oder verschmutzt? Gegebenenfalls mit geeigneten Produkten säubern oder für Ersatz sorgen.
● Lesen Sie sorgfältig die Montageanleitung des Herstellers!
● Holen Sie sich Hilfe: Zu zweit geht's viel leichter. Wer versucht, die Box alleine aufs Dach zu hieven, hat schnell Macken im Auto. Trick für die Montage des Dachträgers, wenn der zweite Mann – oder die Frau – nicht helfen hann: Klemmen Sie auf einer Seite ein Schwämmchen oder einen dicken Lappen unter den Träger, während sie die andere Seite befestigen. So gelingt's meist kratzfrei.

Sicherheitsregeln: Maße und Gewichte

Essentiell wichtig für die Sicherheit: Zulässige Gewichte und Maße einhalten! Gerade Überladung ist eine häufige Unfallursache. Unbedingt zu beachten sind:
● die zulässige Zuladung der Dachbox (in der Regel 50 bis 75 kg)
● die zulässige Dachlast des Fahrzeugs (steht in der Bedienungsanleitung, hier ist das Gewicht der Gepäckträger, der Box selber und des zu verstauenden Gepäcks zusammenzuzählen)
● das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs. Um herauszufinden, wie viel Sie zuladen dürfen (Gepäck, Dachbox, Passagiere), ziehen Sie das Leergewicht des Fahrzeugs vom zulässigen Gesamtgewicht ab – beide Werte finden Sie im Fahrzeugschein.
Laut Straßenverkehrsordnung darf die Dachladung nicht breiter als 2,55 Meter und das Auto mit Box nicht höher als vier Meter sein. Vorne darf sie nicht weiter als 2,5 Meter, hinten nicht weiter als 1,5 Meter herausragen.
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So verstauen Sie das Gepäck richtig

Möglichst sollten nur leichte Gepäckstücke in der Box verstaut werden. Wichtig: alles gut festzurren und Leerräume ausstopfen!

Da ein hoher Schwerpunkt das Fahrverhalten des Autos vor allem in Kurven negativ beeinflussen kann, sollte schweres Gepäck grundsätzlich möglichst im Fahrzeug selber verstaut werden, am besten direkt hinter der Rückbank. Desweiteren gilt: Lange Gepäckstücke wie Skier oder Snowboards zuerst in der Box verstauen, schwerere Teile am besten mittig unten, vorne am besten leichte und weiche Gegenstände, die von hinten heranrutschendes Gepäck "abfedern" können. Die Hohlräume zwischen den Gepäckstücken ausstopfen (zum Beispiel mit Jacken, Schlafsäcken oder kleinen Taschen), damit bei einer Bremsung oder in Kurven das Gepäck nicht in der Box hin- und herrutschen kann. Sehr wichtig: alles gut festzurren! Ungesichertes Gepäck wird bei einer Vollbremsung auch in der Dachbox zum gefährlichen Geschoss, das unter Umständen auch das Plastik durchschlagen kann.
Tipp: Nach einigen Kilometern noch einmal überprüfen, ob die Dachbox noch fest sitzt und das Gepäck nicht verrutscht. Gegebenenfalls nachbessern.

Was ist beim Fahren mit einer Dachbox zu beachten? 

Der höhere Schwerpunkt, das höhere Gewicht sowie der größere Luftwiderstand beeinflussen das Fahrverhalten des Autos erheblich. Es ist mit einem längeren Bremsweg und negativem Kurvenverhalten zu rechnen – reichlich Abstand halten, langsam in Kurven einfahren!
Grundsätzlich sollte die Geschwindigkeit angepasst werden, gerade, wenn die Box voll ist. Eine gesetzliche Regelung für die Höchstgeschwindigkeit mit einer Dachbox gibt es nicht. Hersteller und Automobilklubs empfehlen aber, nicht schneller als 130 km/h zu fahren.
Gerade bei höheren Fahrzeugen wie SUVs muss zudem auf die Gesamthöhe geachtet werden – zwei Meter, meist die Grenzmarke z.B. für Einfahrten in Parkhäuser, sind da schnell überschritten. Tipp: Ein Klebezettel im Blickfeld des Fahrers mit einer entsprechenden Notiz ist hilfreich!
Häufigere Tankpausen und höhere Spritkosten einplanen – der Spritverbrauch steigt mit Box auf dem Dach.

Dachbox mieten: Infos, Preise, Tipps

Der Kauf einer (Hartschalen-)Dachbox lohnt eigentlich nur, wenn sie regelmäßig genutzt wird und die Lagerung in der Zwischenzeit kein Problem ist. Die Alternative: eine Faltbox oder die Miete. Vielleicht kann auch ein Nachbar oder Freund eine passende leihen? Falls nicht, gibt es mittlerweile zahlreiche professionelle Anbieter, die Boxen und Träger vermieten.
Wer in der Hochsaison, also in den Sommer- oder Winterferien, eine Dachbox mieten möchte, sollte sich rechtzeitig darum kümmern: Die Nachfrage ist zu diesen Zeiten sehr hoch. Die Höhe der Miete ist in der Regel abhängig von der Größe der Box und der Mietdauer: Je länger die Box ausgeliehen wird, desto günstiger wird es pro Tag. Die Preise variieren stark, los geht es aber ca. bei 40 Euro pro Woche für eine kleine Box ohne Dachträger, mit Träger werden mindestens 60 Euro fällig. Nur so als Hausnummer, keine Gewähr! Größere, hochwertigere Boxen können deutlich teurer sein. (Was aber immer noch deutlich günstiger ist als der Kauf).
Wie bei der Übernahme von Mietwagen gilt: Begutachten Sie Box und ggf. Träger sorgfältig auf Mängel, möglichst gemeinsam mit dem Vermieter. Bestehen Sie auf ein Übergabeprotokoll, um nicht später für Schäden haftbar gemacht zu werden, die Sie nicht verursacht haben. Gucken Sie genau hin: Gibt es Schrammen oder gar Risse? Ist alles vollständig, sind alle Befestigungsvorrichtungen vorhanden? Ist die Box abschließbar, haben Sie den Schlüssel bekommen?
Übernimmt der Vermieter die Montage von Grundträger und Autobox, sollten Sie den Lack bei Abholung auf Kratzer überprüfen, die beim Befestigen eventuell entstanden sein könnten. Und vor allem: Sitzt die Box fest?

Marktübersicht: Dachboxen

Autor: Maike Schade

Stichworte:

Dachbox

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