Dacia Duster: Kaufberatung

Dacia Duster: Kaufberatung von AUTO TEST

Gesucht: Der beste Dacia Duster

Anfang 2014 hat Dacia dem Duster ein Facelift spendiert. Modischer, sicherer und stärker ist er geworden, geblieben ist sein unverschämt niedriger Preis. Was er dafür bietet, klärt die Kaufberatung.
Als der Duster im April 2010 auf den deutschen Markt kam, hat ihn die etablierte Konkurrenz milde belächelt. Doch das Grinsen ist ihr schnell vergangen: Bereits im ersten vollen Verkaufsjahr belegte Dacias SUV mit 22.726 Neuzulassungen Rang vier in seiner Klasse – noch vor BMW X3 und Audi Q5. Die Tiefpreispolitik des rumänischen Renault-Ablegers hat's möglich gemacht. 2013 dann rutschte der Duster mit 12.807 Exemplaren auf Verkaufsrang zwölf ab. Der inzwischen angestaubte Look, wenig Sicherheitsausstattung und Komfortextras haben die anfängliche Euphorie gedämpft. Deshalb hat Dacia seinen Allradler Anfang 2014 aufgewertet – mit verchromten Querlamellen am neuen Wabengittergrill, Scheinwerfern mit Tagfahrlicht und Rücklichtern in neuer Grafik. Letztere müssen aber selbst Kenner genau studieren, um den Unterschied zu erkennen. Ergänzt werden die Schönheitskorrekturen durch eine umfangreichere Serienausstattung. So dürfen sich Fahrer und Beifahrer nun in dem wohligen Wissen wägen, im Ernstfall von Seitenairbags abgefangen zu werden. Frontairbags und Drei-Punkt-Sicherheitsgurte waren schon vor der Modellpflege auf allen Plätzen Standard.

Neuer Spitzenbenziner ist ein Turboaggregat mit 125 PS

Das Cockpit ist klar strukturiert, mit großen Instrumenten und vielen Ablagen. Es dominiert Hartplastik, doch das ist vernünftig verarbeitet.

Bei zügig angegangenen Kurven oder Traktionsverlust auf Schnee und Eis regelt jetzt in allen Versionen ESP – zwar mit groben Bremseingriffen und recht früh, aber immerhin bleibt der Duster so auf Kurs. Seine unpräzise und gefühllose Servolenkung untermauert die meilenweite Distanz zur Sportlichkeit. Vielmehr ist der Offroader auf Komfort getrimmt, federt bekömmlich über Kopfsteinpflaster hinweg und bügelt auch grobe Schläge aus. Als neuer Spitzenbenziner steht ein Turboaggregat mit 125 PS in der Preisliste, ebenso das aus dem Sandero bekannte Multimedia-Navi mit 7-Zoll-Touchscreen. In der Topausstattung gehört es zum Serienumfang, für Lauréate kostet es 180 Euro Aufpreis – ein Schnäppchen, wie der Duster an sich. Gegenüber moderneren Konkurrenten wie Skoda Yeti und Suzuki SX4 S-Cross bietet er einen Preisvorteil von mehreren Tausend Euro. Dass Dacia dafür gezwungen war, den Rotstift anzusetzen, ist klar: Also wird die Hupe per Lenkstockhebel betätigt, am Dämmmaterial gespart, der Kofferraum teils nicht verkleidet und im Cockpit ehrliches Hartplastik verarbeitet.

Dacia Duster: Kaufberatung

Die Sitze lassen es vor allem auf langen Strecken an Unterstützung vermissen. Das liegt an der kurzen und flachen Sitzfläche und der kaum ausgeformten Rückenlehne, die für Personen mit 1,90 Metern ebenfalls zu kurz ausfällt. Dafür ist die Kopffreiheit ordentlich, und man thront hoch über der Straße. Die Höheneinstellung von Fahrersitz und Lenkrad ist erst ab Lauréate serienmäßig. Dabei erfordert die Anpassung des Sitzes einiges Zutun des Fahrers. Zieht er am linken, etwas labberigen Hebel unter dem Sitz, muss er sein ganzes Gewicht in die Polster pressen, damit sich was tut. Schöpft er die Beinfreiheit voll aus, sitzt hinter ihm nur noch ein kleiner Erwachsener, ohne mit den Knien an den Vordersitzen zu schaben. Zwar ist auch die Rückbank kaum ausgeformt, doch dadurch hat man auch zu dritt anständig Platz. Der Einstieg fällt durch den großen Türausschnitt komfortabel aus, weshalb sich auch Kindersitze gut montieren lassen – dank Isofix einfach per Klick.

Mit der Topausstattung ist man im kargen Duster gut beraten

Ideal fürs Gelände: 21 Zentimeter Bodenfreiheit, große Böschungswinkel und der 4x4-Modus bis 60 km/h.

In den Kofferraum passt selbst der Reisebedarf einer fünfköpfigen Familie, wobei sich unterm Ladeboden für 80 Euro auch ein Ersatzrad verstauen lässt. Wer das Fahrrad mitnehmen will, muss die Rückbank umklappen. Doch Vorsicht beim Beladen: Zwar ist die Öffnung ordentlich breit, aber ab 1,88 Metern besteht Kopfschmerzgefahr, da das scharfkantige Heckklappenschloss arg hervorsteht. Zudem liegt die ungeschützte Ladekante mit knapp 76 Zentimetern sehr hoch. Kratzer sind hier programmiert, ebenso wie bei der Innenverkleidung, die anfällig für Gebrauchsspuren ist. Einen Ladekantenschutz gibt es im Zubehör zusammen mit Einparkhilfe hinten und Kofferraumschale für 239 Euro. Eine sinnvolle Investition. Ebenso wie die Wahl der Topausstattung. Die empfehlen wir in unseren Kaufberatungen zwar so gut wie nie, aber selten sind Basis und die nachfolgende Linie so karg bestückt wie hier. Mindestens Lauréate sollte es sein, noch besser Prestige. Für 800 Euro mehr bietet Letztere zusätzlich Leichtmetallräder, Ledersitze und elektrische Fensterheber hinten, die Dacia mit der Modellpflege von der Mittelkonsole in die Türen verlagert hat. Neu ist das per Lenkradtasten zu bedienende Mediasystem mit Navigation, Bluetooth, USB-und AUX-Anschluss, von dessen strukturierter Menüführung sich manch großer Hersteller eine Scheibe abschneiden könnte. Zudem betonen Unterfahrschutz vorn und hinten sowie markante Seitenschweller den robusten Offroad- Look.

Preise Dacia Duster
Benziner-/LPG-Varianten
1.6 4x2 1.6 4x4 TCe 125 4x2 1.6 LPG 4x2
ab 10.490 Euro ab 15.490 Euro ab 14.890 Euro ab 14.390 Euro
Diesel-Varianten
dCi 90 4x2 dCi 110 4x2 dci 110 4x4
ab 13.890 Euro ab 15.790 Euro ab 17.690 Euro
Kurze Überhänge, angeschrägte Stoßfänger und reichlich Bodenfreiheit prädestinieren den Duster fürs Gelände. In den 4x4-Versionen werden im Auto-Modus zunächst nur die Vorderräder angetrieben. Verlieren sie an Traktion, wird die Kraft auch nach hinten geleitet. Bei aktiviertem Lock-Modus verkürzt sich die Reaktionszeit bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h etwas, eine echte Sperre ist es aber nicht, da sich die Kupplung auf griffigem Boden sofort wieder öffnet. In tiefem Matsch bringt das System so zu wenig Kraft an die Hinterachse. Geht es wieder auf befestigte Straßen, lässt sich der 4x4-Betrieb per Drehschalter in der Mittelkonsole auch komplett abschalten. Verfügbar ist das System, bei dem hinten eine Mehrlenker- statt eine Verbundlenkerachse eingesetzt wird, für den 1,6-Liter-Sauger und den großen Diesel mit 109 PS.

Motoren-Tipps: TCe 125 und dCi 110

Der per Tastendruck aktivierbare Eco-Modus drosselt Leistung und Drehzahl und soll beim Sparen helfen.

Der Basisbenziner, den es auch als sparsames LPG-Modell gibt, spricht zurückhaltend aufs Gas an und hat Mühe, den für seine Klasse leichten 1,2-Tonner voranzubringen. Deutlich besser macht das der neue turbogeladene TCe 125, der 20 PS mehr liefert und sein maximales Drehmoment von 205 Newtonmetern schon bei 2000 Touren liefert. So zieht er im unteren Drehzahlbereich gut durch, wird über 4500 Umdrehungen aber etwas zäh und vor allem laut – trotz verbesserter Geräuschdämmung. Der sechste Gang des etwas hakeligen Getriebes ist recht lang übersetzt, weshalb Zurückschalten Pflicht wird, wenn stärkere Beschleunigung gefordert ist. Daneben steht ein 1,5-Liter-Diesel mit 90 oder 109 PS im Programm, der untenrum munter ans Werk geht. Beim Ausdrehen der Gänge nagelt er kernig. Also schaltet man hoch und hat bei 50 km/h bereits den fünften Gang drin. Die kurze Übersetzung treibt den Verbrauch speziell bei Autobahntempo nach oben, ermöglicht dem untersetzungslosen Duster aber gute Klettermöglichkeiten im Gelände. Beim Sparen helfen soll in allen Motoren der per Tastendruck aktivierbare Eco-Modus, der Leistung und Drehzahl drosselt. Damit wirkt der Duster gerade im sechsten Gang noch träger. Unser Tipp: Der 40 Newtonmeter stärkere dCi 110, der alles etwas souveräner meistert und spürbar bessere Fahrleistungen bietet.
Weitere Infos zum Dacia Duster und seinen wichtigsten Konkurrenten  finden Sie oben in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Kaufberatung: Dacia Duster

Der vollständige Artikel ist ab sofort in unserem Online-Heftarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden. Dacia Duster

Veröffentlicht:

22.05.2014

Preis:

2,00 €

Julia Winkler

Fazit

Der Duster bietet viel Platz, hohen Nutzwert sowie respektable Alltags- und Geländetauglichkeit. Wählt man Lauréate mit ein paar Extras oder gönnt sich gleich Prestige, ist er sinnvoll und komfortabel ausgestattet. Vorderradantrieb reicht für die meisten Belange – für Benzinerfreunde mit dem TCe 125, für Dieselfahrer mit dem dCi 110. Ausflüge abseits befestigter Straßen unternimmt man mit Letzterem als 4x4-Version. Mehr SUV zu dem Preis geht nicht und gibt's nicht – einen besseren absoluten Werterhalt übrigens auch nicht.

Stichworte:

SUV

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