Dacia Sandero 2013: Fahrbericht
— 14.11.2012
So fährt Deutschlands billigstes Auto
Die rumänische Renault-Tochter Dacia kann nur billig? Der neue Sandero belehrt eines Besseren – und hält einige Überraschungen parat.
Was haben die anderen Hersteller 2005 gelacht, als Renault-Tochter
Dacia den
Logan auf den deutschen Markt brachte. Zu skurril war die kleine Stufenhecklimousine mit veralterten Motoren und zweifelhafter Sicherheitsausstattung für den hiesigen Geschmack – das kann doch keine Käufer finden. Doch. Mittlerweile verkauft Dacia rund 300.000 Autos im Jahr. Tendenz steigend, selbst auf dem maroden europäischen Markt. Während
Volkswagen nun über eine eigene Billig-Marke nachdenkt, sind die Rumänen längst weiter. Ihr wichtigstes Modell, der
Sandero, kommt nun bereits in der zweiten Generation auf den Markt. Was zunächst wie ein sorgfältiges Facelift anmutet, ist in Wahrheit ein komplett neu konstruiertes Auto. Steht dem Sandero ausgezeichnet. Ja, Dacia kann Autos, die ihrem Fahrer nicht peinlich sind. Die neue Designlinie mit klaren Formen und straffen Linien jedenfalls steht den deutlich teureren Konkurrenten in nichts nach.
Für 180 Euro Aufpreis gibt's in der Ausstattungslinie "Laureate" ein modernes Navisystem mit Touchscreen.
Wie auch der Innenraum. Das Cockpit ist sorgfältig zusammengebaut, nichts klappert oder knistert – selbst auf schlechten Straßen. Und sogar ein wenig chic darf es mittlerweile sein. Chromringe um die Instrumente und Luftausströmer, Leder an Lenkrad und Schalthebel – selbst ein modernes Navisystem mit Touchscreen (180 Euro Aufpreis in der Ausstattungslinie "Laureate") ist mit an Bord. Das haben wir bei einem solch günstigen Auto nicht erwartet. Zumal der Dacia nicht mit Platz geizt. Mit einer Länge von 4,06 Metern sortiert er sich knapp unter der Kompaktklasse ein und bietet deutlich mehr Platz als etwa ein
VW Polo – auch im Kofferraum, der Platz für 320 Liter Gepäck bietet. Also alles Eitel Sonnenschein? Nicht ganz. Die Vordersitze sind zu weich, bieten kaum Seitenhalt und sorgen auf längeren Strecken schnell für Rückenschmerzen. Und auch die froschige Sitzposition passt nicht für große Fahrer.
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Der Dreizylinder mit 90 PS kommt auch im neuen Renault Clio zum Einsatz.
Dafür kann der neue Sandero beim Fahren punkten. Statt antiquierter Franzosen-Technik dürfen sich die Rumänen aus dem aktuellen Teileregal von
Renault bedienen. Neben einem Vierzylinder-Benziner mit 75 (Gasantrieb LPG: 72) PS wird ein 90 PS-Diesel angeboten. Für erste Testfahrten stand ein neuer Dreizylinder mit 90 PS aus dem neuen
Renault Clio zur Verfügung. Und der quirlige Motor hat ein leichtes Spiel mit dem nur 1037 Kilogramm leichten Dacia. Mühelos beschleunigt er die Fließhecklimousine aus engen Kurven – selbst auf der Autobahn geht ihm die Puste nicht aus. Maximal 175 Kilometer in der Stunde sind so drin. Trotzdem ist der Dreiender vorbildlich. Im Schnitt soll der Dreizylinder mit 5,2 Litern auskommen. Auch das Fahrwerk ist auf dem aktuellen Stand der Technik. Der Sandero ist komfortabel ausgelegt, Kurvenräubern liegt ihm nicht. Geht es zu schnell, schiebt er brav über die Vorderräder. Wenigstens ist mittlerweile neben ABS und vier Airbags der Schleuderschutz ESP serienmäßig mit an Bord.
Für 6690 Euro bietet der Sandero mehr als alle seine europäischen Konkurrenten, urteilt Redakteur Stefan Voswinkel.
Mit einem Grundpreis von 6990 Euro ist der Sandero das billigste Auto in Deutschland. Und obwohl er mehr Nutzwert als ein VW Polo bietet kostet er rund 3000 Euro weniger als ein nackter
VW Up. Beeindruckend, zumal Dacia Vertrauen in den Sandero hat und ihm drei Jahre Garantie mit auf den Weg gibt. Das bietet keiner seiner europäischen Konkurrenten. Kein Wunder, dass denen mittlerweile das Lachen vergangen ist.
Autor:
Stefan Voswinkel
Fazit
Der Modellwechsel hat dem Sandero gut getan. Er fährt auf der Höhe der Zeit, der kleine Dreizylinder spart spürbar. Trotz des hohen Nutzwertes sind die Preise konkurrenzlos günstig geblieben. Da nun auch die Sicherheitsausstattung passt, ist es keine Frage: Dacia baut die wahren Volkswagen!
Kommentare zum Artikel (7)
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Mein lieber omontono@web.de wenn Dacia Schrott wäre die Firma längst pleite...
Aber ganz im Vertrauen ich bin auch Ford Fahrer. Ich fahre einen Ka von 2010 und was ich mit dem schon alles erlebt habe ist wirklich Schrott. Der Wagen hat mich schon 2 Spurstangen gekostet. Ich bin kein Bordsteinfahrer... Vom Radio blättert die Farbe ab und die Nachtbeleuchtung hat den Geist zum 2. mal aufgegeben. Mit ach und Krach habe ich eine Kulanz heraus geschlagen. Ich denke mal Dacia ist da zuverlässiger zumal der Wagen hat 3 Jahre Garantie, also 3 Jahre Ruhe. Ich werde es jetzt wohl mal mit Dacia probieren
Rollender Sarg ? ? ?
Ein Auto mit Airbags, kurzer Bremsweg auch durch ABS - alles "Schrott" ? ? ?
Naja, dann kauft Man(n) oder Frau den Wagen eben wegen der tollen Karosserieform. Die ist doch top - oder ? ? ?
Wenn man im Glashaus sitzt, kann man solange mit Scheinen werfen bis sie alle sind - wirft man dann allerdings mit einem Stein - dann fällt alles zusammen.
Es ist eben alles Gute nicht beisammen. Abstriche müssen schon gemacht werden - ob allerdings bei den Sitzen - ist nicht gerade gut gewählt.
Für Leute mit "kleinem Geldbeutel" wird sich dieser Wagen doch gern verkaufen lassen.
Wie allerdings die Redaktion meint, dass VW noch eine "Billigmarke" auf den Markt bringen will ist mir rätselhaft. ? ? ?
Was ist denn dann mit den Marken "Skoda" und "SEAT".
Meiner Meinung sind die dort gebauten Autos mit den gleichen Bauteilen von VW doch schon etwas billiger. ?
Omontono ist wohl füstrierter Opelfahrer! Ein Fiasko für 8500 Euro ist auch Garantiert voll auf der Höhe, lol! vor allem die hinteren Guckfenster^^ Hab den Fiesta Probegefahren und bin nach 5 Min wieder zurück! Bei 1,80 und 100KG hab ich mich unwohl gefühlt in dem "Ding" und die Rundumsicht ist für die Hühner! 3 Jahre Garantie beim Dacia, dann holt man sich wirklich nen Neuen! Und in der Pannenstatistik schneidet er auch nicht grade schlecht ab! Hut ab vor Dacia! ;)
Guck an, die Kommentarfunktion ist zurück. Und endlich muss man sich dafür anmelden, dann verschwinden auch die Kommentare unter der Gürtellinie.
@ omontono - Sag mal in welchem Jahrhundert lebst du denn ? Gab es am Anfang noch genügend Argumente gegen Dacia , mittlerweile gibts fast keine mehr. Und weshalb die ein Fahrzeug zu dem Preis anbieten können das dann auch noch zuverlässig über mehrere Jahre funktioniert dürfte mittlerweile auch jedem bekannt sein - da sollte man sich vorher schon mal schlau machen bevor man hier sowas postet. Da kenn ich einige Grundschüler die bringen mehr fachlichkeit rüber ;-P