Dacia Sandero 1.4 MPI

Dacia Sandero 1.4 MPI Dacia Sandero 1.4 MPI

Dacia Sandero 1.4 MPI

— 06.05.2008

Nur Bus fahren ist billiger

Ein neuer Kompakter für 7500 Euro? Ein sensationeller Preis, für den man ein ansehnliches und geräumiges Auto bekommt. Der Dacia Sandero macht es ab Juni möglich. AUTO BILD hat vorab schon mal Probe gesessen.

Ein nettes Auto? Eleganz ist was anderes, aber hässlich ist der Sandero nicht. Er guckt aus großen Augen, hat hohe Rückleuchten und knuffige Radläufe. Sein Design ist schlicht und unpeinlich, es ist die Linie der Vernunft. Der neue Dacia Sandero ist das kompakte Schwestermodell des Logan. Er hat fünf Türen und lässt den angehängten Kofferraum weg. 4,02 Meter sind eine Länge zwischen dem VW Polo und dem VW Golf, der Radstand von 2,59 Metern aber entspricht Golf-Format. Dacia, die Zweitmarke von Renault, ist ein Billig-Label. Der Logan, der in Rumänien gebaut wird, ist ein Preisbrecher und in seinem Marktsegment ein Erfolgstyp. Auch der Sandero, der im Juni nach Deutschland kommt, startet schon bei 7500 Euro. Wie gut kann er sein? Fangen wir hinten an. Der Kofferraum ist eines der starken Sandero-Argumente: 320 Liter Inhalt (der Golf hat 350), ein Meter Breite, vernünftige Ladekante. Mit zwei großen Hebeln lässt sich die Rückbanklehne auf die Sitze klappen.

Der Sandero sieht gut aus und kostet wenig.

Dabei entsteht eine schräge Fläche, was nicht tragisch ist. Dumm aber, dass die Lehne nur im Topmodell geteilt klappt. Im Laderaum liegt eine dünne Matte, die schlampig geschnitten ist. Ihre Unterseite sieht aus wie ein alter Putzlumpen. Im Fond, der bequem zu erreichen ist, erwarten uns dünne weiche Polster und leichte Türen mit Spardosenklang beim Schließen. Angenehm: die aufrechte Sitzposition. Raum gibt es ebenfalls genug, weil die Dachlinie sich recht hoch spannt. Insgesamt dominiert innen graues, ehrliches Hartplastik. Ein Formteil aus Pappe macht den Himmel. Die Schalter und Luftdüsen im Cockpit wackeln, aber sie passen, die Uhren lassen sich leicht ablesen. Als Tankuhr muss allerdings eine ungenaue LCD-Anzeige herhalten.

Weitere Macken: Die Drehregler für Heizung und Lüftung sitzen zu tief, und die Hupe wird mit dem linken Lenkstockhebel bedient – alter Renault-Starrsinn. In der Basisversion ist der Sandero ein nacktes Auto für Asketen. Radio, Servolenkung, Fensterheber und Seitenairbags gibt es hier nicht mal gegen Aufpreis. Der Sandero übernimmt die Mechanik des Logan.

Zum Start in Deutschland gibt's zwei Benzinmotoren – den 1.4 mit 75 PS und 112 Nm bei 3000 Touren und den 1.6 mit 87 PS und 128 Nm. Beide sind kreuzbrave Zweiventiler, Fahrleistungen nennt Dacia noch nicht. Wir rechnen beim stärkeren Motor mit etwa zwölf Sekunden von null auf 100 km/h und rund sieben Liter Verbrauch pro 100 km. Zwei Diesel mit je 1,5 Liter Hubraum sollen rasch folgen. Sie leisten 68 und 86 PS und sollen nur 4,5 Liter pro 100 km verbrauchen – ein CO2-Ausstoß von 120 Gramm pro km. Auch das Fahrwerk des Fronttrieblers ist eine pragmatische Sache: 15-Zoll-Räder, die optisch mickrig wirken, McPherson-Aufhängungen vorn, Verbundlenkerachse hinten. Das Fahrzeug ist komfortabel und unsportlich abgestimmt. Dacia-Fahrer heizen nicht – ein ESP wäre dennoch wünschenswert. Und wer Sandero auch ohne akzeptiert, sollte sich beeilen: Das Kontingent für Deutschland umfasst nur 8000 Stück.

Fazit von AUTO BILD-Autor Johannes Köbler

Beim Sandero macht der Preis die Musik: Natürlich begegnen uns im Dacia Sandero an einigen Stellen sehr einfache Materialien und simple Verarbeitung. Doch dafür gelingt der Einstieg in die kompakte Dacia-Welt mit 7500 Euro auch extrem günstig. Ein sensationeller Preis, für den wir dennoch ein ansehnliches und geräumiges Auto bekommen.

Technische Daten Dacia Sandero 1.4 MPI Vierzylinder, vorn quer • zwei Ventile pro Zylinder • Hubraum 1390 cmÍ • Leistung 55 kW (75 PS) bei 5500/min • max. Drehmoment 112 Nm bei 3000/min • Vorderradantrieb • Fünfganggetriebe • Aufhängung v/h McPherson/Verbundlenker • Kofferraum 320–1200 l • Tankinhalt 50 l • L/B/H: 4020/1750/1530 mm • Radstand 2590 mm

Autor: Johannes Köbler

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