Dacia gegen Skoda: Markenvergleich — 07.05.2010
Dacia fordert Skoda heraus
Die rumänische Billigmarke Dacia wächst immer weiter – mit einem Sparmobil und einer Limousine kommt sie Skoda ins Gehege. Die VW-Tochter antwortet mit einer Wende zu Preisbrechern.
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Der Discounter hat sich auch weltweit vom Aschenputtel zur anerkannten Größe entwickelt, was den nächsten Coup ermöglicht: das 5000-Euro-Auto. Ein Begriff, den auch Dacia vor Jahren strapaziert hat. Denn mit diesem Preisziel startete 2004 der Logan, das Urmodell der Rumänen. Bis die kantige, eher hölzern gestaltete Stufenheck-Limousine ein Jahr später auf dem deutschen Markt ankam, war der Preis allerdings auf 7200 Euro gestiegen. Dacias zweiter Anlauf soll sich optisch deutlich unterscheiden, denn diesmal zielen die Franzosen auf ein künftiges Boom-Segment: die Stadtautos unterhalb des Polo. "Wir denken an ein Mo dell mit etwa 3,50 bis 3,60 Meter Länge", sagt Dacias Marketing-Direktor Vincent Carré. Der Mini-Dacia soll vier Plätze und vier Türen haben und wird voraussichtlich die bekannte Technik der Marke nutzen, die seit dem Logan alle Modelle antreibt: Frontantrieb mit McPherson-Vorderachse sowie Verbundlenkerachse hinten – eine Plattform, die ursprünglich aus der zweiten Generation des Renault Clio stammt und in Rumänien ihre Zweitverwertung erlebt.
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Beim Design erlaubt schon das Preislimit keine großen Sprünge. Das Gesicht dürfte dem des Sandero ähneln; die Rumänen sind wahre Meister in der Kunst, schon vorhandene Blechteile bei neuen Modellen weiterzuverwenden. Auch beim neuen SUV Duster wurden 57 Prozent aller Teile – sogar die vorderen Türen – 1:1 vom Logan Kombi übernommen. "Dacia ist nicht nur eine Marke, sondern auch eine Philosophie", erklärt Carré. "Sie hat das Ziel, auf jeder Stufe möglichst wenig Kosten zu verursachen." Deshalb sind auch unter der Motorhaube keine technischen Revolutionen zu erwarten, die leckeren kleinen Turbomotoren aus dem Renault Twingo – für Dacia tabu. So werden auch im 5000-Euro-Auto abgelegte 1,2-Liter-Benziner und eventuell ein Diesel aus dem Regal des Mutterhauses kommen. "Der Erfolg in Deutschland hat gezeigt, dass unser Marktpotenzial viel größer ist, als wir anfangs gedacht haben", so der Marketing- Direktor. Mit anderen Worten: Nach oben ist Luft im Modellprogramm.Zum Beispiel für einen kompakten Van, der etwa Anfang 2011 fertig sein wird. Der Fünfsitzer sieht nicht nur aus wie ein aufgepumpter Logan Kombi mit Schiebetüren, er verwendet auch dessen Technik: Benziner von 75 bis 105 PS und – für den harten Lastesel – Diesel mit 86 und 110 PS. Am besten dürfte dem Familienkonto jedoch die Preisliste gefallen, die voraussichtlich unter 10.000 Euro starten wird. Während Dacia bislang die Distanz zur Renault-Palette strikt beachtet hat, dürfte der dritte Neuling aus Rumänien der Konzernmutter ab 2012 deutlich mehr ins Gehege kommen. Die geplante Limousine mit Stufenheck erinnert im Design stark an den Mégane, wird aber deutlich größer ausfallen. Denkbar sind zwei Technikspender: entweder der Samsung 3 der koreanischen Renault-Tochter oder doch der kompakte Mégane. Der Grande Dacia wird also ein Vorzeige- Stück, die repräsentative Limousine, die der Marke Dacia überall auf der Welt einen Schuss zusätzliches Prestige einbringen soll.
Ein Skoda von heute ist das VW-Schnäppchen zum kleineren Preis
In Europa heißt sein wichtigster Konkurrent Skoda Octavia – spätestens bei diesem Duell zeichnet sich ab, wer künftig in der Preisbrecher-Liga aufeinandertreffen wird: Dacia und Skoda. Schon jetzt knabbert der Erfolg der Rumänen am Kuchenstück von Skoda. Der Duster raubt dem Yeti den Glanz als Spar-SUV, der Sandero hat dem Fabia Kunden abgejagt. Jetzt rächt sich, dass sich die tschechische Marke unter VW-Führung zu gut entwickelt hat. Als die Wolfsburger 1991 in Tschechien das Ruder übernahmen, sollten die Autos aus Mladá Boleslav als günstige Bollwerke gegen Billigimporte aus Fernost antreten. Doch auf Forman und Felicia, altbackene Relikte des Kommunismus, folgten ab 1997 Octavia und Fabia – moderne Neukonstruktionen, die fast zeitgleich aktuelle VW-Technik bekamen und schon bald der Mutter das Leben schwer machten: Ein Skoda von heute ist das VW-Schnäppchen zu leicht günstigeren Kursen – doch vom angepeilten Billigsegment haben sich die Tschechen weit entfernt.
Eine Einfach-Version des VW up! soll gegen den Dacia Mini antreten
Eine Lücke, die Dacia nun besetzt, mit absehbar ähnlichen Entwicklungsproblemen. Der weltweite Erfolg ermutigte die Belegschaft im rumänischen Pitesti, für bessere Löhne zu streiken. Seitdem verdienen Bandarbeiter im Schnitt 500 Euro monatlich, noch immer deutlich weniger als ihre Kollegen in Tschechien (1180 Euro). Skoda antwortet mit einer Kehrtwende zurück zu günstigeren Modellen. Eine Einfach-Version des künftigen VW up soll als Kleinwagen gegen den 5000-Euro-Dacia antreten. Auch die nächste Generation des Kasten-Vans Roomster muss auf ausgefallene Designelemente verzichten und wird deutlich simpler aussehen; mit ihr nehmen die Tschechen den Dacia Van ins Visier. Und schließlich entwickeln die Produktplaner des VW-Konzerns eine Stufenhecklimousine unterhalb des Octavia, die in Technik und Anspruch auf preisbewusste Kunden zielt. In Schwellenländern könnte Skoda dann direkt auf das Symbol von Dacias Aufschwung treffen – den Logan mit Stufenheck. Der wurde bei uns übrigens gerade vom Markt genommen. Auch ein Zeichen.
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Kommentare zum Artikel (34)
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Dacia Mini mit den 5000 Euro Preis,und diesem optik würde jeden Bahn brechen,die ein billigen und mit einem tollen optik Flitzer haben wollen.Das ganze schnick schnack mit dem aufgeteuertem ESP,ABS,USW. braucht mann ja nicht unbedingt.Ein Billiges(Neues) Auto das mich von A nach B ohne sorgen bringt und nicht oft kaputt geht wegen moderne Technick ist mir doch wichtiger.Für Stadtfahrten find ich ist das richtige Auto,muss ja nicht das Teuerste sein.Hoffentlich kommt der Dacia Mini Bald raus,der Dacia Van schaut auch nicht schlecht aus.Die anderen sind überteuer.hilettke swarm
Viele Menschen in der Schweiz sind mit einem Deutschen Auto ums Leben gekommen!!! Sind daran die Deutschen Autobauer schuld!!! Kaum, aber es typisch für euch Deutsche, immer alle anderen sind schuld, das war schon immer so bei Euch. Am besten kapselt ihr den ganzen Deutschen Markt ab, und kauft nur noch Deutsche Autos!
ich habe meinen Bruder wegen eines dieser so hochgelobten weil billigen Dacias verloren. Der Logan des Freund meines Bruders kamm ins schleudern (soviel zum Thema "wer braucht schon ESP") und ist frontal gegen einen Golf geknallt. Die Golf-Fahrerin ist mit leichten Verletzungen davon gekommen, mein Bruder ist an seinen Verletzungen noch am Unfallort gestorben, sein Freund dann im Krankenhaus. DANKE DACIA!!!!!
Beim Durchklicken durch die Fotokiste sehe ich nur Designkopien, die an Nissan, Suzuki, Daihatsu, GM Ampera und Saab 95 angelehnt sind.
Dass das Dreirad - nicht aber das Auto - in Deutschland erfunden worden ist, dürfte der Autobild entgangen sein. Kommunistenkarren waren bekanntlich auch nur Kopien amerikanischer Autos, Teilweise über den Umweg Fiat und GM-Opel.
Na gut, so duster sieht der Duster nun auch nicht aus, klar besser als der VW Skoda.
der Dacia City sieht in der Larson-Darstellung attraktiv aus, das wäre eine interessante Alternative!